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Prädikat besonders wertvoll

Murnau-Werdenfelser Rind erfreut sich wieder größerer Beliebtheit

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Sie sind besonders wertvoll, aber vom Aussterben bedroht. Deshalb engagiert man sich im Landkreis für den Erhalt der Murnau-Werdenfelser Rinder. Schließlich ist es eine der ältesten Rassen der Welt.

Garmisch-Partenkirchen – Genetisch einmalig und in der Region um Garmisch-Partenkirchen daheim, ist das Murnau-Werdenfelser Rind eine der ältesten Rassen der Welt. Robust und bestens angepasst an die hiesigen Natur- und Klimaverhältnisse leistet es auf Almwiesen einen wichtigen Beitrag zur Kulturlandschaft. Milch und sein Fleisch gelten als besonders schmackhaft. Und weil diese heimische Rasse vom Aussterben bedroht ist, engagiert sich die Zugspitz Region in Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement Bayern für ihren Erhalt.

Eine der neuen Stalltafeln überreicht Landrat Anton Speer (l.) Josef Jais, Vorsitzender des Zuchtverbands Murnau-Werdenfelser Rind. 

„Zum Glück setzen mittlerweile immer mehr Menschen auf regionale Produkte und damit auf Qualität aus der Heimat. Eine Chance für das Rind und ein Auftrag für uns“, erklärt Regionalmanagerin Lisa Loth auf einer Informationsveranstaltung im Landratsamt. Der große Sitzungssaal war mit etwa 60 Interessierten, davon die Mehrheit Landwirte aus der Region, die diese Rinder mit viel Engagement und Liebe züchten, gut gefüllt. Auch viele Bürgermeister der Landkreis-Gemeinden waren anwesend. „Das freut uns natürlich sehr, denn wir sind auf Hilfe durch die Kommunen angewiesen“, meinte Loth.

Eine gezielte Vermarktung und ein aktiver Förderverein, dem derzeit 57 Landwirte angehören, soll die Gefahr des Aussterbens bannen. Von den insgesamt 560 landwirtschaftlichen Betrieben im Landkreis mit etwa 17 000 Rindern, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Zugspitz Region, züchten derzeit 100 Landwirte etwa 1000 der Murnau-Werdenfelser. Weil die Tiere kleiner sind als ihre Artgenossen und in etwa 50 Prozent weniger Milch geben, liegt der Preis für einen Liter Milch mit 60 Cent deutlich über dem Marktdurchschnitt. „Trotzdem ist es sicher leichter, andere Kühe zu halten“, erklärt Loth. Dafür sei die Rasse überaus strapazierfähig und mit ihren starken Füßen der bergigen Landschaft bestens angepasst. Auch die hohe Fruchtbarkeit sei ein eindeutiges Plus. So trägt eine Murnau-Werdenfelser Kuh bis zu zehn Kälber, also in etwa doppelt so viele, wie die anderer Arten, aus.

„Von Mittenwald bis Spatzenhausen – es hat sich herumgesprochen, dass diese Rinder besonders wertvoll sind“, erklärte Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Er sieht einen ersten Erfolg in der besseren Auslastung des Kreis-Schlachthofes. „Wir hatten in der vergangenen Woche eine Schlachtzahl, die so hoch war wie in den vergangenen fünf Jahren nicht“, sagte Speer. Und auch das Vertrauen der Metzger in einheimische Fleischprodukte sei wieder gestiegen.

Den Züchtern und Mitgliedern des Vereins überreichte er neue Stalltafeln, auf denen die wichtigsten Hintergrundinformationen über das Murnau-Werdenfelser Rind zu lesen sind.

Aber es waren nicht nur Landwirte und Gemeindevertreter gekommen, sondern auch Verbraucher. Ein Paar war aus Franken angereist und so angetan, dass sie für ihre Enkelkinder eine Vereinsmitgliedschaft über ein Jahr als Weihnachtsgeschenk erwarben.

Wer dem Verein zum Erhalt des Murnau-Werdenfelser Rinds beitreten möchte, findet weitere Informationen unter www.zugspitz-rind.de

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