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Beherbergt rund 50 Betriebe: das Innovationsquartier im alten Gemeinde-Krankenhaus.

Freie-Wähler-Chefin wünscht sich Innovationsquartier für Garmisch-Partenkirchen

Murnaus Startup-Zentrum als Blaupause

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Das Murnauer Innovationsquartier ist ein Erfolgsmodell. Weil es neue Branchen anlockt und Arbeitsplätze schafft. Das lässt nun die Ortspolitik in Garmisch-Partenkirchen hellhörig werden. Für Freie-Wähler-Chefin Lilian Edenhofer steht fest: Solch eine Startup-Schmiede bräuchte man auch im Kreisort.

Garmisch-Partenkirchen – Über mangelnde Nachfrage kann sich das 2017 eröffnete Innovationsquartier (IQ) des Marktes Murnau, der damit vor allem Startup-Firmen der Kultur- und Kreativwirtschaft auf die Füße helfen möchte, nicht beklagen. Ganz im Gegenteil: Rund 50 Betriebe haben mittlerweile in dem Komplex des ehemaligen Gemeinde-Krankenhauses eine neue Heimat gefunden. Der Bereich mit den dauerhaft vermieteten Büros ist fast komplett ausgebucht.

Wer das Gebäude an der James-Loeb-Straße mit der markant gelben Außenfassade betritt, spürt sofort den jungen Unternehmergeist und die Aufbruchstimmung, die dort herrschen. Von der Begeisterung gepackt wurde unlängst auch Lilian Edenhofer, Vorsitzende der Freien Wähler im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat, die im Zuge einer Besichtigung die Murnauer Vorzeige-Einrichtung genauer unter die Lupe nahm – und nun diese in den höchsten Tönen lobt. „Ich finde das gigantisch“, schwärmt Edenhofer. „So was brauchen wir auch!“ Denn: „Ein Innovationsquartier Garmisch-Partenkirchen wäre gerade in diesen schweren Zeiten für Selbstständige eine Unterstützung und würde Arbeitsplätze schaffen.“ Die Volksvertreterin hält mit Kritik nicht hinter dem Berg: Diese Form der Wirtschaftsförderung sei bislang in ihrer Heimatgemeinde vernachlässigt worden.

Edenhofer denkt in erster Linie an die jungen Menschen, denen sie bessere Berufsperspektiven verschaffen möchte. Wer nicht im Tourismus oder Gesundheitswesen arbeiten will, argumentiert sie, habe es schwer, in der größten Landkreis-Gemeinde einen Job zu finden. Der akute Mangel an bezahlbarem Wohnraum verschärfe das Ganze zusätzlich – und führe nicht selten zum Wegzug.

Edenhofer will diesen Trend durchbrechen. Ein Gründerzentrum nach Murnauer Vorbild und ein Handwerkerhof wären in ihren Augen absolut erstrebenswert, findet sie – und kündigt in der Sache einen Antrag an den Gemeinderat an. Ihrer Ansicht nach könnte der Betrieb sowohl von der Marktgemeinde als auch privat gemanagt werden. Der Knackpunkt: Man müsste zuerst einen geeigneten Standort finden – und das in einem gefragten Urlaubsort, in dem die Immobilienpreise durch die Decke gehen.

Und was sagt man im Rathaus zu den Gedankenspielen der Freien Wähler? „Das Innovationsquartier in Murnau ist zweifellos eine vorbildliche Einrichtung. Jedoch gibt es in Garmisch-Partenkirchen bereits ähnliche Angebote für Freiberufler, Kreative und kleine Startups, darunter das vom Markt Garmisch-Partenkirchen und der Zugspitz Region GmbH geförderte Alpen.Work Coworking in der Hindenburgstraße“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU). Sie zeigt sich aber offen für Neues: „Der Initiative für eine Erweiterung des bestehenden Angebots durch die Privatwirtschaft sehen wir wohlwollend entgegen.“

Die Bilanz am Staffelsee fällt jedenfalls positiv aus: „Durch das IQ kam es in Murnau zur Ansiedlung kreativer und digitaler Branchen, es wurden Existenzgründungen gefördert und bestehende Unternehmen werden unterstützt“, berichtet Rathaus-Sprecherin Annika Röttinger. Besonders interessant sei dieses Angebot für jüngere Menschen, die zur Umsetzung ihrer Geschäftsideen nicht in die Großstadt ziehen müssen, sondern vor Ort bleiben können. Edenhofer ist nicht die Einzige, die sich für das Leuchtturmprojekt interessiert. Laut Röttinger wird das Innovationsquartier von verschiedensten Interessensgruppen besucht – und als Blaupause für ähnliche Einrichtungen genutzt.

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