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Als Moderator trat Peter Hennekes, Geschäftsführer des Deutschen Skilehrerverbands, auf. Mit Erfolg. 

Verhaltenskodex für neues Miteinander

Nach Querelen zwischen Skilehrern und Lift-Mitarbeitern: Jetzt setzten sich beide Parteien an einen Tisch

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Es gab Ärger zwischen Skilehrern und Mitarbeitern der Bayerischen Zugspitzbahn. Jetzt setzten sich beide Parteien an einen Tisch. Der Deutsche Skilehrerverband vermittelte. Gemeinsam entwickelte man ein deutschlandweit einmaliges Leitbild.

Garmisch-Partenkirchen – Es brodelte. Auf beiden Seiten. Mal ärgerten sich Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) über Skilehrer der Garmisch-Partenkirchner Schulen, mal anders herum. Die Zusammenarbeit lief in den vergangenen Wintern nicht immer optimal. Das soll sich ändern. Ein Leitbild bildet die Basis für ein neues „Miteinander zum Wohle des Gastes“. So fasst Peter Hennekes den Zehn-Punkte-Verhaltenskodex zusammen. Der Geschäftsführer des Deutschen Skilehrerverbands (DSLV) hatte ein Treffen der Parteien initiiert.

Im Herbst kamen am DSLV-Sitz an der Alpspitzbahn-Talstation die Leiter der sechs örtlichen Skischulen sowie Verantwortliche der Bergbahn zusammen. Alle Probleme sollten offen angesprochen werden, um sie zu lösen. Das Ergebnis ist „eine einmalige Sache in Deutschland“, sagt Hennekes, der sich in der Rolle des Moderators sieht. „Miteinander und nicht Gegeneinander lautet die Devise.“ Im Wesentlichen geht es um gegenseitigen Respekt, der in der Vergangenheit des Öfteren fehlte.

Beide Seiten sprechen Kritik offen an

Für Unmut auf Seiten der BZB sorgte vor allem die zum Teil massive Kritik mancher Skilehrer, die in den sozialen Medien über die Bergbahn lästerten. Etwa über eine vermeintlich schlechte Präparierung. Oder über die angebliche Unfähigkeit der BZB, überhaupt Pisten zu öffnen. „Absolut verständlich“ findet Hennekes, wenn dies Bergbahn-Mitarbeiter verärgert. Ebenso die Tatsache, dass offenbar manch Skilehrer mit Kunden gesperrte Pisten befuhr. Oder Liftpersonal von oben herab behandelte.

Auch die Skischulleiter brachten Kritik an. Beispielsweise bekamen früher Kinder-Skikurse zu Hoch-Zeiten an der Hausbergbahn einen eigenen Zugang. Den gibt es nicht mehr. Dabei gehe es nicht darum, die Kurse zu bevorzugen, betont Hennekes, sondern darum, die kleinen Skifahrer „geschützt und gebündelt“ in die Gondeln zu bringen. Zudem wurden die Ticketpreise thematisiert und die Bedingungen, zu denen die Schulen die Pässe bekommen. In beiden Fällen, sagt Hennekes, signalisierte die BZB Gesprächsbereitschaft. Das Unternehmen warb seinerseits für mehr Verständnis. Gerade, was die Beschneiung und Präparation betrifft – ein hochkomplexes Thema, über das man sich ohne Einblicke kein pauschales Urteil erlauben dürfe.

Gute Atmosphäre: kritisch und konstruktiv

Auch wenn es „vielleicht schade“ sei, dass ein solches Treffen überhaupt nötig war: Ausdrücklich lobt der DSLV-Geschäftsführer die Atmosphäre. Offen und ehrlich, kritisch und konstruktiv. Das Ergebnis wertet Hennekes als großen Erfolg gerade mit Blick auf die Zukunft. Denn bei dem Papier soll es nicht bleiben. „Dann bringt das nichts.“ Einmal im Jahr wollen sich die Beteiligten treffen. Auch um zu prüfen, wo Probleme geblieben oder womöglich neue aufgetreten sind – und um sie gleich aus der Welt zu räumen.

So sieht für Hennekes gute Zusammenarbeit aus. Der Wahl-Grainauer denkt bereits weiter. Das Pilotprojekt, dass sich alle Tourismus-Player im Ort – neben BZB und Skischulen auch die Hotellerie, Gastronomie, Gemeinde, GaPa-Tourismus – intensiv austauschen müssen. Das allein aber reiche nicht aus. Gespräche müssten in konkreten Aktionen münden. Hier sieht Hennekes großes Potenzial. „Viel zu viele kochen da noch ihr eigenes Süppchen.“

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