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Ärgern sich über den neuen Gehweg: Die Anlieger Rudolf Sciuk (l.) und Erika Trunk wollen sich mit dem Kiesbelag an der Storistraße nicht abfinden.

Anwohner klagen über Dreck

Nach Sanierung der Storistraße: Bürgersteig aus Kies sorgt für Ärger

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Um die alten Ahornbäume an der Storistraße zu schützen, hat die Marktgemeinde den Gehweg nicht mehr asphaltiert, sondern mit Kies beschichtet. Das sorgt nun für gehörig Unmut bei den Anwohnern.

Garmisch-Partenkirchen – Rudolf Sciuk ist sauer. Und zwar richtig. „Hier schaut es jetzt einfach furchtbar aus“, schimpft der Anlieger der Storistraße in Garmisch-Partenkirchen. Zur Weißglut bringt ihn der neue Belag des Gehwegs vor seinem Haus. Früher aus Asphalt, besteht er nun aus Kies. „Er ähnelt eher einem Forstweg, als einem Bürgersteig“, wettert der Garmisch-Partenkirchner. Bei Regen sei es ganz schlimm, den Weg zu benutzen. „Da entstehen Pfützen, weil das Wasser nicht richtig versickert.“ Seine Frau sei bereits mit hochhackigen Schuhen beinahe zu Sturz gekommen, weil „der Boden nicht fest ist“. Autos würden verdrecken, der Schmutz in die anliegenden Häuser getragen. Doch nicht nur das. Sciuk glaubt, dass „innerhalb weniger Monate der ganze Gehweg zugewachsen ist“. Für ihn ein Unding. „Wir wohnen schließlich mitten im Ort und nicht im Wald.“

Neuer Belag soll alte Silberahorn-Bäume schützen

Warum sich die Marktgemeinde für eine wasserführende Deckschicht aus Kies statt für Asphalt entschied, hat mit den meterhohen Bäumen zu tun, die den Gehweg an der Storistraße säumen. Die mächtigen Silberahorne zerstörten in den vergangenen Jahren den Asphalt „aufgrund ihrer massiven Wurzeln, die sehr zügig wachsen“, wie Martin Bader, Sprecher des Marktes Garmisch-Partenkirchen, auf Tagblatt-Nachfrage mitteilt. Eine Sanierung war dringend nötig, da der Asphalt Wellen geschlagen hat. „Das hat zu erheblichen Gefahren geführt“, erklärt Bader. „Stolperfallen und Einengungen“ seien die Folge gewesen. Deshalb entschied sich die Verwaltung „zum Schutz der Bäume gemäß der geltenden Baumschutzverordnung“ für die umstrittene Kies-Variante. Denn um den Bürgersteig zu asphaltieren, hätten die mächtigen Ahorne gefällt werden müssen.

Diese sind sehr selten in Bayern und eigentlich in der Region nicht beheimatet. Ursprünglich sind Silberahorne im Osten Nordamerikas zu Hause. Die elf Bäume wurden 1977 mit einer Größe von 25 bis 30 Zentimetern Stammumfang in der Storistraße gepflanzt. Das Alter der Pflanzen lag damals bei etwa zwölf Jahren. Sie sind heute also über 50 Jahre alt und überragen die umliegenden Häuser.

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