+
Die Feierlichkeiten zum amerikanischen Unabhängigkeitstag (Independence Day) im Juli vergangenen Jahres vor dem US-Konsulat in München. Die Behörde hat eine „Sicherheitsinformation“ an die in Deutschland lebenden Amerikaner ausgegeben.

Nach Schlägerei vor Disko: USA geben Reisewarnung für Garmisch-Partenkirchen aus

Garmisch-Partenkirchen - Die USA haben für das Wochenende eine Reisewarnung für Garmisch-Partenkirchen ausgegeben. Deutsche Sicherheitsbehörden kritisieren den Aufruf als unbegründet und überzogen.

Aktualisierung:

Die Reisewarnung der USA für Garmisch-Partenkirchen soll am Montag wieder aufgehoben werden. Das sagte die Sprecherin des US-Generalkonsulats.

Die amerikanischen Bürger sind heute in Garmisch-Partenkirchen genauso sicher wie an allen anderen Tagen des Jahres. Davon ist Bürgermeister Thomas Schmid überzeugt. Auch die Polizei erklärt, die Sicherheit der US-Amerikaner sei hier nicht stärker gefährdet als anderswo in der Region.

Das US-Konsulat in München bewertet die Sicherheitslage offenbar völlig anders: Sie hat ihre Bürger in einer „Sicherheitsinformation“ davor gewarnt, den Ort an diesem Wochenende zu besuchen. Vielmehr sollten Amerikaner am 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten, öffentliche Plätze, Restaurants, Bars und Diskotheken in der Gemeinde meiden.

Anlass für diese Warnung ist eine gewöhnliche Schlägerei: Am vergangenen Samstag waren nach Informationen unserer Zeitung ein Zivilangestellter der US-Armee und ein gebürtiger Türke vor einer Diskothek in Garmisch-Partenkirchen massiv mit Fäusten aufeinander losgegangen. Dabei sollen mehrere Personen verletzt worden sein. Später soll der Türke seinem Kontrahenten übel gedroht haben.

Ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim erklärte, dass die Ermittler nach den Vernehmungen des Beschuldigten lediglich von einem „Drohgehabe“ ausgehen würden. Dass eine deutsche Gruppe Vergeltung üben wolle für diesen Vorfall vor der Diskothek, wie es das US-Konsulat in der E-Mail an die in Deutschland lebende Community drastisch formuliert, dafür gebe es keine konkreten Anhaltspunkte. „Aber wir werden ein waches Auge darauf haben und nehmen das nicht auf die leichte Schulter“, erklärte der Polizeisprecher. Die Erkenntnisse würden in die Gesamtlage einfließen.

Auch Bürgermeister Schmid erklärte, die Amerikaner müssten informieren, „aber man muss auch die Kirche im Dorf lassen“.

matt

Auch interessant

Kommentare