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Nach Seilbahn-Unfall: Beschädigte Zugspitz-Gondel trifft im Tal ein

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Von: Manuela Schauer

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Trauriges Bild: Die Gondel der Seilbahn Zugspitze ist nach dem Unfall bei einer Übung Totalschaden. © FOTOPRESS THOMAS SEHR

Sie hat die Bergstation verlassen. Ohne Komplikationen wurde die stark beschädigte Gondel der Seilbahn Zugspitze in zwei Stunden ins Tal gesteuert. Kommende Woche steht der endgültige Abschied an.

Grainau/Garmisch-Partenkirchen – Nur noch wenige Meter fehlen, dann erreicht die zerstörte Gondel der Seilbahn Zugspitze die Stütze. „Geschwindigkeit reduzieren“, schallt es aus einem Funkgerät eines Mitarbeiters der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Es ist 15.20 Uhr, der Großteil der Strecke liegt hinter der Kabine. Je näher sie der Talstation kommt, desto deutlicher wird das Ausmaß des Schadens: Die Scheiben sind durch den Aufprall des 2,5 Tonnen schweren Bergekorbs, der am 12. September bei einer Übung in die Kabine gerauscht war, zersplittert, die Türen verschoben. Dem hinteren Bereich fehlt die Panorama-Front, sie wurde komplett zerfetzt, Einzelteile hängen herunter. Aber – das Wichtigste an diesem Donnerstagnachmittag: Die Gondel fährt.

Im Schneckentempo gleitet sie ab 13.25 Uhr am Seil in Richtung Talstation. Chefmaschinist Bernhard Thoma steuert sie mit einer Geschwindigkeit von einem halben Meter pro Sekunde. Langsamer als ursprünglicher geplant. „Wir haben keinen Zeitdruck“, sagt BZB-Sprecherin Verena Lothes. Sicherheit geht vor.

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Hat die Gondel ins Tal gesteuert: Chefmaschinist Bernhard Thoma. © Sehr

Seit dem Unfall gab es viel zu tun, für das Team der BZB und des Seilbahnherstellers Garaventa aus der Schweiz. Nachdem die Gondel vergangenen Freitag von der Unglücksstelle auf 2700 Metern Höhe zur Bergstation gezogen worden ist, mussten die Experten den verkeilten Bergekorb von ihr trennen. Der liegt derzeit zerstückelt auf der Zugspitze. Wann und wie die Überreste heruntertransportiert werden, kann Lothes noch nicht sagen. Auch darüber, warum die Kette eines Hebewerkzeugs riss, steht bislang nicht fest. Die Prüfung läuft.

Seilbahn-Zugspitze: Nächste Woche wird die Gondel vom Seil genommen

An diesem Nachmittag liegt der Fokus ausschließlich darauf, die Gondel sicher ins Tal zu bringen. Kein Kinderspiel. Das Laufwerk musste provisorisch instand gesetzt werden. Mit Einzelteilen eines Reservelaufwerks, das eigentlich bei großen Revisionen zum Einsatz kommen sollte, machten die Arbeiter die Kabine fahrtauglich – auf dem bestehenden Tragseil.

Ob dieses vollständig intakt ist, zeigt sich erst noch. Nächste Woche trifft ein Autokran ein, um die teilweise zertrümmerte Kabine inklusive Gehängearm und Laufwerk vom Seil zu heben. Nach dem gleichen Schema wie sie im vergangenen Jahr vor ihrer Jungfernfahrt montiert worden ist. Erst dann steht eine Untersuchung der Seile auf dem Programm. Der Zustand innen wie außen wird geprüft. Unter anderem mit einer magnetinduktiven Methode. Doch Lothes und Co. zeigen sich optimistisch in dieser bitteren Zeit. „Aktuell gibt es keine Anzeichen, dass etwas kaputt ist“, betont die Sprecherin.

Bleibt es dabei, beginnt die Wartezeit – bis die neue Gondel produziert ist. BZB, Garaventa und alle beteiligten Firmen wollen alles daran setzen, betont Lothes, dass bis Ende dieses Jahres wieder Gäste mit der Seilbahn – statt wie derzeit ausschließlich mit der Zahnradbahn – auf die Zugspitze fahren können. Im Idealfall schon zu den Weihnachtsferien.

Nach gut zwei Stunden steht die Gondel still. Kurz vor der Talstation. Bis dorthin benötigte sie sonst gerade einmal zehn Minuten. Männer von der Seilbahnsachverständigenorganisation bereiten alles für die Einfahrt vor – für die allerletzten Meter der Unglücksgondel.

Anfang März ereignete sich an der Zugspitze ein Zwischenfall - allerdings auf Tiroler Seite: Dort saßen Menschen für mehrere Stunden in der Seilbahn fest und mussten gerettet werden. 

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