+
Das Abrams in Garmisch-Partenkirchen.

Flüchtlinge im Landkreis

Nach Söders Asyl-Plan: Abrams-Zukunft weiter unklar

Wie lange noch wird das Abrams-Gelände in Garmisch-Partenkirchen als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge genutzt? Auf diese Frage gibt es derzeit keine Antwort. 

Garmisch-Partenkirchen – Nun ist der Asylplan des neuen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) beschlossene Sache: Das Kabinett stimmte den Verschärfungen in der Asylpolitik zu. Etwa durch eigene Charterflügen für Abschiebungen und der Gründung von sieben so genannten Ankerzentren, die in jedem Regierungsbezirk entstehen sollen. In Oberbayern ist dabei die Dependance in Manching betroffen.

Was das für die weiteren Erstaufnahme-Einrichtungen des Bezirks bedeutet – dazu gehört auch das Abrams-Gelände in Garmisch-Partenkirchen – bleibt in diesen Tagen noch unklar. Seit rund eineinhalb Jahren ist die Regierung von Oberbayern für die Institution verantwortlich, kooperiert dabei in Sachen Gesundheit oder Geldausgabe mit dem Landratsamt. Aber weder dessen Sprecher Stephan Scharf noch die Pressestelle der Regierung wurden, wie es auf Tagblatt-Anfrage hieß, über Veränderungen oder Vorgehensweise informiert.

Die Marktgemeinde, die eigene Pläne für das Gelände hat, stehe nach Auskunft von Sprecherin Ute Leitner „in konstruktiven Austausch mit den Entscheidungsträgern und erwartet in naher Zukunft neue Erkenntnisse“.

Der Termin, bis wann die Einrichtung eigentlich aufgelöst werden sollte, ist in den vergangenen Jahren immer wieder verschoben worden. Nach der Hochphase der Flüchtlingskrise im Februar 2016 wurden auf dem Gelände immer weniger Flüchtlinge untergebracht. Im April dieses Jahres stieg ihre Zahl jedoch wieder auf 200 Menschen an. Eine Entwicklung, die dem Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat Martin Schröter (FDP) ein Dorn im Auge ist. Mit einigen Mitstreitern – darunter Christine Appler und Dr. Günther Bail – hat er einen so genannten Bürgerantrag auf den Weg gebracht. Damit soll die Schließung des Abrams als Flüchtlingseinrichtung gefordert werden. 300 Unterschriften braucht die Initiative, um den Antrag in den Gemeinderat zu bringen. Beschließen könnte das Gremium zwar eine solche Forderung, mehr als Worte wären dies aber nicht: Das Abrams-Gelände ging als ehemalige US-Liegenschaft in den Besitz des Bundes über – und liegt damit außerhalb des Wirkungskreises des Garmisch-Partenkirchner Gemeinderats. Das ist auch Schröter bewusst. Der Liberale betont aber: „Man muss kämpfen.“ Und den Druck vor Ort erhöhen, um in München etwas zu erreichen. Garmisch-Partenkirchen hat für 10 500 Quadratemeter auf dem Abrams-Gelände ein Vorkaufsrecht. Mithilfe der Leifheit-Millionen soll dort unter anderem Hochtechnologie aus dem Bereich Robotik angesiedelt werden. Geplant sind zudem ein Seniorenzentrum und eine Pflegeschule.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Spielerwahl für den Passion: Auf seine Finger schauten alle, jetzt ist Schluss
Es ist ein Ritual, das so nur die Oberammergauer verstehen. Kaum einem Moment wird mit solcher Hochspannung entgegengefiebert wie jenem Zeremoniell an der grünen Tafel, …
Spielerwahl für den Passion: Auf seine Finger schauten alle, jetzt ist Schluss
Grainau ohne Alternative: Wald soll Handwerkerhof weichen
Jahrelang wurde beraten, untersucht, geschaut. Will Grainau ein Gewerbegebiet ausweisen, sieht die Gemeinde nur eine Möglichkeit: Flächen an der B23. Dafür müsste das …
Grainau ohne Alternative: Wald soll Handwerkerhof weichen
Neustart: Suche nach Kioskbetreiber läuft
Das Hickhack um die künftige Gastronomie in der Murnauer Staffelsee-Bucht schlug hohe Wellen. Nun haben sich die Wogen geglättet. Die Marktgemeinde unternimmt einen …
Neustart: Suche nach Kioskbetreiber läuft
Streif-Sieger Dreßen von Athleten zu „Skisportler des Jahres“ gewählt
Die Auszeichnung „Skisportler des Jahres“ ist vor allem intern eine großartige Ehre für jeden Gewinner. In diesem Jahr trifft es Thomas Dreßen, der in Kitzbühel gewann.
Streif-Sieger Dreßen von Athleten zu „Skisportler des Jahres“ gewählt

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion