1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Garmisch-Partenkirchen

Das nächste Millionen-Projekt: BZB baut neuen Bahnhof

Erstellt:

Von: Tanja Brinkmann

Kommentare

null
Der neue Bahnhof (rot) entsteht auf Höhe des Eisstadions. Der Altbestand wird abgerissen. © Fellner

Die Vorarbeiten laufen bereits, im Sommer soll endgültig mit dem Bau des neuen BZB-Bahnhofs begonnen werden. Sieben bis acht Millionen Euro kalkulieren die Vorstände dafür ein. Zweimal erwartet die Fahrgäste ein Schienenersatzverkehr, das erste Mal nach den Osterferien.

Garmisch-Partenkirchen – Ein Millionen-Projekt jagt das nächste bei der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Nach der Seilbahn Zugspitze, die mit 50 Millionen Euro zu Buche geschlagen hat, stellen die Verantwortlichen des Bergbahn-Unternehmens jetzt die Weichen für den Neubau des Bahnhofs in Garmisch-Partenkirchen. „Wir müssen investieren, um am Ball zu bleiben“, sagt Technischer Vorstand Peter Huber. Dabei verweist er auch darauf, dass „die Geschäfte gut laufen und der Schuldenstand schon wieder gesunken ist“. Daher bereitet ihm und seinem Vorstandskollegen Matthias Stauch das aktuelle Vorhaben überhaupt keine Kopfzerbrechen. Sieben bis acht Millionen Euro kalkuliert Stauch, der Kaufmann in der Führungsetage, dafür ein. „Die Gleise sind noch eine unsichere Größe.“

Mit der Entsorgung von altem Schienenmaterial ist dieses Projekt bereits Ende 2018 angelaufen. Die Fahrgäste werden allerdings erst nach den Osterferien mitbekommen, dass an der Olympiastraße kräftig gearbeitet wird. „In den sechs Wochen bis Pfingsten richten wir einen Schienenersatzverkehr ein – voraussichtlich bis zum Kreuzeck“, kündigt Huber an. In dieser Zeit steht die notwendige Sanierung der Gleise in der Eisstadion-Kurve auf dem Plan. „Die macht uns seit vielen Jahren Schwierigkeiten.“ Der sumpfige, nasse Untergrund führe immer wieder dazu, dass sich die Schienen verschieben. Parallel zu dieser Sanierung werde die künftige Gleisführung vorbereitet, die zum neuen Bahnhof auf Höhe des Eisstadions passen muss.

Überdachter Wartebereich schützt vor Sonne und Regen

Der Bauantrag ist längst von der Regierung von Oberbayern genehmigt. Nur für die neue Fassadengestaltung fehlt noch grünes Licht, das Huber allerdings Mitte Februar erwartet. „Wir beginnen jetzt mit den Ausschreibungen.“ Neu an dem Bahnhof, mit dem in diesem Sommer begonnen wird, ist das zweite Gleis. „Es kann immer sein, dass ein Zug warten muss oder einer defekt ist.“ Die Ausweich-Stelle für diesen Fall findet sich dann im Bahnhof und nicht wie jetzt – aktuell liegt sie auf Höhe des Eisstadions – gut 200 Meter entfernt.

Das ist ein Vorteil, den auch Stauch sieht. Ein weiterer sei der künftig überdachte Wartebereich. „Unsere Gäste müssen nicht mehr in der prallen Sonne oder im Regen stehen“, ergänzt Huber. Im Erdgeschoss kommen neben einem offenen Kassen- und Informationsschalter WC-Anlagen und Technikräume unter. „Die Verwaltung zieht in die oberen beiden Stockwerke“, sagt Stauch. „Dann haben wir endlich genügend Platz.“ Zur Erinnerung: Im Altbestand von 1930, der in den 1950er Jahren aufgestockt und verändert worden war, finden schon lange nicht mehr alle Kollegen Platz. Das Marketing-Team etwa arbeitet bereits in Containern, andere sind unterm Dach untergebracht. Wahrlich keine optimalen Bedingungen.

BZB-Vorstände können sich Bau eines Personalhauses vorstellen 

Ehe der neue Bahnhof in Betrieb geht, müssen die BZB-Kunden im Herbst 2020 noch einmal mit Schienenersatzverkehr rechnen. „Dann werden endgültig die neuen Gleise mit dem Bahnsteig gebaut“, erklärt Huber. Läuft alles nach Plan, können die ersten Fahrgäste im Dezember 2020 vom Standort am Eisstadion aus starten. Der Umzug der Verwaltung passiert dann sukzessive. Maßgeblich war, während der Bauphase das bisherige Verwaltungsgebäude weiter nutzen zu können und keinen übergangsweisen Behelfsbau zu benötigen. Durch die Zurückverlegung der Gleise um etwa 100 Meter werden zudem Flächen frei, die teilweise als Parkareal, teilweise aber auch anderweitig genutzt werden können.

„Da ist die Gemeinde gefragt“, sagt Huber, „die muss die Weichen für die künftige Bebauung stellen.“ Ob die BZB angrenzend an den Bahnhof ein Hotel errichten will, steht bislang nicht fest. „Alles ist so geplant, dass das möglich wäre.“

Neben der Frage, wo Gruppen unterkommen, treibt ihn und seinen Kollegen die nach geeigneten Wohnungen für Mitarbeiter um. „Allein in der Gastronomie haben wir über 100 Leute“, unterstreicht Stauch. Schon jetzt werden teilweise Ferienwohnungen angemietet, um sie unterzubringen. „Das ist ein Thema, das uns sehr stark beschäftigt.“ Auch vor dem Hintergrund, neue Kräfte zu gewinnen. Deshalb können sich die beiden Vorstände langfristig durchaus den Bau eines Personalhauses vorstellen.

Auch interessant

Kommentare