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Grün oder Rot?: Derzeit ist nicht klar, ob es bald wieder Monatstickets geben wird.

Klage noch nicht ausgeschlossen

Nächste Runde im Tiefgaragen-Zwist: Partenkirchner Initiative setzt ein Zeichen

Die Nutzer der Tiefgarage Badgasse geben nicht auf: Sie wollen die Monatstickets wieder zurück. Dafür wurden nun Unterschriften gesammelt.

Garmisch-Partenkirchen –Mehr als 100 Unterschriften Einheimischer sind inzwischen aus dem Ortsteil Partenkirchen für die Wiedereinführung von Monatstickets in der Tiefgarage Badgasse zusammengekommen. Rechtsanwalt Christian Langhorst hat diese Initiative auf den Weg gebracht und hofft nun, dass die schriftliche Unterstützung aus der breiten Bürgerschaft Wirkung bei der Marktgemeinde zeigt: „Es wäre sinnvoll, wenn der Hauptausschuss in seiner nächsten Sitzung die Entscheidung über die Monatstickets noch einmal überdenkt“, sagt Langhorst.

Die Marktgemeinde bestätigt den Eingang von 130 Unterschriften, unter denen auch einige von auswärtigen Unterstützern zu finden sind. „Der Markt Garmisch-Partenkirchen nimmt die Beschwerden ernst“, heißt es aus dem Rathaus, was sich auch schon an der Tatsache zeige, „dass sich der Hauptausschuss erneut mit der Thematik befassen wird“. Die nächste Gremiumssitzung findet am 3. April statt.

Jurist Langhorst hat beobachtet und bereits mit einer Fotoserie dokumentiert, wie die Auslastung der Tiefgarage durch die veränderten Tarife deutlich nachgelassen hat: „Es stehen kaum noch Autos dort.“ Langhorst geht von etwa 30 bis 40 Parkern aus, die bis Ende Januar noch ein Monatsticket genutzt hatten und nun größtenteils woanders ihr Auto abstellen: „Insgesamt sind das so zwischen 1200 bis 1600 Euro pro Monat“, rechnet Langhorst vor.

Bisherige Parker meiden inzwischen die Tiefgarage

Die Einbußen für die Gemeinde sind durch die Entscheidung des Hauptausschusses nicht von der Hand zu weisen. Und für die Bürger ist die Situation ohnehin schlechter geworden: Die Parker, die vor der Tarifänderung ein Monatsticket nutzten, weichen inzwischen auf mitunter von ihrer Wohnung recht weit entfernte Nebenstraßen aus und meiden die Tiefgarage aus Spargründen.

40 Euro kostete ein Monatsticket, für die gleiche Leistung müssten bei einer Tagesgebühr von aktuell fünf Euro insgesamt 150 Euro pro Monat berappt werden. „Das ist einfach zu viel“, sagt Langhorst, der wie andere Bürger aus Partenkirchen aber im Zwist mit der Gemeinde Verhandlungsbereitschaft signalisiert: 50 Euro würden die Nutzer der Initiative im Falle einer Wiedereinführung für das Monatsticket schon zahlen.

Langhorst hofft insofern auf eine Entscheidung der Vernunft im Sinne von Gemeinde und Bürger. Aus diesem Grund hat er zunächst auch Abstand vom Rechtsweg vor das Verwaltungsgericht genommen. Der Jurist geht zwar immer noch davon aus, dass der Hauptausschuss nicht befugt war, die Entscheidung zur Ticket-Abschaffung zu treffen, will aber den Verlauf der Hauptausschuss-Sitzung Anfang April abwarten. Sollte das Gremium die Wiedereinführung der Monatstickets beschließen, hat sich die mögliche Klage für ihn definitiv erledigt: Falls nicht, wird er eine entsprechende Schrift vorbereiten und zudem einen Bürgerantrag zur Wiedereinführung der Monatstickets an den Gemeinderat stellen.

Nico Schwarze

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