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Ein richtiges Straßenfest war der Faschingszug durch Garmisch.

Narrisches Straßenfest im Garmischer Zentrum

Teufels Küche, Altweibermühle, Schreckkabinett und jede Menge Gaudi: Der Faschingszug im Ortsteil Garmisch war eine Freude für Jung und Alt.

Garmisch-Partenkirchen„Alt zwing ma’s nei, jung rutscht’s raus“ versprach das Plakat am Festwagen mit der „Altweibermühle“. Gnade derjenigen, die die starken Müllerburschen am Straßenrand zu fassen bekamen und einfach kopfüber in den Schacht stopften. Heil und per Rutsche kamen jedenfalls alle wieder raus. Auch wer auf den Fahrrad-Sarganhänger eine Runde mitkurven musste, ins Schreckkabinett gelotst wurde oder im Kerker von Burg Schreckenstein eine Weile aushielt, hatte eine Mordsgaudi. Und ein Stamperl Obstler auf den Schreck kam manchmal gerade recht. Der Garmischer Fosenacht-Umzug mit Start am Josefsplatz, über Zugspitzstraße, Marienplatz, durch die Fußgängerzone zum Richard-Strauss-Platz kam nur langsam voran und wurde immer mehr zum Straßenfest.

„Diesmal ist richtig viel geboten“, meinte Gabi Hofmann-Wörmann erfreut, die mit ihren Freundinnen gekommen war. Die Garmischer Musikkapelle in tierischen Kostümen, Fußgruppen mit Teufeln und Hexen, die Bäcker der „Werdenfelser Backstub’n“, die den Teig auf den Rücken der Zuschauer ausrollten und alle mit Mehl bestäubten, sowie der Grainauer Fasnachtsverein, neben der Weibermühle mit Disney-Wagen, Märchenfiguren und Trommler-Gruppe dabei, sorgten für jede Menge Spaß.

Den Kindern freilich gefiel vor allem, dass sie Süßigkeiten sammeln konnten. „Ich habe schon ganz viel“, sagte der sechsjährige Leon und zeigte auf den mitgebrachten Beutel, den seine Mama halten durfte. „Bei uns gibt es nicht so viel Faschingstrubel. Wir finden’s prima“, betonte Angela Schmidt, die in Plauen im Vogtland zu Hause ist. Mit ihrer Familie verbringt sie gerade ein paar Urlaubstage unter der Alpspitze.

Großer Fosenachts-Umzug: Bilder vom Narrischen Straßenfest in Garmisch

Neben Gaudi-Angeboten aller Art, wie „Abriss-Skihütte“ oder Rodeo-Saloon wurde auch die Lokalpolitik aufs Korn genommen. Der „Werdenfelser TörlenKOM“–Wagen ließ offen, ob künftig per Buschtrommel oder Funkmast gesendet werden würde. „Nachtleben mit Rundum-Sorglos an der Lagerhausstraße“ versprach die Werbung an der schmucklosen Hauswand auf einem anderen Gefährt. Die hiesigen Vereine, Stammtische und Gruppen hatten sich mit Organisator Marco Wanke eine Menge einfallen lassen. Vor allem der Maschkera-Nachwuchs sorgte dafür, dass mit Schellenrührern, Unterberger Manderl oder Bärenführer auch die Tradition nicht zu kurz kam. Ohnehin trugen die meisten Aktiven wunderschön geschnitzte Holzlarven, andere hatten mit Schminke nicht gespart. Insgesamt ein gelungenes Garmischer Fosenacht-Straßenfest. 

 
Margot Schäfer

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