Nazi-Vergleich bei Olympia-Verhandlungen

Garmisch-Partenkirchen – Die Vermittlung der Staatsregierung im Grundstücksstreit um Olympia 2018 bleibt schwierig.

Bei einem ergebnislosen Treffen zwischen einigen Grundbesitzern und Staatskanzleichef Siegfried Schneider am Wochenende in Garmisch-Partenkirchen kam es zum Eklat. Nach Informationen unserer Zeitung verglich ein Vertreter der Eigentümer die Flächensuche der Olympia-Befürworter mit den mehrfachen Enteignungen während der Nazi-Diktatur. Schneider wies das mit Nachdruck zurück.

Schneider versucht seit Wochen in intensiver Pendel-Diplomatie, das teils schwer belastete Verhältnis zwischen den verschiedenen Gruppen der Grundeigentümer und der Politik zu verbessern. Mehrere Zwischenerfolge wurden erreicht, die Planungen angepasst. Das Gespräch mit jenen Grundeigentümern, die sich von einem Münchner Anwalt vertreten lassen, verlief jedoch nach Angaben mehrerer Teilnehmer in sehr aufgeheizter Atmosphäre – woran Zuhörer dem Anwalt seinen Anteil zusprechen.

Ob der Nazi-Vergleich ein rechtliches oder politisches Nachspiel hat, dürfte in den nächsten Tagen geklärt werden. Neben Schneider verfolgte auch der Landtagsabgeordnete Alfred Sauter, der als Jurist für die Bewerbungsgesellschaft mandatiert ist, das zweieinhalbstündige Treffen. Schneider bemüht sich dennoch um Deeskalation und will weitere Gespräche mit dem Anwalt und den Grundeigentümern führen. Zu dem Eklat hinter verschlossenen Türen wollte er sich auf Nachfrage nicht äußern.

matt/cd

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Kommentare