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Umweltausschuss stimmt einmütig für Verzicht

Nein zu Glyphosat auf Landkreis-Flächen - Endgültiger Beschluss steht noch aus

Chemiekeule tabu: Der Umweltausschuss des Kreistags hat sich nun gegen den Einsatz des Herbizids ausgesprochen. Einige Gemeinden verzichten schon auf den Einsatz von Glyphosat auf ihren Flächen.

Landkreis – Die Situation nennt Georg Buchwieser (Bündnis 90/Die Grünen) „dramatisch. Wir sind verpflichtet, das zu korrigieren“. Er meint damit den Verlust der Artenvielfalt. Um gegenzusteuern, beantragte die Kreistagsfraktion der Grünen, dass der Landkreis auf Glyphosat verzichtet. Das Herbizid ist sehr umstritten. Dennoch stimmten die EU-Mitgliedstaaten Ende 2017 für die erneute Zulassung des Wirkstoffs für fünf Jahre.

Das Thema kam jetzt im Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss des Kreistags auf den Tisch. Um es vorwegzunehmen: Die Mitglieder befürworteten im Landgasthof Herzogin Anna in Schwaiganger einmütig den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Demnach verzichtet der Landkreis auf allen seinen Flächen darauf, chemische Pflanzenschutzmittel einschließlich Glyphosat zu verwenden. Er achtet auch im Hinblick auf Pachtverträge darauf. Dienstleister, die der Landkreis beauftragt, dürfen ebenfalls keine Herbizide einsetzen. Es gibt Ausnahmen. Aber lediglich in Einzelfällen und nur dann, wenn Neophyten wie etwa das Kreuzkraut bekämpft werden müssen und vorher eine herkömmliche/manuelle Behandlung nicht klappte. Darüber hinaus empfiehlt der Landkreis den Kommunen, Herbizide nicht mehr zu verwenden. Und man will darauf hinwirken, dass auch auf privaten und kirchlichen Flächen keine eingesetzt werden.

Die Verwaltung soll sich zudem bei der Bundeswehr, der Deutschen Bahn, der Zugspitzbahn, dem Straßenbauamt und der Autobahndirektion erkundigen, welche Mittel zur Flächenpflege verwendet werden und in welchem Umfang. Kreisausschuss und Kreistag müssen noch zustimmen.

Enrico Corongiu (SPD) wies darauf hin, dass Glyphosat nicht das alleinige Problem sei. Er nannte auch Neonicotinoide, die den Bienen schwer zu schaffen machen. „Man muss Kante zeigen“, betonte der Mittenwalder. „Die Wirtschaft ist mächtig.“ Biobauer Rudi Kühn (ÖDP) störte sich an der Bezeichnung Pflanzenschutzmittel. „Das sind Pflanzengifte, das muss man richtig benennen.“ Der Markt Murnau verzichtet seit Kurzem auf den Einsatz von Herbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat. Auch die Gemeinde Oberau tut das – Grainau ebenfalls, wie Bürgermeister und Kreisrat Stephan Märkl (CSU) anmerkte. „Es ist ein bissl Mehraufwand, aber es läuft recht gut.“ Zudem beschloss der Ohlstädter Gemeinderat am Mittwochabend, auf die Chemiekeule künftig zu verzichten.

Roland Lory

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