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Tückische Hindernisse müssen die Rennfahrer zur Freude der zahlreichen Zuschauer überwinden.

„Tour de Baddakurch“ begeistert zahlreiche Zuschauer

Nerven, Schmalz und jede Menge Gaudi

Ohne Reifen zur „Tour de Baddakurch“ – eine Herausforderung, der sich am Sonntag 69 tollkühne Athleten gestellt haben. Besonders die tückischen Hindernissen, die es zu meistern galt, begeisterten die zahlreichen Zuschauer an der Strecke.

Garmisch-Partenkirchen – „Manda und Weiber, auf geht’s!“, schreit Ansager Wolfi Hostmann – und hunderte Zuschauer am Partenkirchner Kirchplatz jubeln. Von den Trachtlern und den Schützen bis hin zum Mütterverein und sogar dem Kirchenchor begaben sich gestern Nachmittag 23 Dreier-Teams mit 69 vom Mexikaner bis zum alten Germanen und vom Männerballett bis zum Motorrad-Rocker originell maskierten Athleten bei der „Tour de Badakurch“ auf klapprigen reifenlosen Fahrrad-Oldtimern auf die Strecke. 300 vorwiegend recht steile Meter vom Kirchplatz bis hinauf zum Floriansbrunnen, geziert mit Hindernissen, die tückischer nicht sein können, galt es zu überwinden: Erst eine Straßenschranke, wie sie normalerweise der Absperrung von Forstwegen dient, sodann ein holpriger Knüppeldamm im Slalom zwischen Fichtenbäumchen, eine hinterfotzig wackelnde Wippe und schließlich am Antonibrunnen ein Schießstand, an dem es galt, möglichst viele mit Politker-Konterfeis beklebte Büchsen abzuschießen. „Lokalpolitisches Büchsenwerfen“, nannten das die Veranstalter richtig vornehm.

Je nachdem, ob die heimischen Radl-Sportler mit ihren reifenlosen Rennfahrzeugen all diese Hindernisse bewältigten, gab’s ebenso Punktabzug oder -zugewinn. Bewertet wurde zudem die Attraktivität der Maskierungen. „A bissla haarig muaß es doch sei“, hatte Mitorganisator Hansjörg Ostermeir, vulgo Wani, vorgegeben. „Raala-Tret’n alloa waar doch z’wiani.“

Ein Riesenspaß so ein Fasenachts-Rennerts im Kurort „Badakurch“, zumal von der frechen Zuschauerschar auch besonders freundliche Anfeuerungsrufe erschollen: „Ja, wia lang brauchst du denn no?“ war noch die höflichste Frage. Gröber ging’s schon her, wenn neben „Tempo, Tempo“-Rufen auch Alter und Geschlecht ins Spiel kamen: „Weiber halt!“ oder „Senioren-Club!“ Da waren Toni Witting und Matthias Wackerle, die Moderatoren am Start, schon höflicher: „Macht s’ as guad“, wünschte der eine. „Ihr schafft’s es scho“, verhieß der andere.

Fasching auf Drahteseln: Die Bilder zum Gaudi-Radlrennen in Partenkirchen

Bereits zum Auftakt waren die mutigen Werdenfelser Stahlross-Sportler dem Anlass gemäß hinter der Partenkirchner Musikkapelle von der oberen Ludwigstraße zum Kirchplatz marschiert, wo sie von viel jubelndem und erfreulicherweise stark maskiertem Volk begrüßt wurden. Da stand sodann die Vermessung auf dem Plan: erst das Gesamtgewicht des Trios, sodann ein Anti-Doping-Test samt Kontroll-Foto (für die spätere Ehrenurkunde) und abschließend ein Schnaps. Schließlich der Start, revolverkrachend vorgenommen vom Feuerwehrkommandanten Klaus Straub und ab ging’s auf die holprige Rennpiste. „Die nicht nur Nerven abverlangt hat“, wie eine Teilnehmerin heftig schnaufend mitteilte, „sondern auch Kraft, ganz schön viel Schmalz“.

Später dann im Werdenfelser Hof die von der Musikkapelle festlich umrahmte und schier olympiareife Preisverteilung, denn an die drei Siegerteams wurden ja schließlich auch Edelmetall verliehen. Ums nicht zu vergessen: Auch dem ganz normalen Fasenachtstreiben ließ man zwischendurch Zeit, als mitten im Rennen die Schellenrührer auftauchten und ein Männerballett einen originellen Schweinderltanz aufführte.

Wolfgang Kaiser

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