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Perfekte Kulisse: Vor dem Festakt starten zwei Gleitschirmflieger vor der neuen Bergwachthütte am Kreuzeck.

Neue Bergwacht-Diensthütte am Kreuzeck

Beste Bedingungen für die Retter

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Ein wahres Schmuckstück hat die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen am Kreuzeck geschaffen. Die neue Hütte, in die sehr viel Eigenleistung und 160 000 Euro geflossen sind, kommt nicht nur den hiesigen Rettern zugute. Vielmehr nutzen sie insgesamt zehn Bereitschaften für den Winterdienst.

Garmisch-Partenkirchen – Bärig, einfach nur bärig – unzählige Male fielen am Samstagvormittag diese Worte. Und jeder, der die neue Bergwachthütte am Kreuzeck betrat, konnte nur zustimmen. Auf gut 1600 Metern Höhe ist ein wahres Schmuckstück entstanden. Eines, das freilich nicht nur durch die ansprechende Ausstattung, sondern vor allem durch Funktionalität besticht. Was die Bereitschaft Garmisch-Partenkirchen mit viel Eigenleistung und der Unterstützung zahlreicher Sponsoren hingestellt hat, ist etwas ganz Besonderes. Logisch, dass die Einweihung groß gefeiert wurde. Zumal die Bereitschaft mit ihren 150 Mitgliedern, darunter über 100 aktive, noch einen zweiten Grund hatte: ihr 90-jähriges Bestehen.

160 000 Euro kostete der Neubau – eine gewaltige Summe, die die Ehrenamtlichen selbstverständlich nicht allein stemmen mussten. „Wir waren äußerst positiv überrascht, wie toll uns die Garmisch-Partenkirchner unterstützt haben“, betonte Bereitschaftsleiter Andreas Dahlmeier. „Aber auch zahlreiche Institutionen sind hinter uns gestanden.“ Das beweisen die unzähligen Spenden und Zuschüsse, die für die gute Sache eingegangen sind. Neben vielen, die sich statt Geschenken zum Geburtstag einen Beitrag für die Bergwacht gewünscht hatten, waren unter anderem der Landkreis mit 30 000, die Marktgemeinde mit 15 000 und der Aussicht auf mehr, sollte noch etwas fehlen, der Lions-Club Garmisch-Partenkirchen mit 10 000 und die Bürgerstiftung Mehrwert mit 5000 Euro. Zwei hob Dahlmeier trotzdem besonders heraus: Die Familie Bokor vom Kreuzeckhaus, die die freiwilligen Handwerker jeden Tag mit Kaffee versorgt hatte, und Florian Dörfler. Der Grainauer war nicht nur zur Stelle, als es um die Zufahrt und das Fundament ging. Der Chef der Alpinen-Tiefbau-Firma erwies sich als regelrechter Problemlöser. „Wenn wir gerätselt haben, wie wir etwas hinbekommen, ist er gekommen“ – und schon gab’s einen Weg, um weiterzumachen.

Für die musikalische Umrahmung der Einweihung, bei der auch das 90-jährige Bestehen der Bereitschaft gefeiert wird, sorgen (v. l.) Hannes Zollner sowie Luis und Anton Höger.

Die Entscheidung zum Neubau hatten sich die Retter nicht leicht gemacht. „Wir haben uns in der alten Hütte wohlgefühlt“, sagt der Bereitschaftsleiter. Das Gebäude aus den 1950er Jahren entsprach aber längst nicht mehr den Anforderungen. Spätestens seit der Eröffnung der neuen Kreuzeckbahn habe sich im Skigebiet viel verändert. „Unser Stützpunkt hier ist im Mittelpunkt des Classic-Gebiets. Wir mussten etwas tun.“ Das Ergebnis kommt nicht nur den Garmisch-Partenkirchnern zugute, sondern allen Bereitschaften, die sich den Winterdienst teilen. Dazu gehören Krün, Grainau, Oberau, Ohlstadt, Murnau, Weilheim, Penzberg, Benediktbeuern und München. Stellvertretend für sie erklärte Sepp Lohr (Bergwacht Oberau): „Wir wünschen uns weiterhin eine so gute Zusammenarbeit, jetzt nur an einem besseren Ort.“

Einweihung des Stützpunktes am Kreuzeck - das sind die Bilder

In der etwas größeren Diensthütte gibt’s nun nicht nur den zentralen Raum mit einem großem Tisch und einer Ecke mit Funk und allem, was sonst noch im Ernstfall nötig ist, sondern auch ein kleines Behandlungszimmer, in dem kleinere Wehwehchen sofort versorgt werden können. „Weg vom Trubel, das war uns wichtig“, betont Dahlmeier. Neu ist auch die Garage für Skidoos, Akias und alles sonst, was bislang immer abends zurück in die Hütte geräumt werden musste. Wohl auch deshalb gab’s im Altbestand Probleme mit Feuchtigkeit. Dazu kam die mangelhafte Dämmung.

Für die musikalische Umrahmung der Einweihung, bei der auch das 90-jährige Bestehen der Bereitschaft gefeiert wird, sorgen (v. l.) Hannes Zollner sowie Luis und Anton Höger.

All das ist Geschichte. Schon in der Wintersaison 2016/17 konnten die Retter ihr neues Domizil nutzen. Und waren äußerst zufrieden. Im Frühjahr hatten sie noch die Außenanlagen vollendet und müssen nun nur mehr einige Flächen begrünen. Dazu sowie zu ihrem unermüdlichen Einsatz gratulierten zahlreiche Festredner sowie Dekan Andreas Lackermeier und Pfarrer Manfred Reitlinger. Ihnen allen sprach Landrat Anton Speer (Freie Wähler) aus der Seele, der „allen Einsatzkräften immer eine glückliche Rückkehr wünschte“. Die Männer und Frauen der Bergwacht sind längst rund um die Uhr gefordert, daran erinnerte Zweiter Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU). Und das nicht nur im Winter von nächtlichen Tourengehern und Rodlern, sondern auch von Mountainbikern im Sommer.

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