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Die neuen Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen: Rosi Mittermaier und Christian Neureuther.

Festakt im Richard-Strauss-Institut

Neue Ehrenbürger: Rosi Mittermaier und Christian Neureuther

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Die ehemaligen Ski-Rennfahrer Rosi Mittermaier (68) und Christian Neureuther (70) sind zu Ehrenbürgern von Garmisch-Partenkirchen ernannt worden. 

Garmisch-Partenkirchen - So haben sie sich‘s gewünscht: Inmitten von Familie und Freunden hat Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer am Samstag Rosi Mittermaier und Christian Neureuther die Ehrenbürgerwürde verliehen. Der Festakt fand im Richard-Strauss-Institut statt und wurde von klassischer sowie bayerischer Musik umrahmt.  Für Meierhofer sind die beiden ehemaligen Ski-Rennfahrer „die besten Botschafter, die man sich für unseren Ort wünschen kann“.

Neue Ehrenbürger: Schöner Platz für die Urkunden wird noch gesucht

Im Goldenen Buch des Marktes Garmisch-Partenkirchen verewigt sich Rosi Mittermaier – beobachtet von Christian Neureuther und Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer.

Wo, weiß er noch nicht. Sicher ist aber, dass sie einen Ehrenplatz erhalten. Begeistert schaut Christian Neureuther die liebevoll gestalteten Ehrenbürger-Urkunden an, die ihm und seiner Frau Rosi Mittermaier am Samstag im Richard-Strauss-Institut verliehen wurden. „Toll gemalt“ lobt er das Werk von Anton Buchwieser, der wieder einmal sehr persönliche, auf die früheren Skirennfahrer abgestimmte Unikate geschaffen hat. Besonders gefällt Neureuther, dass der Künstler Ga und Pa, die Maskottchen der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen, darauf verewigt hat. Da passt einfach alles – die Urkunden genau wie der festliche Rahmen, in dem das Ehepaar gewürdigt wird.

„So haben wir’s uns gewünscht“, sagte der 70-Jährige. Inmitten von Familie – Tochter Ameli und Enkel Oskar saßen neben ihnen in der ersten Reihe –, engen Freunden, etlichen Mitgliedern des Gemeinderats und Ehrenbürger Pfarrer i.R. Franz Sand nahmen er und seine Frau die Ehrung entgegen. Dazu kam die musikalische Mischung, mit der Alexander Liebreich, Künstlerischer Leiter des Richard-Strauss-Festivals, den beiden einen weiteren Wunsch erfüllte: Klassisch und bayerisch sollte es sein. „Das macht unser Land aus“, meinte Mittermaier. Genau das zeige sich auch bei großen Sportveranstaltungen, die stets Kultur und Brauchtum beleuchten. Das Miteinander ist’s, das ihr am Herzen liegt. „Das müssen wir auch an unsere Kinder weitergeben.“

Volksmusik und Klassik für Mittermaier und Neureuther

Mit dem Pianisten Saleem Abboud Ashkar, der zwei Préludes von Claude Debussy darbot, erfüllte Liebreich den klassischen Part. Martin Biermaier (Diatonische), Matthias Klöck (Gitarre) und Thomas Streitel (Bass) sorgten für die Volksmusik – und ernteten dafür genau wie Ashkar viel Applaus. Den perfekten Mix aus beidem lieferten Jan Mrácek (Violine), Tobias Reifland (Viola) und Marcin Zdunik (Violoncello). Die „Rising Stars“, drei Mitglieder der Internationalen Richard-Strauss-Akademie, spielten eine Variation des Komponisten auf das Stückl „’s Dirndl is harb auf mi“. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie tief Strauss in seiner Werdenfelser Wahlheimat verwurzelt war. „Das zeigt sich auch bei ,Till Eulenspiegels lustige Streiche‘“, sagte Liebreich. „Da hört man die Jodler raus.“

Nur ein Wunsch wurde Neureuther nicht erfüllt, da die drei Musiker gleich nach ihrem Auftritt weiterproben mussten: Die Noten, die Strauss im Gästebuch seines Großvaters in Gerold hinterlassen hatte, spielten sie dem neuen Ehrenbürger am Samstag nicht vor. Wird sicher nachgeholt, sodass er den musikalischen Gruß des Meisters bald hören wird. Der Künstler war damals bei Neureuthers Großvater in Behandlung gewesen. Der habe seinem Vater geraten, dem berühmten Mann unbedingt auch einmal eine Spritze zu verpassen, „da könnte er dann erzählen, dass er Richard Strauss gespritzt hat“, erinnerte sich Neureuther. Das ist nur eine Verbindung zwischen dem Garmisch-Partenkirchner und dem Ort, an dem er und seine Frau geehrt wurden. Eine weitere ist die historische Villa selbst. Jetzt ist dort das Strauss-Institut untergebracht, früher aber hatte sie den SC Partenkirchen beherbergt. „Außerdem hat der Felix hier geheiratet“, ergänzte Neureuther die Liste.

Neue Ehrenbürger: Auszeichnung ist laut Bürgermeisterin „ungewöhnlich“

Überzeugen mit einer Strauss-Variation: (v. l.) Jan Mrácek, Tobias Reifland und Marcin Zdunik.

Die Auszeichnung, die Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) ihm und Mittermaier überreichte, „ist ungewöhnlich“. Eine, die Emotionen weckt. Derart im Heimatort gewürdigt zu werden, „hat eine ganz andere Dimension, eine besondere Tiefe“. Auch künftig wollen er und seine Frau für Garmisch-Partenkirchen da sein, den Namen des Marktes in die Welt hinaustragen und sich einbringen, wenn sie gebraucht werden. Der frühere Slalom-Spezialist beließ es aber nicht bei diesem Versprechen. Aus Freude über die Ehrenbürgerwürde kündigte er eine großzügige Spende in Höhe von 10 000 Euro an die landkreisweit aktive Bürgerstiftung Mehrwert an.

Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde selbst nannte Meierhofer eine Premiere. „Zum ersten Mal wird ein Ehepaar am gleichen Tag damit bedacht.“ Für die tiefe Verbundenheit der beiden früheren Ski-Rennfahrer mit dem Ort sei sie sehr dankbar. „Unverstellt, ohne Starallüren zeigen sie immer mit viel Herzblut ihre Liebe zu unserer Gemeinde, ihren Menschen, der Natur und auch der Kultur“, unterstrich die Bürgermeisterin. „Wir können uns keine besseren Botschafter für Garmisch-Partenkirchen vorstellen.“ Zumal Neureuther und Mittermaier neben ihrem karitativen Engagement auch stets bei Vorhaben, die ihnen wichtig sind, Gesicht zeigen. Meierhofer hob unter anderem die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011 und die Olympia-Bewerbung hervor.

Gerade aus Letzterer habe er viel gelernt, räumte Neureuther ein. Auch er sieht im Nachhinein die dafür erforderlichen Eingriffe kritisch. „Die Balance zwischen Natur und Tourismus im Ort ist gut. Dadurch hat sich auch eine Qualität entwickelt.“ Trotzdem brauche der Ort Leuchtturm-Projekte, wie die neue Seilbahn Zugspitze. „Das müssen wir uns leisten.“

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