Kübelweise tote Fische: Otto Oswald erinnert sich mit Schrecken an die dramatischen Bilder, die sich ihm im September an der Kanker boten. foto: sehr-Archiv

Neue Forellen für die Kanker

Garmisch-Partenkirchen - Die Ermittlungen, wer für das dramatische Fischsterben in der Kanker verantwortlich ist, stehen vor ihrem Abschluss. Die Burgrainer Fischer planen derweil, neue Forellen einzusetzen.

Diese Bilder vergisst er nicht, sie haben sich tief in seinem Gedächtnis eingebrannt. Hunderte toter Bachforellen, elendiglich verendet in der Kanker mussten Otto Oswald, Vorsitzender des Fischereivereins Burgrain, und seine Kameraden im September in dem Wildbach einsammeln. Etwa die Hälfte des Bestands war vernichtet worden - offenbar durch ein scharfes Reinigungsmittel, das am Klinikum Garmisch-Partenkirchen in den Wildbach eingeleitet worden war (wir berichteten). Wie es zu dem Unglück kommen konnte beschäftigte seither die Staatsanwaltschaft München II. „Es ging um den Verdacht der fahrlässigen Gewässerverunreinigung“, bestätigt Behördensprecher Ken Heidenreich. Die Ermittlungen seien zwar bereits abgeschlossen, ehe aber nicht alle Beteiligten über den Ausgang informiert worden seien, „kann ich mich noch nicht äußern“.

Nicht nur Oswald wartet gespannt auf dieses Ergebnis, auch Peter Lenz ist interessiert daran, endlich zu erfahren, „wer was zu verantworten hat“. Die Aufklärung des Vorfalls liegt dem Geschäftsführer des Klinikums sehr am Herzen - auch um eine Wiederholung auszuschließen. Sein Bedauern hatte er den Fischern gleich mitgeteilt, als das dramatische Ausmaß der Gewässerverschmutzung bekannt geworden war. „Außerdem habe ich Herrn Oswald gesagt, dass er sich an uns wenden kann, wenn es um eine Ersatzbeschaffung geht“, betont Lenz. Das Krankenhaus würde quasi in Vorleistung gehen, auch wenn der Verursacher noch nicht endgültig feststeht: „Wir würden vorerst einspringen, schließlich ist das Ganze von unserem Gelände ausgegangen.“

Oswald schätzt, dass im September gut 1500 Fische verendet sind. „Der Schaden beläuft sich auf 3000 bis 5000 Euro. Was im Bach sonst noch kaputt gegangen ist, kann ich nicht sagen.“ Je nach Witterung würden Ende März/Anfang April junge Tiere gesetzt - etwa 600 Einsömmerige, die 10 bis 15 Zentimeter groß sind, und genau so viele Zweisömmerige, die schon bis zu 25 Zentimeter erreicht haben. Nachdem allerdings an der Kanker nach wie vor die Hochwasserverbauung läuft, ist für den Burgrainer klar, „dass wir nur im Oberlauf Fische einsetzen können“.

Von Tanja Brinkmann

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