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So sieht er aus: der digitale Urlaubsassistent Loisl. 

Neue Info-Plattform für Touristen

Loisl, der digitale Urlaubsbegleiter: Irgendwann auch ein Helfer gegen das Verkehrschaos?

  • Katharina Bromberger
    vonKatharina Bromberger
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Garmisch-Partenkirchen, Grainau und die Tiroler Zugspitzarena setzen auf einen digitalen Urlaubsassistenten. Sein Name: Loisl. Doch verspricht man sich noch weit mehr von ihm als umfangreiche individuelle Tipps für Urlauber. Er soll bei einem wichtigen Problem helfen. 

Garmisch-Partenkirchen – Der Loisl. Er trägt grünen Hut, Schnurrbart. Ein Hemd mit einem rot- und einem blau-karierten Kragen. Er hat riesige braune Augen und braune Haare. Und er weiß verdammt viel. Über Garmisch-Partenkirchen sowie Grainau, ihre Sehenswürdigkeiten, ihr Abendprogramm. Genauso über die Angebote in Lermoos oder Ehrwald. Über Zug- und Busverbindungen, über das Wetter. Über empfehlenswerte Wandertouren. Nur Alois sollte man ihn nicht nennen. So heißt er nicht. Loisl kommt von der Loisach.

Dahinter steckt der digitale Urlaubsassistent, den GaPa-Tourismus, Grainau sowie sieben Orte der Tiroler Zugspitz-Arena ab sofort ihren Gästen bieten. Loisl bietet Urlaubern touristische Informationen, abgestimmt auf ihre persönlichen Interessen und die Aufenthaltsdauer. Doch Michael Gerber, Geschäftsführer von GaPa-Tourismus, erhofft sich mehr von dieser Anwendung. Irgendwann soll Loisl helfen, das Verkehrsproblem an schönen Wochenenden zu entschärfen.

Persönliches Profil erstellen, persönliche Angaben für Urlaub online erhalten

Aktuell bekommt der Gast nach der Buchung einer Unterkunft einen Link. Online erstellt er, sofern gewünscht, sein persönliches Profil, geschützt durch ein Passwort. Über Filter gibt der Gast Loisl Informationen zu individuellen Interessen während des Urlaubs. Loisl versorgt ihn entsprechend der Angaben bereits zwei Wochen vor Start der Reise beispielsweise mit Veranstaltungs- und/oder Tourentipps in der Region. Wer möchte, erstellt sich daraus eine Merkliste für Aktivitäten vor Ort.

Gefördert wird die Web-App, die nicht auf das Smartphone heruntergeladen werden muss und damit keinen Speicherplatz verbraucht, aus dem Interreg-Programm Österreich-Bayern. Dahinter steht die Idee, grenzüberschreitende Kooperationen zu fördern. Daher auch sein Name Loisl – nachdem die Loisach in der Tiroler Zugspitz-Arena entspringt und auf ihrem Weg in die Isar auch Grainau und Garmisch-Partenkirchen passiert. „Das ist eine Top-Plattform mit vielen Möglichkeiten“, betont Gerber. Diese jedoch seien bei Weitem nicht ausgeschöpft.

Das Ziel: Digigitaler Urlaubsassistent soll helfen, Besucherströme zu lenken und Chaos zu vermeiden

In ein paar Wochen soll Loisl auch für Tagesgäste unabhängig einer Hotelbuchung zur Verfügung stehen – der erste Schritt für eine weitere entscheidende Funktion: Langfristig will Gerber Loisl für die Besucherlenkung nutzen. Damit spricht der Tourismus-Chef von Garmisch-Partenkirchen ein sensibles Thema an: Chaos an den Wochenenden, verstopfte Straßen, überfüllte Parkplätze, überlaufene Touristenattraktionen. Langfristig, so wünscht es sich Gerber, zeigt Loisl den Besuchern beispielsweise die Wartezeit am Eingang zur Partnachklamm an. Muss er zwei Stunden anstehen, sucht sich der Besucher womöglich ein anderes, ruhigeres Ziel. In einem nächsten Schritt soll Loisl hierfür gleich Alternativen vorschlagen. „Es geht darum, Besucherströme zu entzerren“, sagt Gerber. Dasselbe gilt für Parkplätze: Ist einer besetzt, nennt Loisl im Optimalfall weitere Möglichkeiten, das Auto abzustellen.

Dafür aber fehlen einige Voraussetzungen. Vor allem die digitale Infrastruktur. Noch gibt es nicht einmal eine zentrale Parkraumbewirtschaftung, also eine allgemeine Lösung für Gebühren auf den Stellplätzen. „Ich wage keine Prognose, bis Loisl das alles kann“, sagt Gerber. Auch nicht, wie sehr es am Ende hilft. Denn der digitale Begleiter kann die Informationen nur zur Verfügung stellen. „Die Frage ist dann: Glaubt sie der Gast?“ Und folgt er Loisls Empfehlungen? Eine berechtigte Frage angesichts der aktuellen Situation: Obwohl digitale Schilder in Garmisch und Partenkirchen den Gästen einen vollen Parkplatz am Eibsee melden, fahren sie dennoch weiter nach Grainau, versuchen ihr Glück. Und landen im Verkehrschaos – beziehungsweise verursachen es erst.

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