Noch ist die Jugendherberge am Bahnhof eine Baustelle.

Am 26. Dezember eröffnet das „Moun10“

Neue Jugendherberge in Garmisch-Partenkirchen: Porzellan-Geschirr statt Blechkannen

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Mit der Jugendherberge Moun10 am Garmisch-Partenkirchner Bahnhof will der DJH-Landesverband Urlaub in der Budget-Klasse revolutionieren. Offiziell eröffnet wird am 26. Dezember.

Garmisch-Partenkirchen – Durchgelegene Matratzen in Dreifach-Stockbetten und Hagebuttentee in der Blechkanne: Dieses Bild geistert immer noch durch viele Köpfe, wenn von einer Jugendherberge die Rede ist. In Wahrheit können sich sogar manche gehobene Hotelbetriebe von diesen häufig Hostels genannten Häusern eine Scheibe abschneiden. Mit dem Moun10 wird am 26. Dezember ein Vorzeigeprojekt für die Zukunft der Budget-Gästehäuser eingeweiht und eine neue Ära einläuten.

Nur mehr 60 Prozent Kinder und Jugendliche in den Herbergen

Das Hostel soll genauso „cool und lässig“ werden wie sein Marketing. Zur Erinnerung: Im Vorfeld tollten junge Sportler als Werbegag auf der Baustelle herum, übernachteten sogar im Rohbau und führten darüber ein Video-Tagebuch (wir berichteten). Auch die Zielgruppe ist eine andere im Gegensatz zur schon bestehenden Burgrainer Unterkunft. Zwar machen Kinder und Jugendliche immer noch das Kerngeschäft von Jugendherbergen aus. „Ihr Anteil beträgt aber nur mehr 60 Prozent“, erklärt der ehemalige Landesverband-Präsident Gerhard Koller (72). Er übergab bei der Jahreshauptversammlung in Burgrain seinen Vorsitz an Klaus Umbach. In dem neuen Garmisch-Partenkirchner Hostel sollen vermehrt „Einzelreisende, Familien und kleine Sportgruppen übernachten“, sagt Michael Gößl, Vorstand des Landesverbandes Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH). In 194 Betten verteilt auf 54 Räume mit Dusche und WC werden sie unterkommen. Die Zwei- bis Sechs-Bett-Zimmer verfügen über Doppel- und Stockbetten. Neben einer Tiefgarage wird auch „ein umfangreiches Frühstück“ geboten. Die Anbindung sei einfach „perfekt“, sagt Gößl. Direkt am Bahnhof bietet der Standort eine sehr gute Ausgangslage für sämtliche Sportmöglichkeiten. Ziel ist es, Tagesausflügler in der Umgebung zu halten, statt sie am Abend wieder nach Hause zu schicken. 

Moun10 ergänzt die bestehende Jugendherberge in Burgrain

Der neue Präsident Klaus Umbach (M.) und die beiden Vorstände Winfried Nesensohn (l.) und Michael Gößl.

Das schicke Moun10 am Bahnhof Garmisch-Partenkirchen wird die bestehende Herberge in der Burgrainer Jochstraße ergänzen, aber keine Konkurrenz darstellen, versichert Gößl. Denn in der neuen Bleibe im Zentrum werden im Unterschied zu den anderen 40 verbandseigenen Jugendherbergen „keine pädagogischen Programme angeboten“. Das bedeutet, die Betreiber legen den Fokus auf ein hochmodernes Garni-Haus mit Sauna-Bereich, 360 Grad-Sonnenterrasse, Bar, Lounge und einem hauseigenen Geschäft. Die Vorstände des Landesverbandes sehen deshalb optimistisch in die Zukunft. „Wir rechnen 2019 mit einer Auslastung von 45 Prozent“, sagt Vorstand Winfried Nesensohn. Das wären 33 000 Übernachtungen. In drei Jahren soll auf eine 60-prozentige Auslastung hingearbeitet werden, was 44 000 Übernachtungen bedeuten würden. Dass „großes Potenzial“ vorhanden ist, zeigen die Zahlen der Herberge in Burgrain. Hier liegt der Anteil an Schulklassen nur mehr bei 41 Prozent. Immer mehr Familien entdecken die preisgünstigen Unterkünfte für sich. Ganze 34 Prozent aller Übernachtungen 2017 sind ihnen zuzuschreiben. Insgesamt verbrachten im vergangenen Jahr 13 000 Gäste 40 896 Nächte in den 207 Betten – eine Auslastung von 54,1 Prozent. Auch für Garmisch-Partenkirchen bedeutet das einen finanziellen Zugewinn. „Rund 2,7 Millionen Euro haben unsere Gäste vergangenes Jahr im Ort ausgegeben“, sagt Nesensohn. „38 Euro am Tag pro Person.“

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