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Video: „Seilbahn Zugspitze“ am Donnerstag feierlich eröffnet

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Von: Tanja Brinkmann

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Die neue „Seilbahn Zugspitze“ ist eine technische Meisterleistung der Superlative. Peter Huber erklärt das gigantische Bauprojekt, dessen Umsetzung bereits seit den 80er-Jahren konzpiert wurde.

Update 12.15 Uhr: Zuvor hatte es den kirchlichen Segen durch Münchens Erzbischof Kardinal Reinhard Marx und die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler gegeben.

Für die Staatsregierung nahmen Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aigner, Innenminister Joachim Herrmann und Umweltministerin Ulrike Scharf (alle CSU) an der Eröffnung teil. Aigner sprach von einer architektonischen und ingenieurmäßigen Glanzleistung, die Seilbahn der Superlative pünktlich fertiggestellt zu haben.

Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD) als Aufsichtsratschefin der Zugspitzbahn AG sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die auf 50 Millionen Euro veranschlagten Baukosten um lediglich rund fünf Prozent überschritten worden seien. Kein Cent Steuergeld sei in den Bau geflossen.

Rosi Mittermeier (l.), Susanne Breit-Keßler und Christian Neureuther bei der Eröffnung
Rosi Mittermeier (l.), Susanne Breit-Keßler und Christian Neureuther bei der Eröffnung © Tanja Brinkmann

Die neue Seilbahn wartet mit drei Weltrekorden auf. Mit 3213 Metern Abstand von der einzigen Stütze bis zur Bergstation ist die zu überwindende Entfernung so groß wie bei keiner anderen Seilbahn. Einzigartig ist auch der Höhenunterschied von 1945 Metern zwischen Tal- und Bergstation. Und keine andere Pendelbahn der Welt hat mit 127 Metern eine derart hohe Stahlbaustütze. Die neue Seilbahn löst auf fast derselben Trasse die 1963 eröffnete Eibsee-Seilbahn ab. Während die im Frühjahr stillgelegte alte Bahn maximal 240 Gäste pro Stunde befördern konnte, schafft die neue bis zu 580 Gipfelstürmer.

Peter Huber steht unter Strom. Heute geht die neue „Seilbahn Zugspitze“ in Betrieb. Ein gigantisches Bauprojekt, das den technischen Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn seit den 1980er-Jahren beschäftigt. Warum so lange? „Es hat sich ja keiner -rangetraut“, raunt Huber. Die alte Eibsee-Seilbahn war schon lange an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Maximal 260 Passagiere pro Stunde brachte sie auf den Gipfel der Zugspitze. An manchen Tagen standen aber 700 Menschen an der Talstation an. „Und die waren noch geduldiger als die Gäste heute“, erinnert sich Huber. 

Ideen, die Anlage zu erneuern, gab’s im Lauf der Jahre viele. Vor allem aus technischen Gründen wurden sie immer wieder verschoben. „Seit ich bei der Zugspitzbahn bin, habe ich viele Bauprojekte begleitet“, sagt der 62-Jährige. Dass er die neue Seilbahn-Zugspitze noch zu dieser Liste hinzufügen kann, daran hat Huber schon nicht mehr geglaubt. 

Auch nicht, als er und der kaufmännische Vorstand Matthias Stauch vor sechs Jahren den Auftrag erhielten, Lösungen zu suchen. Unter vier Augen hatte ihn Wotan Lichtmeß, Vorstand der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, damals gefragt, ob er sich’s zutraue. Hubers Antwort folgte prompt: „Wenn die Gemeindewerke als Eigentümer der Zugspitzbahn und der Aufsichtsrat dahinterstehen, probieren wir’s.“ 2012 gab’s grünes Licht. 

Seither passierte Huber einen Meilenstein nach dem anderen. Einer der letzten: die erste Fahrt mit der neuen Seilbahn. Da gerät auch der sonst eher nüchterne Garmisch-Partenkirchner ins Schwärmen. „Beeindruckend“ sei’s gewesen, vor allem der „sensationelle Ausblick“ aus der rundum verglasten Kabine. Den Neubau verfolgte Huber meist persönlich von der Talstation am Eibsee aus. Das Gefühl war und ist gut. „Alles lief planmäßig. Jeder Tag, an dem sich was bewegt hat, war eine Genugtuung“, erzählt Huber. Das Einhängen der Kabinen Ende Oktober zählte dazu. Oder die erste Bewegung der Bahn. 

„Alles lief planmäßig. Jeder Tag, an dem sich was bewegt hat, war eine Genugtuung“, erzählt Huber
„Alles lief planmäßig. Jeder Tag, an dem sich was bewegt hat, war eine Genugtuung“, erzählt Huber. © dpa

Stolz ist Huber auch darauf, dass es keine schweren Unfälle auf Deutschlands höchster Baustelle gab. Den größten Schaden nahm das Gipfelkreuz. Die Kette eines Krans traf es und brach einen Teil des Strahlenkranzes ab. Seit Anfang Dezember steht das Kreuz repariert wieder auf dem Gipfel. Sein persönliches Fest feierte Peter Huber bereits Anfang Juli. Als die 127 Meter hohe Stütze errichtet war, da hisste er an dem Stahlkoloss eine weißblaue Fahne. Auf dieses Symbol legt Huber großen Wert: „Schließlich sind wir eine bayerische Bahn.“ 

Neue Zugspitz-Seilbahn: In zehn Minuten auf fast 3000 m

Die neue „Seilbahn Zugspitze“ - eine technische Meisterleistung der Superlative. Schon die 1963 in Betrieb genommene Eibsee-Bahn hatte einen Weltrekord für Pendelseilbahnen: die mit fast 2000 Metern größte Höhendifferenz in nur einem Fahrabschnitt. Nun kommen zwei neue Rekorde dazu. 

Lesen Sie hier Daten und Fakten zur Mega-Seilbahn und was Sie als Fahrgast wissen sollten: 

Fakten zum Bau

Die Seilbahn der Rekorde im Überblick.

Technische Daten

Zeiten und Preise 

Andere Bahnen auf die Zugspitze 

Die Seilbahn der Tiroler Zugspitzbahn und die Zahnradbahn der Bayerischen Zugspitzbahn setzen ihren Betrieb unverändert fort

Video: Glomex

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