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Dank der Tagesmütter glücklich (hinten, v.l.): Ulrike Leimig (Gleichstellung), Bettina Kostalek (Frühe Hilfen), Katharina Ritter (Tagesmutter), Stephan Märte (Amt für Kinder, Jugend und Familie), Landrat Anton Speer, Katja Schlecht (Frau und Beruf GmbH), Magdalena Pucko (Kinderbüro) Lisa Loth (Zugspitz Region), Martin Schäfer (Jugendamt), Rosa Hochschwarzer (Frau und Beruf GmbH); (v.v.l.) die Tagesmütter Anna Bierbichler, Gabriele Laczko, Sabine Kopp mit Sabine Gerlach (Frau und Beruf GmbH) und die Tagesmütter Beate Königer und Sandra Funk. 

Ausstellung im Landratsamt

Neue Tagesmütter und Tagesväter gesucht

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Das Arbeitsleben ist heutzutage hart und fordernd. Mit einer Wanderausstellung im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen sollen engagierte Menschen gefunden werden, die sich künftig als Tagesmutter oder Tagesvater engagieren. Ihre Aufgabe ist es, sich außerhalb der Öffnungszeiten von Kindergärten und Schulen um die Mädchen und Buben kümmern.

Garmisch-Partenkirchen –Es ist ein Problem der heutigen Zeit: Eine junge Frau absolviert nach der schulischen Laufbahn eine Ausbildung oder ein Studium. Bestens qualifiziert will sie sich beruflich selbst verwirklichen.

Eine Schwangerschaft – ob gewollt oder nicht – kann viel durcheinanderbringen und teilweise ganze Karriere-Pläne hinfällig machen. Ähnlich verhält es sich auch bei Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sein müssen, um finanziell über die Runden zu kommen. Genau hier greift das vom Bundesfamilienministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Programm „KitaPlus“ den Eltern unter die Arme.

Natürlich gibt es Kindergärten und Ganztagsschulen im Landkreis. Die Idee hinter dem Programm ist aber, das Angebot an Kinderbetreuung individuell zu erweitern. Tagesmütter und -väter kümmern sich vor und nach den Öffnungszeiten der Kindergärten um die Kleinen. Etwa ab 6 Uhr morgens oder bis 22 Uhr abends kann das Kind in qualifizierte Hände abgegeben werden. Denn das bisherige zeitliche Angebot reicht für viele Berufstätige nicht aus. Vor allem für jene, „die Schichtarbeit leisten oder am Wochenende arbeiten müssen“, wie Katja Schlecht erklärt. Sie ist Designerin der Wanderausstellung der Frau und Beruf GmbH, die noch bis zum heutigen Donnerstag im Foyer des Landratsamts in Garmisch-Partenkirchen zu sehen ist. „Das Marketing ist individuell auf den Landkreis zugeschnitten“, erklärt sie.

So blicken zwei fröhliche Kinder von den Plakaten. Neue Flyer und in Kürze auch ein überarbeiteter Internetauftritt sollen das Programm bekannter machen. Lausdirndl und Lausbua steht in bunten Lettern darauf. Die klare Botschaft: „Fast so schön wie zuhause“ soll es für die Schützlinge sein.

Mit dieser Werbe-Taktik sollen gleich zwei Zielgruppen angesprochen werden: „Zum einen wollen wir weiter Vertrauen bei den Eltern schaffen“, erklärt Christine Nußhart von der Frau und Beruf GmbH. Zum anderen sollen mehr potentielle Tagesmütter oder -väter gefunden werden. Denn zu den bisherigen acht im Landkreis, die sich jeweils um bis zu fünf Kinder gleichzeitig kümmern, sollen weitere hinzukommen.

„Die Anfrage ist enorm“, sagt Nußhart. Es herrsche ein „hoher und stetig wachsender Bedarf“ im Landkreis. Kein Wunder, sind doch viele junge Eltern in der heimischen Gastronomie und Hotellerie tätig.

Umso mehr kämpfen die Verantwortlichen um eine Fortführung dieses erfolgreichen Projekts. Denn im Dezember 2018 findet das zweijährige Programm sein Ende: Dann gibt es seitens des Bundesfamilienministeriums keine Förderungen mehr. Bisher finanzierte der Bund im Zuge des Programms Aufwendungen, Marketing-Maßnahmen und Anschaffungen mit. „Hier finden momentan Gespräche mit dem Landratsamt statt“, sagt auch Sabine Gerlach von der Frau und Beruf GmbH. Denn ab Januar 2019 müsste das Landratsamt diese Betreuungs-Erweiterung alleine stemmen.

Dennoch ist man aufgrund des bisherigen Erfolgs guter Dinge, versichert Gerlach. „Früher, bevor es dieses Angebot gab, konnten manche Elternteile ihre Berufe gar nicht erst ausführen.“

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