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Ein Komplex mit 32 Ferienwohnungen soll an der Alleestraße gegenüber der Werdenfelserei entstehen.

Grünes Licht für neuen Ferienwohnungskomplex in Garmisch-Partenkirchen

Wellen-Bau überzeugt auch Konservative

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32 Ferienwohnungen samt Wellnessbereich sollen gegenüber der Werdenfelserei an der Alleestraße entstehen. Die Pläne dafür existieren es seit Langem. Jetzt hat der Bauausschuss grünes Licht für die Umsetzung gegeben.

Garmisch-Partenkirchen – Der Entwurf ist nicht neu – zumindest nicht für einen Teil der Bauausschuss-Mitglieder. Schon 2013 hatte sich das Gremium mit dem Komplex beschäftigt, der an der Alleestraße in Garmisch-Partenkirchen entstehen soll. Damals war es als Bettenhaus und Wellnessbereich für das Hotel geplant, das Investor Franz Hummel gegenüber auf dem früheren Bichlerhof-Areal errichten wollte. Das Objekt kam an. „Es hat gut gefallen“, erinnert sich Markus Gehrle-Neff, stellvertretender Bauamtsleiter. Nachdem aber Hummel zwei Jahre später eine Absage für seine Pläne kassiert hatte, verabschiedete er sich auch von diesem Vorhaben und verkaufte die Fläche. Allerdings nicht einfach so, sondern mit der Prämisse, besagten Baukörper auch zu realisieren. Das macht Sinn, schließlich liegt das Areal mitten im Sondergebiet Tourismus. Deshalb plant der neue Besitzer auch einen Komplex mit 32 Ferienwohnungen zwischen Alleestraße und Loisach. Den Entwurf, den Architekt Peter Höldrich gefertigt hatte, übernimmt er dafür gerne.

Die einzige Änderung, die jetzt bei der neuerlichen Bauvoranfrage zur Sprache kam, betreffe die Gastronomie, erklärte Gehrle-Neff. „Die entfällt.“ Nachdem die Familie Erhardt in der Werdenfelserei gegenüber ein breites gastronomisches Angebot vorhalten wird, „macht das auch Sinn“, betont Höldrich. Sein erklärtes Ziel ist schließlich, dass sich das Boutiquehotel und der Ferienwohnungskomplex ergänzen. Die dafür erforderliche Befreiung von einer eigenen Gastronomie erteilte der Bauausschuss einhellig. Somit stimmen Höldrichs Entwürfe zwar weiterhin, werden aber im Erdgeschoss um das Restaurant samt Terrasse reduziert.

Um zu verhindern, dass die Ferienwohnungen langfristig in Eigentumseinheiten umgewandelt werden, baut die Marktgemeinde genau wie bei anderen Objekten dieser Art eine entsprechende Sicherheitsklausel ein. Verkauft werden dürfen somit Bauamtsleiter Jörg Hahn zufolge nur zehn Prozent der Nutzfläche. „Dieser Anteil ist üblich, sonst rechnet‘s sich nicht.“

Am Baukörper an sich, der durch seine Form den Schwung der Loisach aufgreift, und seiner Positionierung auf dem Areal störten sich die Ausschussmitglieder nicht. Das gewellte Dach passe aber nicht in die Ortsgestaltungssatzung, erklärte Gehrle-Neff. „Aus Sicht der Verwaltung ist das in diesem Bereich, in dem zwei herausragende Gebäude stehen, aber kein Problem.“ Damit konnte sich Ursula Höger (SPD) gar nicht anfreunden. „Das wirkt extrem exotisch, erinnert mich fast an die Oper von Sydney“, wandte sie ein. Um diese ungewöhnliche Konstruktion abzustimmen, forderte sie, den Gestaltungsbeirat einzuschalten. Nachdem dieser aber nicht von vornherein involviert würde, sah Alois Maderspacher (CSU) darin keinen Sinn. Zumal er, wie auch die Mehrheit des Gremiums in Höldrichs Entwurf „eine reizvolle Ergänzung“ zur Werdenfelserei sehen. „Ich bin ein konservativer Mensch“, räumte sein Fraktionskollege Hannes Biehler ein. „Aber das gefällt mir.“ Mit 8:3-Stimmen sprach sich das Gremium dagegen aus, den Gestaltungsbeirat einzuschalten, und segnete schließlich die Dachform mit 9:2-Stimmen ab.

Mit diesem Votum – „die Voranfrage war wichtig, um sicherzustellen, dass wir die Planung umsetzen können“, – macht sich Höldrich nun daran, den Bauantrag vorzubereiten. Zwei bis drei Monate veranschlagt er dafür. „Wenn alles gut läuft und wir Baufirmen finden, könnte es noch in diesem Jahr losgehen.“

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