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Ein Tag zum Feiern: Thomas Kirchleitner (2. v. r.) wird verabschiedet, Nachfolger Christian Langenmair (2. v. l.) willkommen geheißen. Auch Polizeipräsident Robert Kopp (l.) und seine Stellvertreterin Eva Schichl sind gekommen.

Kirchleitner verabschiedet, Langenmair eingeführt

Neuer Polizeichef in Garmisch-Partenkirchen mag Mentalität der Menschen

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Viele sind gekommen, um den Alten zu feiern und den Neuen zu begrüßen. Thomas Kirchleitner (57) wurde als Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen verabschiedet, sein Nachfolger Christian Langenmair (41) eingeführt. 

Garmisch-Partenkirchen – Thomas Kirchleitner mag Weisheiten und Zitate. Auch in seinem Büro in der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen hingen einige. Die hat er längst eingepackt, seit 1. November schon arbeitet er im Polizeipräsidium in Rosenheim. Zu seiner offiziellen Verabschiedung gestern aber hat er einen der Sätze noch einmal mitgebracht. Fußball-Trainer Jürgen Klopp hat ihn gesagt: „Es ist nicht wichtig, was die Leute über dich denken, wenn du kommst. Es ist wichtig, was die Leute von dir denken, wenn du gehst.“

Wunderbar, findet Christian Langenmair. Wenn Klopp recht hat, „kann ich jetzt gleich zum Kaffee marschieren“. Und zum Kuchenbüfett – das ist groß, da gäbe es viel zu tun. Aber er bleibt noch ein bisschen am Pult stehen. Schließlich sind die vielen Menschen im Raum des Landratsamtes – Politiker, Justizvertreter, Rettungskräfte und Polizeibeamte jedes Dienstgrades – nicht nur gekommen, um Kirchleitner (57) zu feiern. Sondern auch, um seinen Nachfolger als Dienststellenleiter der Inspektion Garmisch-Partenkirchen offiziell zu begrüßen.

Gleich per Du, ehrlich und direkt - „Das mag ich“, sagt Dienststellenleiter Langenmair 

Seine Antrittsrede gefällt. Langenmair lobt, wirkt engagiert und beweist Humor. Er versteht den Ton im Werdenfelser Land – entscheiden für eine „bürgernahe Polizei“, wie sie Kirchleitner immer gefordert und gefördert hat und wie Langenmair sie weiterhin fordern und fördern will. Der 41-jährige Polizeirat spricht die Sprache der Menschen – wenn auch nicht im Originaldialekt. Gebürtig kommt er aus Augsburg, seit vielen Jahren lebt er – mittlerweile mit Frau und fast dreijähriger Tochter – in Wolfratshausen, wo 1998 auch seine Polizeikarriere begonnen hat. Mentalität und Charakter der Menschen in der Region gefallen ihm. Er sagt, man komme hier schnell auf das Wesentliche. Man sei gleich per Du. In seinen ersten zweieinhalb Monaten hat er die Menschen zudem als direkt, in Teilen etwas schroff und vor allem ehrlich erlebt. „Das mag ich.“

Beim Neujahrsskispringen etwa hat er die Art kennengelernt. Als Einsatzleiter war er vor Ort. Von Nervosität keine Spur – warum auch? Das Sicherheitskonzept sei auf einem außerordentlich hohen Niveau in Garmisch-Partenkirchen. Kirchleitners Verdienst, der 2010 für die Alpinen Ski-WM geholt worden und über neun Jahre geblieben ist. Die Professionalität hat seinen Nachfolger sofort beeindruckt. Ebenso wie das Team, er spricht von „wahnsinnig guten Leuten“. Und von einer „außergewöhnlichen Kollegialität“, die jeder Redner hervorhebt.

Guter Ruf der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen im Kollegenkreis

Damit hat sich der offenbar gute Ruf der Inspektion in Polizeikreisen bestätigt. Er spielte bei Langenmairs Entscheidung, von Rosenheim – im Präsidium Oberbayern Süd arbeitete er zuletzt als stellvertretender Leiter des Sachgebiets Kriminalitätsbekämpfung – nach Garmisch-Partenkirchen zu wechseln, eine Rolle. Ebenso die vielen Veranstaltungen, darunter solche mit tausenden Besuchern wie das Skispringen, die Ski-Weltcup-Rennen und die BMW Motorrad Days, zudem die Nähe zu den Bergen und die Alpineinsätze.

Mit 100-prozentigem Engagement will er seine Aufgabe angehen – ganz in Kirchleitners Sinn. In seinen Abschiedsworten spricht er sich nochmals für eine Sicherheitswacht aus, die der Gemeinderat abgelehnt hat. „Ich bin absolut überzeugt von diesem Konzept“, sagt Langenmaier. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass es eine zweite Chance erhält.“

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