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Machen sich für Blumeninseln stark: (v. l.) Thomas Berger (Bündnis 90/Die Grünen), Initiatorin Marina Wolff-Bühring, Hans-Joachim Fünfstück (Landesbund für Vogelschutz) und Axel Doering (Bund Naturschutz). 

Naturschutz in Garmisch-Partenkirchen 

Neues Aktions-Bündnis für Blumeninseln nimmt Arbeit auf

Lebende Gärten, in denen sich Insekten und anderes Kleintier wohlfühlen, will das Aktionsbündnis „Blumeninseln jetzt für Garmisch-Partenkirchen“ schaffen. Ein erster schritt, um dieses Ziel zu erreichen, sind spezielle Samentüten. Die werden ab kommender Woche kostenlos verteilt.

Garmisch-Partenkirchen – Bunte Farbtupfer zwischen saftigem grünem Gras, summende Bienen und zirpende Grillen: Solche Eigenschaften zeichnen eine natürliche Wiese in den Augen des Aktionsbündnis’ „Blumeninseln jetzt für Garmisch-Partenkirchen“ aus. Denn: „Eine Wiese ist bunt, nicht grün“, sagt Axel Doering, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz (BN). Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) wollen die Mitwirkenden auf die aktuelle Bedrohung vieler Insekten speziell in der Region aufmerksam machen.

Die Idee dazu lieferte Marina Wolff-Bühring. Daraufhin trommelte sie weitere Personen zusammen, die sie bei ihrem Projekt unterstützen. Unter anderem Tessy Lödermann, Vorsitzende des Tierschutzvereins Garmisch-Partenkirchen. Diese habe sie nicht einmal fertig erzählen lassen, erinnert sich Wolff-Bühring. So flott sagte Lödermann zu. Schnell kamen weitere Politiker und andere Engagierte dazu. Eine Gruppe ebenso bunt wie das Ziel des Projekts: mehr lebende Gärten im Landkreis. Mit dem ersten Schritt visiert das Team Garmisch-Partenkirchen an. Ab Anfang Juni liegen die Samenpäckchen aus. Die darin enthaltenen Samen werden einfach im Garten oder in den Balkontöpfen ausgesät.

„Es besteht enormer Handlungsbedarf“, sagt Doering. Immer mehr Wiesen verschwinden durch Flächenversiegelung, sei es aufgrund der Landwirtschaft oder Neubauten. Somit verlieren kleine Lebewesen ihre Nahrungsquelle und auch ihre Heimat. 7367 von ihnen stehen auf der bundesweiten Roten Liste, ein Drittel davon ist gefährdet oder bereits ausgestorben. Ohne diese Insekten bricht ein Kreislauf zusammen, der nicht nur Tiere größerer Gattung betrifft, sondern auch den Menschen. Denn 80 Prozent seiner Nahrung kann nur durch Bestäubung entstehen.

Hans-Joachim Fünfstück, Leiter der Regionalgruppe des Landesbund für Vogelschutz (LBV), hat ein Motto: „Global denken, lokal handeln“. In der Region kann eine Bodenversiegelung schwerwiegende Folgen für die Landwirtschaft und den Tourismus haben. Als Beispiel nennt die Gruppe die Wiesen am Eckbauer, ein beliebtes Ausflugziel für Urlauber und Einheimische. Würden diese Weiden verschwinden, gingen damit circa 130 Pflanzensorten verloren.

Der Markt Garmisch-Partenkirchen hat zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt schon erste Schritte unternommen. Seit vergangenem Jahr werden die Ränder an den Wanderwegen erst ab dem 1. Juli gemäht, um das Ausblühen und Aussamen der Pflanzen zu ermöglichen. Weitere Aktionen sind geplant.

„Wir wollen die Menschen sensibilisieren, ihnen die Augen öffnen“, betont Fünfstück. Spaziergänger sollen aufmerksam durch die Natur wandern, die Flora und Fauna wertschätzen und „sehen, wenn es fehlt“. Und vielleicht nehmen sie die wilden Wiesen als Inspiration für die Gestaltung des eigenen Gartens her. Denn auch ein naturbelassener Garten hat seine Reize.

Die Samenpäckchen

können ab kommender Woche kostenlos in den Geschäftsstellen von Bund Naturschutz (Schnitzschulstraße 18) und Landesbund für Vogelschutz (Gsteigstraße 43) sowie in der Volkshochschule Garmisch-Partenkirchen (Burgstraße 21) abgeholt werden.

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