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Steht noch vor einer ungewissen Zukunft: das Kongresshaus am Richard-Strauss-Platz.

Nächstes Konzept schon am Reifen

Neues Kongresshaus am Eissportzentrum? So stehen die Kommunalpolitiker zum CSB-Vorschlag

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Die Standortfrage beim Kongresshaus scheidet die Geister:  SPD, Freie Wähler und Grün-Unabhängige Fraktion sehen Schnittmengen mit dem CSB-Vorschlag. So geht‘s nicht allen. 

Garmisch-Partenkirchen – Mit ihrer Idee, einen Kongresshaus-Neubau in der Nähe des Olympia-Eissportzentrums zu realisieren und am jetzigen Standort am Richard-Strauss-Platz durch einen Investor ein Fünf-Sterne-Hotel hochziehen zu lassen, hat das Christlich Soziale Bündnis (CSB) die Diskussion um dieses Dauerthema neu befeuert. Dem Ältestenrat, dem alle Fraktionssprecher der im Gemeinderat vertretenen Parteien sowie Meierhofer und ihr Stellvertreter Wolfgang Bauer (CSU) angehören, wollte CSB-Fraktionsvorsitzender Florian Hilleprandt am Dienstag die Pläne vorstellen. Dazu ist es nicht gekommen: Weil GaPa-Tourismus und die Rechtsformänderung die beherrschenden Diskussionspunkte waren, blieb für anderes keine Zeit.

Hilleprandt hat mit diesem Vorschlag, der aus der Feder von Ex-Bürgermeister Thomas Schmid, von 2002 bis 2008 für die CSU im Amt, danach bis 2014 für das CSB, nicht alle politischen Parteien im Gemeinderat überrascht. Florian Möckl, Chef der Freien Wähler, weiß schon seit Ende des Jahres davon. Er besitzt einen ausgezeichneten Draht zu Horst Hofbauer, der Büros in Seehausen, Murnau und München betreibt. Der Städteplaner und das CSB haben die Schmid-Idee gemeinsam aus der Deponie der gescheiterten Kongresshaus-Konzepte geholt und recycelt. „Herr Hofbauer ist ein Freier Wähler und hat sich mit mir darüber unterhalten.“ Möckl ist „dankbar dafür, dass wir Alternativen bekommen. Es darf keine Denkverbote geben“. Er sieht durchaus die Möglichkeit, gemeinsam mit dem CSB zu marschieren. Immerhin waren beide Gruppierungen von 2008 bis 2014 in einer Art Koalition verbandelt. „Wir haben beim Kongresshaus immer ähnlich gedacht.“ Die Pläne, es am Eisstadion anzusiedeln und am bisherigen Standort ein Luxus-Hotel zu bauen, kamen bei einer Bürgerbefragung 2012 nicht gut an. Die Mehrzahl der Garmisch-Partenkirchner votierte dagegen. Möckl sieht das nicht mehr als Problem. „Menschen ändern ab und zu ihre Meinung.“

Dr. Stephan Thiel und Alexandra Roos-Teitscheid, die die Grün-Unabhängige Fraktion bilden, haben sich zum Kongresshaus ihre eigenen Gedanken gemacht. Physiker Thiel und Gymnasiallehrerin Roos-Teitscheid sehen zwischen ihrem Konzept, das sich erst in der Findungsphase befindet und nicht vor Mitte Februar spruchreif ist, und dem des CSB „gewisse Schnittmengen“. Thiel zufolge muss das Kongresshaus „nicht da stehen, wo es jetzt steht“. 15 Millionen Euro für die Ertüchtigung des Brandschutzes im Bestands-Gebäude auszugeben, nennt er „ rausgeschmissenes Geld“. Die Kultur will er am jetzigen Standort erhalten, auch einen Konzertsaal kann er sich vorstellen. Eine Prognose zu den Kosten weigert er sich abzugeben. „Dazu müssen wir uns erst mit Experten beraten.“ Ein Hotel sehen er und Roos-Teitscheid skeptisch.

Über alle Alternativen kann sich Robert Allmann vorstellen zu reden. Der Chef der SPD-Gemeinderatsfraktion findet den CSB-Vorschlag „nicht schlecht“. Er will allerdings abwarten, was die Finanzberechnung des Architekturbüros Henchion & Reuter ergeben, das den Wettbewerb für Um- und Teilneubau des Kongresshauses für sich entschieden hatte, und dann die Situation „abschließend bewerten“. Zuletzt waren bis zu 38 Millionen Euro genannt worden. Eine Summe, da sind sich die meisten Kommunalpolitiker einig, die den Kostenrahmen sprengt.

Als „zu dürftig“ bezeichnet CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch die Informationen, die sie über die CSB-Idee („olle Kamellen“) hat, um sich eine Stellungnahme zu erlauben. Ihr Standpunkt ist seit Jahren festgemauert: „Unser Kongresshaus muss ortsmittig stehen bleiben. Dort gehört es hin.“ Und damit liegt sie – man lese und staune – auf einer Wellenlänge mit Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Die fühlt sich an die Bürgerbefragung „gebunden“. Und sie denkt an die Einzelhändler in der Garmischer Fußgängerzone. „Die profitieren von den Kongressen.“ Nach ihrem Eindruck besteht im Gemeinderat keine Mehrheit für das CSB-Projekt.

Kritisch sieht auch Lotto Bayern, das die Spielbank in Garmisch-Partenkirchen betreibt, die CSB-Gedankenspiele. Hilleprandt und Co. wollen das Casino in dem Luxus-Hotel unterbringen. Josef Müller, Vizepräsident der Staatlichen Lotterieverwaltung, hat davon aus dieser Zeitung erfahren und soll dem Vernehmen nach aus allen Wolken gefallen sein. Müller, Ehrengast beim Galaabend aus Anlass des alpinen Herren-Weltcups, der traditionell in den Räumen der Spielbank stattfindet, soll sich Kommunalpolitikern gegenüber erstaunt geäußert haben, dass niemand mit ihm gesprochen hat. Außerdem fühle man sich in dem Gebäude am Michael-Ende-Platz sehr wohl.

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