Neujahrsempfang

Von Verantwortung und Zusammenhalt

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Rückblick und Ausblick nehmen beim Neujahrsempfang von Marktgemeinde und dem George- C.-Marshall-Center breiten Raum ein. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer spricht viel vom Zusammenhalt der Gesellschaft und über ihre Lieblingsthemen.

Garmisch-Partenkirchen – Im Saal Werdenfels waren noch Stühle frei. Gefühlt mehr als in den vergangenen Jahren. Es wäre noch Platz für mehr Honoratioren gewesen, vor allem für mehr Gemeinderäte, von denen die meisten durch Abwesenheit glänzten. „Das ist mir auch aufgefallen“, sagte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Alle seien eingeladen gewesen, „einige haben sich entschuldigt“. Die Gäste, die gekommen waren, hatten ihr gutes Gewand aus dem Schrank geholt, Militär und Polizei die Gala-Uniform angelegt, das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr spielte schmissige Weisen und Nationalhymnen. Hinterher gab es ein warmes Buffet, Häppchen und Gespräche in kleinen Gruppen. Alles war dem Anlass angemessen. Der Markt Garmisch-Partenkirchen und das George-C.-Marshall-Center hatten zum gemeinsamen Neujahrs-Empfang geladen. Und es gab die obligatorischen Reden. Eine von Meierhofer, eine von Generalleutnant a. D. Keith W. Dayton, dem Chef des Marshall-Centers.

Für Meierhofer stellte der Abend die perfekte Gelegenheit dar, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu thematisieren. Ein Paradebeispiel für sie: die Schneemassen, die in den zurückliegenden Wochen für eine Ausnahmesituation gesorgt hatten und das Verhalten der Bürger. Neben viel Kritik an den Mitarbeitern der Gemeinde habe es auch zahlreiche helfende Hände und auch Lob gegeben. Sie appellierte daran, dass dieses Zusammenstehen „auch in weniger dramatischen Zeiten wieder salonfähiger wird. Dass sich die Menschen – frei nach J. F. Kennedy – öfter einmal fragen: Was kann ich für die Gesellschaft tun, wo kann ich selbst Verantwortung übernehmen?“

Meierhofer sprach viel von Verantwortung und von Pflicht- und freiwilligen Aufgaben: von denen einer Bürgermeisterin und des Gemeinderats. Breiten Raum nahmen ihre Lieblingsthemen ein: die Verkehrssituation im Ort, das Radverkehrskonzept und das Kongresshaus. Man habe zwar den Öffentlichen Personennahverkehr durch einen Taktfahrplan attraktiver gestaltet, „leider ist die Resonanz darauf gering“. Zudem versuche man, das Fahrradfahren attraktiver zu gestalten. „Mir persönlich ist es wirklich eine Herzensangelegenheit, den motorisierten Verkehr zu reduzieren – zum Wohl der Umwelt und zur Steigerung unserer Lebensqualität. Dabei kommen wir allerdings um einige, auf den ersten Blick unpopuläre Entscheidungen nicht herum. Auch das hat viel mit Verantwortung zu tun.“ Den breitesten Raum in ihrer Rede nahm das Kongresshaus ein. Meierhofer und das Gros des Gemeinderats haben sich für Abriss und Neubau entschlossen. Diese Entscheidung verteidigte sie leidenschaftlich und nannte noch einmal die Gründe, die dafür sprechen.

Einblicke in die Arbeit des Marshall-Centers vermittelte Ex-General Dayton. 2018 sei ein gutes Jahr für seine Einrichtung gewesen, „2019 dürfte noch besser. Wir werden von Berlin und Washington stark unterstützt“. Dayton, der zudem als leitender Berater der US-Regierung für Sicherheitsfragen in der Ukraine fungiert, machte aber zudem deutlich, dass auf das Marshall-Center auch Herausforderungen warten – internationale und regionale. Womöglich wird ein Teil der Artillery Kaserne an die Bundesrepublik zurückgegeben. Da ist nach Angaben Daytons das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen. „Wir haben eine Lösung, arbeiten aber daran, diese Entscheidung rückgängig zu machen oder zu verschieben, bis Deutschland 2020 die Regierungsvereinbarung neu aushandeln kann.“

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