Skiweltverband regt weitere Millionen-Investition an

Neujahrsspringen: FIS übt sanften Druck aus

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Die Fundamente gibt es schon. Jetzt kommt das Thema Flutlichtanlage im Skistadion wieder zur Sprache. SCP-Chef Michael Maurer würde sie gerne installieren. Wenn da nur die Kosten nicht wären...

Garmisch-Partenkirchen – Gesprochen hat man schon oft darüber. Bei der Planung der Olympia-Schanze bereits. Natürlich wurde damals eine Flutlichtanlage für das neue Prachtstück im Skistadion einkalkuliert. „Es gibt ja sogar schon die Fundamente mit den Schächten für die Masten“, sagt Michael Maurer, der Präsident des Skiclubs Partenkirchen. Bei der Realisierung des Projektes fiel dieser Teil allerdings dem Rotstift zum Opfer. Zu teuer. Die Geschichte der Kostenexplosion ist hinlänglich bekannt. Eine weitere Million zu den am Ende 17,3 Millionen Euro – die wollte sich keiner mehr leisten.

In diesem finanziellen Bereich bewegt man sich immer noch, will man Schanze und Stadion professionell ausleuchten. Das macht Maurer klar. Und zehn Jahre später, da mal wieder das Neujahrsspringen am kommenden Montag in den Fokus rückt, deutet vieles daraufhin, als komme der Markt Garmisch-Partenkirchen als Eigentümer und Bauherr bald nicht mehr drumherum, ein Flutlicht im Skistadion zu installieren. Noch sind die Ansagen des Skiweltverbands FIS dezent formuliert. „Sehr sanfter Druck“, sagt Maurer. „Die nächsten zwei oder drei Jahre aber sollte es im Idealfall passieren.“ Das bekam er zu hören.

Das dürfte den Verantwortlichen im Rathaus und den Gemeinderäten nicht gefallen. Schließlich bekamen sie vor Kurzem erst aufgetischt, dass die Sanierung des Stadionareals mit der alten Olympia-Bausubstanz zwischen acht und zehn Millionen Euro verschlingen könnte. Nun also weitere Kosten. Gut, Maurer macht klar, dass es ohne Förderung von Bund und Land sicher nicht gehen werde. Auch der Skiclub könnte sich eine Beteiligung vorstellen.

Kommt zum Neujahrsspringen: Finanzminister Markus Söder.

Wichtig sei zunächst aber vor allem, das Genehmigungsverfahren anzustoßen, die Bedenkenträger abzuklappern. „Das wäre der erste Schritt.“ Um nicht wertvolle Zeit zu verlieren und Klarheit zu haben. Denn von anderen Vorhaben weiß Maurer, dass es nicht so einfach ist, von den Behörden grünes Licht für eine derartige Flutlichtanlage zu bekommen. „Schladming oder Seefeld, überall gibt’s Probleme mit dem Naturschutz oder Anliegern.“ In einem Aufwasch sollte dann gleich die Zuschuss-Situation geklärt werden. Ein Prozess, den der SCP für die Marktgemeinde übernehmen könnte.

Dass ein Flutlicht fürs Skistadion Sinn mache, steht für Maurer außer Frage. „Das würde uns guttun.“ Allein, um das Areal besser nutzen zu können. „Abendveranstaltungen stellen bisher ein großes Problem dar“, betont der SCP-Chef. „Es gab ja Ideen wie ein Eishockeyspiel oder einen Icecross-Downhill, dafür bräuchte man das Licht.“ Allein vom Sicherheitsaspekt her. Dieses Thema hat er hinsichtlich des Bahnhalts am Kainzenbad am eigenen Leib miterlebt. Auch da ging es um eine unzureichende Ausleuchtung. „Wenn wir das Licht hätten, könnten wir alle möglichen Veranstaltungen da draußen machen.“ Maurer spricht auch von der Vision eines Skicross-Rennens vom Gudiberg ins Stadion. „Eines ist klar, wenn wir das Geld investieren, müsste da mehr passieren.“

Für die FIS stehen derlei Beweggründe sicher nicht im Vordergrund. Dem Verband geht es um Flexibilität. „Die Absicherung des Springens ist ein Thema“, bestätigt Maurer. „Wenn das Wetter schlecht ist, wird es zur Siegerehrung schon oftmals ein wenig dunkel“, argumentiert Pressesprecher Hannes Krätz. Andererseits will sich die FIS die Möglichkeit nicht verbauen, das Neujahrsspringen einmal als Abendveranstaltung auszutragen. In Oberstdorf und Bischofshofen wird bereits unter Flutlicht gesprungen. Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck bieten die Möglichkeit noch nicht. „Wir sind in Deutschland die einzige Schanze, die kein Flutlicht hat.“ Ein Manko. „Natürlich steht da die Frage im Raum, ob ein späteres Springen uns etwas bringen würde“, sagt Maurer. „Medial denke ich nicht. Aber für den Großraum München wäre es vielleicht schon interessant. Die Gäste müssten nach der Silvesternacht nicht so früh aufstehen.“

In jedem Fall freut sich Maurer nun auf den Wettbewerb – und den Besuch von Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) am 1. Januar. Der Hintergedanke ist klar: „Wenn sich die Chance ergibt, könnte ich mit ihm vielleicht gleich mal über das Thema sprechen.“ Verkehrt wäre das sicher nicht.

Das Programm

Sonntag, 31. Dezember
10 Uhr: Öffnung des Stadions. 11.45 Uhr: Offizielles Training auf der Großen Olympia-Schanze. 14 Uhr: Qualifikation.

Montag, 1. Januar 2018
10 Uhr: Öffnung des Stadions. 12.30 Uhr: Probedurchgang. 14 Uhr: Erster Durchgang im K.o.-Modus. Anschließend: Finale der besten 30 Springer und Siegerehrung im Olympia-Stadion.

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