Wie viele Zuschauer dürfen 2021 ins Stadion? Eine Frage, die noch ungeklärt ist. 
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Wie viele Zuschauer dürfen 2021 ins Stadion? Eine Frage, die noch ungeklärt ist. 

Warten auf Aussagen von der Politik

Geisterspringen an Neujahr? Veranstalter schließt Variante nicht aus

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Die Unsicherheit ist groß. Wegen Corona wissen der SC Partenkirchen und das Organisationskomitee der Neujahrsspringen nicht, wie die Großveranstaltung 2021 ablaufen kann. Aber Gedankenspiele gibt‘s bereits. 

Garmisch-Partenkirchen– Michael Maurer ist ein Freund klarer Worte. Daher hält er nicht hinterm Berg, wenn es um Corona und das Neujahrsspringen geht. „Natürlich haben wir uns schon Gedanken gemacht“, sagt der Präsident des Organisationskomitees und des Skiclub Partenkirchen. Auch wenn der Termin, der 1. Januar, auf den ersten Blick noch weit entfernt liegt. Sogar ein Geisterspringen ist ein Thema. „Wir haben dafür schon ein Budget aufgestellt.“

Das Führungsteam bemühte die Taschenrechner. „Wir wollten wissen, wie es ohne Zuschauer aussehen würde“, begründet Maurer. Gut nicht. Da muss man kein Prophet sein. Das Ergebnis: Fällt das Publikum komplett weg, ergibt sich allein dadurch ein Schaden von rund einer halben Million Euro. „Aber wir stehen finanziell zum Glück nicht so schlecht da, wir könnten es wohl einmal überstehen“, urteilt der SCP-Chef. Nur unter einer Voraussetzung allerdings: Dass auch auf der Ausgabenseite der Rotstift angesetzt wird. „Wir müssten den Aufwand dann zwangsläufig schon ein wenig reduzieren.“

Verbot für Großveranstaltungen verlängert

Die Unsicherheit ist groß aktuell. Am Mittwoch verlängerte der Bund das Verbot für Großveranstaltungen generell bis 31. Oktober, legte es aber in die Hand der Länder, die exakten Regeln zu formulieren. Markus Söder in Bayern gilt eher als Hardliner. Das weiß auch Maurer, der zeitnah Aussagen der Politik erwartet. „Da muss jetzt mal was kommen, wie es dann zumindest über den Oktober hinaus ausschaut.“

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Denn eine Mammutveranstaltung wie das Neujahrsspringen sei nicht in ein paar Wochen aus dem Boden zu stampfen. „Wir benötigen Vorlauf“, sagt Maurer deutlich. Für gewöhnlich habe er spätestens bis zum Ende der Sommerferien Anfang September die Aufträge beispielsweise für Zelte und Container vergeben. „Bei normaler Auftragslage brauche ich im Oktober bei den Firmen nicht mehr daherzukommen.“ Dass er die Tickets für das Traditionsspringen nicht loswerden würde, diese Angst quält ihn nicht. „Das schaffen wir schon, auch einen Dienstleister dafür würden wir schnell finden.“ Er sorgt sich mehr um die Infrastruktur.

20.000 Zuschauer in Corona-Zeiten sind unrealistisch

Ein Stichwort in dieser Hinsicht ist die große Sitztribüne auf der Westseite. Die steht auf seiner Liste von potenziellen Einsparmöglichkeiten weit oben. „Wir wissen ja nicht, ob wir überhaupt Zuschauer haben werden“, sagt Maurer. Wenn er dann noch aufgrund von Corona-Regeln die Kapazität an Sitzen reduzieren muss, wird es teuer für das OK. „Wenn ich nur eine 50-prozentige Auslastung habe, rechnet es sich schon nicht mehr.“ Diese Entscheidung könne er aber nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben: „Meistens wurde die Tribüne um Allerheiligen herum aufgebaut.“

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Noch aber hat Maurer die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das Springen am 1. Januar 2021 unter vernünftigen Bedingungen über die Bühne gehen kann. 20 000 Zuschauer im Olympia-Skistadion unterzubringen, „das ist unrealistisch, keine Frage. Aber wenn wir nur 50 Prozent an beiden Tagen reinlassen könnten, wäre uns schon geholfen“. Dann eventuell auch nur auf Stehplätzen. „Und wenn es 5000 Menschen sind, nehme ich sie auch gerne.“

Mit der Marketing-Abteilung des Deutschen Skiverbands steht er immer wieder im Austausch. „Der DSV hängt natürlich mit der nordischen WM in Oberstdorf in den Seilen“, sagt Maurer. Ein wenig mehr Klarheit erwartet er spätestens nach dem Tournee-Treffen am 24. Juni. Insgeheim baut Maurer aber auf „König Fußball“, wie er sagt. „Wenn die Bundesligisten sagen, man müsste wieder mit Fans anfangen, dann könnte sich das peu à peu weiterentwickeln.“

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