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Beliebt bei Spitzen- und Freizeitsportlern: die Biathlon-Anlage in Kaltenbrunn. 

Leader-Entscheidungsgremium

Eine Talentschmiede für Biathleten: Doch das Stadion in Kaltenbrunn bekommt nur Kleinst-Hilfe 

Im Biathlonstadion sind Investitionen notwendig. Die Verantwortlichen bleiben - wie immer - weitgehend auf sich gestellt. 

Kaltenbrunn – Der Geldtopf Leader ist immer wieder aufs Neue prall gefüllt. Damit können große und ehrgeizige Projekte in Angriff genommen werden – wenn alle Voraussetzungen stimmen. Im Fall des Biathlonstadions in Kaltenbrunn hätten die lokalen Leader-Entscheider gern einen dicken Zuschuss gegeben. Doch das war aus regulatorischen Gründen nicht möglich. Deshalb bleibt es bei 1000 Euro Unterstützung zum Kauf einer neuen Scheibenanlage. Obwohl die viel teurer ist.

Landrat Anton Speer (Freie Wähler) machte im Entscheidungsgremium deutlich, dass er für Kaltenbrunn eine Lanze brechen will. Und dass die dortigen „Voraussetzungen nicht optimal sind“. Die Anlage sei, wie Herbert Mayer vom Biathlonteam Werdenfels erklärte, 1997 aus einem „Spleen heraus“ entstanden. Um Talente zu fördern. Ein Vorhaben, das mehr als gelungen ist. Martina Beck, Magdalena Neuner und Laura Dahlmeier: Die Liste der Sportlerinnen mit Olympia -Medaillen, für die Kaltenbrunn Trainingsort war/ist, enthält große Namen. Trotzdem passiert auf der Anlage, wie Mayer erklärte, „alles auf privater Ebene“. Und zwar deshalb, weil der Einrichtung „die Anerkennung eines offiziellen Stützpunktes durch den Deutschen Olympischen Sportbund, beziehungsweise den Deutschen Skiverband verwehrt wurde“. Deshalb müssen sich Ehrenamtliche vom Skigau sowie dem Biathlonteam Werdenfels um den (finanziellen) Unterhalt und die Pflege der Anlage kümmern. Dazu gehört auch, dass sie Sponsoren suchen und es Gästen oder auch Firmen ermöglichen, dort Spaß zu haben. Dadurch werden Gelder eingenommen, die dringend benötigt werden. Aktuell geht es um 14 000 Euro für eine neue elektronische Scheibenanlage. „Da einige der alten Scheiben nicht mehr dem Reglement für Wettkämpfe entsprechen.“

Ohne angesprochen worden zu sein, sah sich Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) zu einer Erklärung gezwungen, warum der Markt nicht zahlt. Sie rief den Millionen-Betrag in Erinnerung, mit dem der Leistungssport unterstützt wird. Zum Beispiel beim Ski-Weltcup oder Neujahrsspringen. In Kaltenbrunn sieht sie Freistaat und Bund in der Pflicht.

Angesichts dieser Situation schlug Murnaus Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stevens (Freie Wähler) vor, mehr zu geben: „Was fangen sie denn mit 1000 Euro an?“ Doch Leader-Chef Martin Kriner musste bremsen: 1000 Euro aus dem gesonderten Bürger-Engagement-Fonds könnten gegeben werden. Mehr nicht. Weil weitere Leader-Kriterien nicht erfüllt werden. „Alles andere wäre ein Problem.“ Zum Vergleich: In der selben Sitzung ging es um 129 500 Euro, die als Zuschuss in die Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau fließen. Dort geht es um ein gemeinsames Projekt – aber weniger um Olympia, mehr um Freizeit-Radverkehr.

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