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Ortstermin: Kommunalpolitiker und Mitarbeiter der Rathaus-Verwaltung nehmen die Verhältnisse in und um das Obdachlosenheim in den Loisachauen in Augenschein.

Gebäude wird verbessert

Kleine Lösung für die Loisachauen

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Die Verhältnisse, unter denen Obdachlose im Haus in den Loisachauen leben, sollen verbessert werden. Über kurz oder lang ist geplant, die Unterkunft zu schließen und eine Alternative zu finden, die ein menschenwürdigeres Leben ermöglicht. Die Entscheidung im Hauptausschuss fiel einstimmig.

Garmisch-Partenkirchen – Der Dienstagnachmittag war ein guter Tag. Es war warm, es war trocken. Und es war staubig, nachdem zahlreiche Lkw ihren Weg ins Gewerbegebiet Loisachauen, wo Firmen aus der Bau- und Müllbranche angesiedelt sind, genommen hatten. So staubig, dass das Gehölz und die Büsche, die vor der Obdachlosenunterkunft stehen, überzuckert waren, als habe es leicht geschneit.

Realistische Verhältnisse. Die Mitglieder des Hauptausschusses, Kommunalpolitiker und Mitarbeiter der Rathaus-Verwaltung erlebten hautnah und am eigenen Leib, unter welchen Bedingungen Menschen ohne Wohnsitz seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts hausen oder ihr Leben fristen müssen. SPD-Gemeinderat Alfred Heinle verlangte es nach Wasser, um den Staub hinunterspülen, kaum dass er den Ort verlassen hatte. Menschen mitten in einem Industriegebiet unterzubringen, für Heinle, Garmisch-Partenkirchens soziales Gewissen, eine Katastrophe und „nicht menschenwürdig“. German Kögl, der Geschäftsführer des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF) wies plakativ darauf hin, „dass sich die Menschen dort als Abfall fühlen“.

Deshalb hatten die Sozialdemokraten und das Christlich Soziale Bündnis (CSB) sowie FDP-Gemeinderat Martin Schröter, dessen Vorstöße – was Wunder – vom Gremium abgelehnt wurden, Anträge eingebracht, mit denen die Situation der Menschen, die in dem Haus Loisachauen 17 leben, verbessert werden sollen. Das wird jetzt geschehen. In einer kleinen Lösung. Die Gemeinderäte, die dem Hauptausschuss angehören, beschlossen einstimmig, die Verhältnisse innerhalb des Gebäudes, das nicht einmal über warmes Wasser verfügt, zu verbessern. Ob es die 353 000 Euro braucht, die Baumamtsleiter Jörg Hahn für neue elektrische Leitungen und eine energetische Ertüchtigung nannte, damit vergleichbare Verhältnisse wie an der Fürstenstraße 11 herrschen, wo sich einst die BRK-Zentrale befand und in der nun Asylbewerber wohnen, blieb offen. Eines steht fest: An der Umgebung wird eine Renovierung nichts ändern. „Dort staubt’s immer“, meinte Hahn. Hubert Filser (Bayernpartei), der einen Malerbetrieb führt, würde es billiger hinkriegen: „Für zehn Prozent der Summe renoviere ich die ganze Hütte, wenn ich von Herrn Hahn den Auftrag dafür bekomme.“

Die SPD hatte sich dafür stark gemacht, die Einrichtung so schnell wie möglich zu schließen, während sich Mike Bräu (CSU) – „Wir können kein neues Haus bauen“ – sowie Peppi Braun (Freie Wähler) und Ursel Kössel (CSB) dafür aussprachen, die Verhältnisse innerhalb des Gebäudes zu verbessern und sich danach nach Alternativen umzuschauen. Das Gebäude an der Ferdinand-Barth-Straße, das SPD-Fraktionsvorsitzender Robert Allmann ins Spiel brachte, dürfte als Möglichkeit ausscheiden. Kenner der Immobilie, die die Gemeinde geerbt hat, beschreiben sie als zu klein und deshalb ungeeignet. Zudem würde die Nutzung als Obdachlosenunterkunft wohl dem testamentarischen Willen der Erblasserin widersprechen.

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