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Der neue Vorstand der Oberländer Trachtenvereinigung: (h.v.l.) Peter Egner, Hans-Martin Baudrexl, Christian Ruf, Anton Neuner, Thomas Bernhard, Markus Luid l, Franz Kriner, Georg Hochenleitner und Stefan von Eiberg, (v.v.l.) Franz Mangold, Klaus Fleischhacker, 1. Vorsitzender Josef Mayr, Ehrenvorstand Georg Mangold, Franz Degele und Josef Utzschneider. 

Oberländer Trachtenvereinigung

Gezerre ums Gaufest 2020

Die Gauherbstversammlung der Oberländer Trachtenvereinigung wurde zur Marathonsitzung: Der Grund: Die Delegierten konnten sich über einige Punkte der Tagesordnung nicht einigen. Am strittigsten war, welcher Ort Gastgeber des Gaufests 2020 wird. Am Schluss setzte sich Unterammergau in einer Kampfabstimmung durch.

Garmisch-Partenkirchen – Dass ein fröhliches sommerliches Trachtenfest schon mal zeitlich aus den Fugen geraten kann – das ist durchaus mal vorgekommen. Wenn aber eine ernsthafte Vorstandsversammlung der Werdenfelser Trachtler bis Mitternacht dauert, dann muss das einen besonderen Anlass haben. Die Gauherbstversammlung der Oberländer Trachtenvereinigung, zu der sich alle Jahre die Vorstände und Delegierten der 31 Vereine dieses 8000 Mitglieder zählenden Brauchtumsverbands zur Besprechung diverser Organisationsfragen treffen, hatte den.

Die in der Bayernhalle anwesenden 90 Männer und ein paar Frauen tagten von 20 bis 24 Uhr, weil es erstens bei der alle drei Jahre fälligen Neuwahl des Gauvorstands ein paar zeitfressende Ecken und Kanten zu bewältigen gab. Zweitens war eine an sich unbedeutende Finanzentscheidung zu fällen. Die passte nicht allen Vereinen, weil man fünf Jahre lang jährlich 100 Euro an die Gaukasse, die chronisch an Finanznot leidet, überweisen muss. Und drittens gab’s aus unvorhersehbaren Gründen ein fast hektisches Gezerre um das Trachtler-Gaufest: Um diese jeweils mit einem großen Festzelt verbundene Veranstaltung bewarben sich fürs Jahr 2020 gleich drei 1500-Einwohner-Dörfer, nämlich Wallgau, Söchering und Unterammergau. Jedes hatte eingehende Bewerbungen geschrieben. Wegen eines Formfehlers bedurfte es dann gleich dreier Abstimmungen, ehe Unterammergau in einer Stichwahl den Zuschlag fürs Gaufest in drei Jahren erhielt und sich seine Trachtler freuten, als wären sie soeben Olympiaort geworden.

Zwei unwichtigere Entscheidungen fielen dann aber problemlos: Mittenwald wird im kommenden Jahr das Gausingen veranstalten, die Frühjahrsvollversammlung 2018 findet in Murnau statt.

Irritationen gab’s auch bei den Vorstandswahlen: Problemlos wurde die Spitze mit Josef Mayr und Vize Stephan Märkl sowie Schriftführer Klaus Fleischhacker in ihren Ämtern bestätigt. Doch für den seit 21 Jahren bewährten Gaukassier Andreas Funk aus Krün wurde das Votum zum Ärgernis: Die Ammertaler schickten Franz Degele aus Bad Kohlgrub ins Rennen. Funk legte daraufhin mit den Worten „ich mache den Weg frei“ verärgert die Kandidatur nieder. Verärgert auch Pressewart Hans Jais, der dieses Amt seit 21 Jahren inne hat, aber jetzt nicht mehr kandidieren wollte, weil niemand mit ihm übers Weitermachen gesprochen hatte. Für sein Amt fand sich aber auch niemand anderer, weshalb der Hauptvorstand nun mit ihm ein Gespräch suchen will. Jais macht vorerst kommissarisch weiter.

„Treu dem guten alten Brauch“. Ihr Motto klingt einfach und schön, doch welch aufreibende Hintergrundarbeit notwendig ist, einen Trachtenverband mit 31 Vereinen und 8000 Angehörigen so zu führen, damit allen alles passt, das wurde an diesem Abend wieder einmal deutlich. Dabei hatte es zu Beginn gar nicht nach Komplikationen ausgesehen. In seinem Bericht bezeichnete Gauvorsitzender Josef Mayr den Sommer als ausgesprochenen „Trachtenfest-Marathon“, denn heuer hatten besonders viele Vereine Grund zu feiern: Beispielsweise begingen die Uffinger, die Eschenloher, die Grainauer, die Ohlstädter sowie die Groß- und Kleinweiler Trachtler ihr 110-jähriges Bestehen, „Die Werdenfelser“ aus Partenkirchen wurden gar 130 Jahre alt.

Wolfgang Kaiser

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