Zum Größenvergleich hat der Spaziergänger seinen Schuh an das offene Bohrloch gestellt.
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Zum Größenvergleich hat der Spaziergänger seinen Schuh an das offene Bohrloch gestellt.

Gemeinde reagiert prompt

„Mein eineinhalbjähriger Sohn wäre darin verschwunden“: Spaziergänger entdeckt offenes Bohrloch

  • Tanja Brinkmann
    vonTanja Brinkmann
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Der Schreck war groß: Beim Spaziergang mit seinen Kindern in Garmisch-Partenkirchen entdeckte ein Familienvater ein offenes Bohrloch. Groß genug, dass ein kleines Kind hineinrutschen kann.

  • Die Erinnerungen an die Tragödie in Spanien, wo ein Zweijähriger in ein Bohrloch fiel und starb, kochen wieder hoch.
  • Spaziergänger entdeckt die Gefahrenstelle am Gudiberg in der Nähe des Olympia-Skistadions.
  • Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs reagieren sofort und decken das offene Bohrloch wieder ab.

Garmisch-Partenkirchen – Die Tragödie ist unvergessen. Und das nicht nur in Spanien. Auch ein Familienvater aus Garmisch-Partenkirchen erinnert sich noch gut an das Drama um den kleinen Julen. Der Zweijährige war 2019 in ein 25 Zentimeter breites, etwa 100 Meter tiefes Bohrloch gestürzt – und gestorben. Den Buben daraus zu bergen, dauerte zwölf Tage und elf Stunden. Eine Aktion, die die Welt in Atem hielt. Kein Wunder, dass sich der Garmisch-Partenkirchner an diese Horrorgeschichte erinnerte, als er am Sonntag beim Spaziergang mit seinen Kindern ein Bohrloch in unmittelbarer Nähe des Olympia-Skistadions entdeckte.

20 bis 25 Zentimeter breit schätzt er dieses. „Mein eineinhalbjähriger Sohn wäre darin verschwunden“, sagt er. „Ich darf gar nicht daran denken, was hätte passieren können.“ Auch für Hunde sah er eine enorme Gefahr in der ungesicherten Stelle, die neben der Verbindung vom Gudiberg ins Skistadion zu finden war. Ein Ort, der von der Wildenauer Straße aus frei zugänglich ist „und wo immer Kinder rumstrawanzen“. Der Familienvater, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, schätzt das Loch drei bis fünf Meter tief: „Ich habe einen Stein reingeworfen.“

Loch stammt von Probebohrung für Flutlichtanlage

Seine Vermutung, dass dieses von einer Probebohrung für die geplante Flutlichtanlage stammt, bestätigt Rathaussprecherin Sandra Debus. „Die Abdeckung ist eingefallen und wird umgehend geschlossen. Derzeit besteht keinerlei Gefahr, für Leib, Leben und Gesundheit.“

Vorsorglich hatte bereits der Spaziergänger am frühen Sonntagabend einen Balken über das Loch gelegt. Außerdem informierte er die Polizei über die Gefahrenstelle. „Die Kollegen haben sofort den Notdienst des gemeindlichen Bauhofs verständigt“, sagt Polizeisprecher Josef Grasegger von der Inspektion Garmisch-Partenkirchen. Deren Aussage, dass sie sich sofort um das Loch, das offenbar jetzt nach der Schneeschmelze zu Tage trat, kümmern wollen, überprüften die Beamten gegen 20 Uhr. „Da war nichts mehr zu sehen.“

Ein anderes, viel älteres Loch sorgt seit Monaten im Landkreis Ebersberg für Aufsehen: Über seine Funktion rätselt die Forschung.

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