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Die Probleme sind nicht zu übersehen : Trotz der Schneemassen hat es die Strecke an einigen Stellen komplett ausgewaschen, auch Bandenteile sind beschädigt. 

Kein Aus für immer

Ohne Routiniers kein Rennen: SCR muss historische Bobwoche absagen

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Es geht einfach nicht: Die historische Bobwoche im Februar auf der Strecke am Rießersee musste ersatzlos gestrichen werden. Nicht der Schnee war der Grund für die Entscheidung.

Garmisch-Partenkirchen – Rolf Lehmann blutet das Herz. Der Vorsitzende der Bob-Abteilung des SC Riessersee und sein Team haben eine schwierige Entscheidung getroffen: Die historische Bobwoche vom 4. bis 10. Februar ist abgesagt. „Für mich wirklich ein Drama“, betont Lehmann, der auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) in einem Brief darüber informiert hat. „Wir hatten schon wieder viel Zeit in das Projekt investiert, haben einiges an Geld reingesteckt, aber es geht einfach nicht.“ Der Grund für die ersatzlose Streichung: Es fehlen Lehmann zu viele helfende Hände vom Stammpersonal, das seit Jahren beim Aufbau der legendären alten Bobbahn am Rießersee mitarbeitet.

Dieses Mal ist es also nicht der Schnee, der Probleme bereitet. In den vergangenen Jahren hatte es ja immer mal an der weißen Pracht gefehlt, an Kälte, um die Naturbahn zu präparieren. Dieses Mal sind es andere Umstände. „Mir fehlen vier von sieben Mann aus dem Kern meiner Mannschaft“, sagt Lehmann. Alle sind krank oder verletzt. Und das längerfristig. Es sind wichtige Stützen wie Peter Utzschneider, Marcus Ostermeier oder Hans Tietz. Die kann Lehmann nicht ersetzen. „Selbst wenn ich noch Leute finden würde, wäre es nicht möglich. Wir sind so eingespielt, da wäre es doppelte oder dreifache Arbeit.“

Konzentration auf 2021

Noch dazu liegt es nicht am Fehlen der Routiniers allein. Durch den massiven Wintereinbruch der vergangenen Wochen hat sich der Aufwand, die Bahn herzurichten nochmals drastisch erhöht. „Es ist auf der einen Seite schön, dass wir den Schnee haben, aber auf der anderen war es fast zu viel, und vor allem hat es zu viel geregnet.“ Speziell im unteren Teil der Bahn kam es dadurch auch zu Schäden. An der Wasserwand – die lange Gerade nach der Bayernkurve in Richtung Ziel – , „hat es uns einen Teil komplett ausgewaschen“. Auf einer Länge von fast 100 Metern. Nach dem vielen Regen sei der Schnee dort am Hang abgerutscht. „Da kam die ganze Böschung daher“, verdeutlicht Lehmann. Teile der Holzbanden wurden beschädigt und aus ihrer Befestigung herausgedrückt.

Allein diese Mängel zu beseitigen, koste schon enorm viel Zeit und Arbeitskraft. Und da ist vom Aufbau und Vereisen der Bahn noch gar keine Rede. „Ich kann das mit einer Rumpfmannschaft nicht anfangen.“ Am Montag, 4. Februar, hätten die ersten Schlitten über die Bahn sausen sollen. So war es geplant. Und danach eine Woche Betrieb mit dem großen Finale am Sonntag, dem Wettkampf auf den historischen Dreier-Holzschlitten, die Peter Utzschneider extra für die Riesserseer Bobrennen gebaut hat.

Lehmann hätte sich darauf gefreut. Denn: Bei allem Aufwand, aller Plagerei, die dahinter steckt, um derlei Veranstaltungen möglich zu machen, seine Bob-Spezl und er tun es gerne, wollen den Bobsport in Garmisch-Partenkirchen immer wieder ins Gedächtnis der Menschen rücken. Daher spricht der SCR-Vorsitzende auch nicht von einem endgültigen Aus. Keinesfalls. „Wir konzentrieren uns jetzt auf 2021“, stellt er klar. Da gibt es schließlich etwas zu feiern. „Da wird der SC Riessersee 100 Jahre alt.“ Die Verantwortlichen beziehen sich dabei auf die Übernahme der Sportanlagen des SCR zum 1. Januar 1921, nachdem bereits im Oktober 1920 von den Bobfahrern der Verein am Rießersee gegründet worden war. „Wir wollen unsere Kräfte dafür sparen“, sagt Lehmann. „Hoffentlich haben wir dann bessere Bedingungen.“

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