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Noch ohne blaue Schalensitze: Spezialfirmen erstellen derzeit den Unterbau auf der Nordost-Tribüne.

Machtwort von oben

Olympia-Skistadion: Fahnenmasten müssen bleiben

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Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege schafft Klarheit in den Streit. 

Garmisch-Partenkirchen – Ein Machtwort von höchster Stelle hat die Fronten geklärt: Die Masten, die im Zuge der Sanierungsmaßnahmen im Olympia-Skistadion im Auftrag der Gemeinde abgeschnitten wurden (wir berichteten), müssen wieder angebracht werden. Das hat ein Besuch von Dr. Nikolaus Könner, dem Chef des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, im Garmisch-Partenkirchner Rathaus ergeben. „Alle Fahnenmasten werden wieder an ihre ursprüngliche Stelle angebracht. Die Stützkonstruktionen werden im Rahmen der Sanierung auf Schäden untersucht und notfalls repariert“, teilt Alexandra Beck, stellvertretende Pressesprecherin der Behörde, auf Anfrage des Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatts mit.

„Die ganze Angelegenheit hat hohe Wellen geschlagen“, sagt Michael Maurer, der Präsident des Skiclubs Partenkirchen. „Ich bin froh, dass sie ein gutes Ende genommen hat.“ Könner hat auch festgelegt, dass die Sockel, in denen die Masten standen, „eindeutig“, verlautbart Rathaus-Sprecherin Ute Leitner, „Bestandteil des Denkmals Olympia-Skistadion sind“. An denen der Zahn der Zeit indes kräftig genagt hat. Der Markt Garmisch-Partenkirchen soll nach Tagblatt-Recherche nun eine auf Denkmäler spezialisierte Firma damit beauftragen, den baulichen Zustand der Sockel zu untersuchen. „Wenn die Ergebnisse vorliegen, werden wir uns mit dem Landesdenkmalamt über das weitere Vorgehen verständigen: Beispielsweise was zu tun ist, wenn sich herausstellen sollte, dass die Sockel zu stark verwittert sind, um sie sanieren zu können“, erklärt Leitner.

Die Entscheidung Könners ist ein Erfolg für Maurer. Er hatte dafür gekämpft, dass alle 22 Masten, die bereits für die 1940 erneut in Garmisch-Partenkirchen geplanten Olympischen Spiele in das Gebäude integriert waren, erneut errichtet werden. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hatte dem Vernehmen nach vier Masten für ausreichend erachtet. Die Flaggen der zahlreichen Nationen, die am Neujahrsspringen teilnehmen, werden am 1. Januar nicht über dem Skistadion wehen. „Dafür ist die Zeit zu kurz“, sagt Maurer, der über die Entscheidung des Landesamts vom Tagblatt informiert wurde.

Wenn er ins Olympia-Skistadion kommt – das tut er in diesen Wochen häufiger –, beschleicht Maurer weiter ein komisches Gefühl. Nicht nur wegen der fehlenden Masten. Die Traditionsarena ist für den Präsidenten des Skiclubs Partenkirchen von enormer Bedeutung – und eine Baustelle. Das Neujahrsspringen im Rahmen der Vierschanzentournee stellt für seinen Verein und Garmisch-Partenkirchen die Veranstaltung im Jahr dar, die das meiste Prestige bringt und die mit mehr als 20 000 Zuschauern die größte Besucherzahl an einem Tag in den Markt lockt. Derzeit präsentiert sich das Stadion noch als Sanierungsfall. Im Rahmen der Bauarbeiten wird zurzeit an der Nordost-Tribüne gewerkelt. Spezialfirmen verlegen den Boden und erstellen den Unterbau, auf den die blauen Schalensitze aufgeschraubt werden.

Maurer treibt die Frage um, ob bis Ende des Jahres alles fertig wird, damit das Springen in der gewohnten Art und Weise über die Bühne gehen kann. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Maurer. „Das ist eine heiße Kiste.“ Das Markt-Bauamt habe ihm die Zusage gegeben, „dass alles fertig wird“. Kommt es anders, dann ist Maurer optimistisch, „auch für dieses Szenarium eine Lösung zu finden“.

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