1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Garmisch-Partenkirchen

Ski-Weltcup: Olympiapark macht heiß auf Kandahar

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Eine Schneekanone am Münchner Olympiaberg: Bei der Pistenpräparierung können die Experten des Parks künftig auch auf die Kollegen vom Skiclub Garmisch zurückgreifen. © Ralf Kruse

Garmisch-Partenkirchen - Der Skiclub Garmisch und der Münchner Olympiapark haben eine Partnerschaft geschlossen. Für beide eine Win-Win-Situation: Der Skiclub bekommt zusätzliche Werbung für die vier Kandahar-Rennen, der Olympiapark zusätzliche Erfahrung für seine Events.

Die ganz große Liebe begleitet einen nicht immer ein ganzes Leben lang. Manchmal trennen sich die Wege – und führen dann doch noch einmal zusammen. So sieht das Gerd Rubenbauer auch im Fall von Garmisch-Partenkirchen und München. Eine Verbindung aus vergangenen Tagen, als die Münchner zum Skifahren ins Werdenfelser Land pilgerten. Doch der Medienchef des Organisationskomitees (OK) für die vier Garmischer Weltcup-Rennen sagt: „Zum 60. Geburtstag der legendären Kandahar-Rennen hat Garmisch-Partenkirchen die ehemalige Geliebte München wieder entdeckt.“ Diesmal sollen die Bande halten. Für ganz lange.

Geschlossen haben die beispielhafte Partnerschaft der Skiclub Garmisch (SCG) und die Münchner Olympiapark GmbH. „Es macht Sinn, dass sich die beiden größten alpinen Weltcup-Veranstaltungen in Deutschland zusammentun“, sagt Frank Seipp, der OK-Chef für den FIS-Slalom, der seit 2011 jeweils am Neujahrstag im Olympiapark ausgetragen wird. Geschätzt 25.000 bis 30.000 Fans haben den ersten Parallelslalom verfolgt – Zahlen, die sich auch der Garmischer OK-Geschäftsführer Peter Fischer für seine Weltcups wünscht.

„Die Münchner sind unsere Hauptzielgruppe“, meint Fischer. „Welcher Wintersportort hat schon eine Millionenstadt als Einzugsgebiet? Wir wollen die Münchner an die Kandahar führen“, sagt Rubenbauer. Am besten nicht nur für den Spitzensport, sondern auch zum Skifahren „auf den eigentlichen Münchner Hausbergen“. Deshalb macht der Olympiapark künftig für die Weltcup-Rennen kräftig Werbung: „Wir haben die Menschenmassen ja bei uns“, sagt dessen Pressesprecher Arno Hartung. „Und wir haben alle Marketinginstrumente und Kommunikationsmöglichkeiten.“ Bei den Rennen am Olympia-Berg – die Top 12 des Slalom-Weltcups kämpfen dort um wertvolle Punkte für die Gesamt- und die Disziplinwertung – könne man „den Anheizer für die vier Wettbewerbe in Garmisch-Partenkirchen machen“, kündigt Seipp an.

Im Gegenzug stellt der SCG dem Olympiapark sein „langjähriges Knowhow, Personal und Material“ zur Verfügung, sagt Fischer. Zum Beispiel stehen seine Experten mit Rat und Tat bei der Präparierung der Piste bereit, oder sie liefern Zäune und Werkzeuge nach München. „Wir bewundern, welches Niveau der SC Garmisch über die vergangenen Jahre erreicht hat“, lobt Hartung. Auch Seipp stellt angesichts der vielen Events fest: „Wir können uns nie so spezialisieren wie die Kollegen vom Skiclub.“ Doch der SCG engagiert sich nicht nur für den Slalom am Neujahrstag; vielmehr wird er sich auch bei anderen Veranstaltungen einbringen, wo es gewünscht ist, zum Beispiel bei den Summer X-Games, die weltgrößten Action-Sport-Wettbewerbe für Skatboarder, BMX-Fahrer und Freestyle-Motocrosser.

Die Beteiligten freuen sich über diese Kooperation. Und über die Signalwirkung: Garmisch-Partenkirchen und München können also doch gut miteinander. Das war bei der gemeinsamen Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 nicht immer so. „Wir haben eine neue Klammer geschaffen“, sagt Fischer.

Das neue Kombiticket

Der Olympiapark und der Skiclub Garmisch bieten künftig Kombitickets an: Wer beide Weltcup-Rennen in München und Garmisch-Partenkirchen besuchen will, zahlt dafür 39 Euro – und spart damit acht Euro gegenüber dem Einzelkauf.

Matthias Holzapfel

Auch interessant

Kommentare