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Ein Publikumsmagnet: das Bergfestival am Wank. Der Aufwand für diese Veranstaltung ist aber im Vergleich zu einem großen klassischen Konzert gering. 

Ausweichort steht fest

Orff-Konzert am Wank abgesagt: Bei den Gründen gibt‘s verschiedene Versionen

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Carl Orffs „Der Mond“ erklingt auf dem Wank. Diese Veranstaltung brachte den Verantwortlichen zum Schwärmen, als er das Rahmenprogramm der Landesausstellung präsentierte. Doch lässt sich der Plan nicht realisieren. 

Garmisch-Partenkirchen – Von einem „Ausweichort“ ist im Flyer die Rede. Der noch bekannt gegeben werde. Nachdem hier eine Freiluftveranstaltung angekündigt wird, denkt man beim Ausweichort unweigerlich an eine Not-Alternative für schlechtes Wetter. Schließlich sollte Carl Orffs Musiktheater „Der Mond“ am 27. Juli, dem Tag der totalen Mondfinsternis, auf keinen Fall ausfallen. Intensiv hat es der Landkreis beworben, gilt das Konzert doch als einer der Höhepunkte im Rahmenprogramm zur Landesausstellung. Auf dem Panoramaberg Wank sollte dieses außergewöhnliche Konzert stattfinden. Doch mittlerweile ist klar: Offenbar stand der Veranstaltungsort noch gar nicht fest, als die 200 000 Flyer im September 2017 gedruckt wurden. Als sich die Verantwortlichen aber näher mit dem Plan befassten, merkten sie schnell: Der Wank lässt sich nicht realisieren. Der besagte Ausweichort ist nun gefunden, an einem anderen Berg und auf einer Anhöhe statt auf einem Gipfel: Orff erklingt – sofern das Wetter mitspielt – auf der Maximilianshöhe am Kramer.

Logistische und sicherheitstechnische Gründe nennt der Koordinator für das Rahmenprogramm der Landesausstellung verantwortlich, weshalb man bereits Anfang des Jahres entschied, das Konzert zu verlegen. Am Ende, sagt er, habe die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) die Genehmigung nicht erteilt. Eine Aussage, der Sprecherin Verena Lothes widerspricht. Man habe die Gegebenheiten vor Ort dargelegt, für Fragen der Sicherheit oder dergleichen sei der Veranstalter verantwortlich. Nicht die Bahn erteile hier Zu- oder Absagen.

Extreme logistische Herausforderung

Einig ist man sich: Der Aufwand für ein Orff-Konzert auf dem Wank wäre enorm. Alle Instrumente, die Technik, das Bühnenbild müsste man in den Kabinen auf den Berg fahren. Hinzu kommen über 2000 erwartete Besucher. Von einer „extremen logischen Herausforderung“ spricht Lothes. Mit dem jährlichen Wank-Festival sei diese kaum zu vergleichen. Zumal die bis zu 2700 Gäste dort über den Tag verteilt eintreffen. „Beim Orff-Konzert dagegen kämen alle fast gleichzeitig.“ Zum Konzertbeginn um 19.30 Uhr. Ein weiterer Punkt ist das Equipment. Sowohl die Menge an Musikern als auch die technische Ausstattung und die Größe der Bühne übertreffen jene beim Wank-Festival deutlich. Für die Fracht kommen spezielle Transportgehänge zum Einsatz. Das alles schlägt sich in den Kosten nieder.

Die Summe, welche die BZB veranschlagt hat, nennt Lothes nicht. Dem Landkreis aber war sie am Ende scheinbar zu hoch. „Das ist die Rückmeldung, die wir bekommen haben“, sagt die BZB-Sprecherin.

Nicht die Finanzierung sei der Hauptgrund gewesen

Der Koordinator erwähnt an hohen Ausgabe nur die Bahnfahrten, die der Landkreis für die Mitwirkenden – laut dem Zuständigen mehrere hundert mit allen Musikern, Technikern und Helfern – übernehmen hätte müssen. Offiziell kostet eine Berg- und Talfahrt 21,50 Euro. Eine Vergünstigung stand wohl in Aussicht. Dennoch „wäre alles sehr teuer gewesen“ – kein Hinderungsgrund. Das betont der Orgtanisator ausdrücklich. „Die Frage nach der Sicherheit, nicht die Finanzierung war der Hauptgrund für die Verlegung.“

Für Letztere hatte er bereits einen Plan: Zum einen hätte man beim Kulturfonds Bayern, der das Konzert  mit 75.000 Euro bezuschusst, eine höhere Fördersumme beantragt. Zum anderen wären die Ticketpreise für das Konzert gestiegen.

Warum auch immer das Orff-Konzert nun verlegt wurde, es hat einen positiven Effekt. Ursprünglich veranschlagten die Organisatoren einen Eintrittspreis von um die 49 Euro. Derzeit laufen die Verhandlungen, doch geht der Koordinator von einem Preis zwischen 30 und 40 Euro pro Karte aus. So oder so lässt er sich die Vorfreude auf das Konzert nicht nehmen. „Ob auf dem Wank oder der Maximilianshöhe, die Stimmung wird grandios.“ Und ein Ausweichort – also für den Fall, dass es regnen sollte – steht auch fest: das Kongresshaus.

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