Anspruchsvoll: Die Schnitzschulstraße im Ortsteil Partenkirchen – hier der Blick von der Hauptstraße in Richtung Jahnstraße – soll im Zuge des Faukenbach-Projekts in zwei Etappen erneuert werden.
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Anspruchsvoll: Die Schnitzschulstraße im Ortsteil Partenkirchen – hier der Blick von der Hauptstraße in Richtung Jahnstraße – soll im Zuge des Faukenbach-Projekts in zwei Etappen erneuert werden.

Gestaltung der Schnitzschulstraße

Partenkirchens Ortszufahrt erhält ein neues Gesicht

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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In Partenkirchen steht mit der Sanierung des unterirdischen Faukenbach-Gerinnes ein Mammutprojekt an. Doch damit nicht genug: Es soll auch gleich die darüberliegende Schnitzschulstraße – eine wichtige Zufahrt für den Ortsteil – neu gestaltet werden. Der Bau- und Umweltausschuss brachte nun das Vorhaben auf den Weg.

Garmisch-Partenkirchen – Der Hochwasserschutz wird in Garmisch-Partenkirchen bekanntlich großgeschrieben. Es fließen Millionen in die Verbauung von Gebirgsgewässern, die sich bei Un- oder Tauwetter schnell in reißende Ströme verwandeln und immense Schäden anrichten können. Der nächste große Eingriff steht am Faukenbach an. Genauer gesagt: Das marode Gerinne, durch das dieser unter der Oberfläche durch Partenkirchen fließt, muss weitgehend neu gebaut werden (wir berichteten).

Grünes Licht für ersten Bauabschnitt

Eigentlich würde es ausreichen, dafür nur einen Teil der betroffenen Straßen aufzureißen. Doch im Falle der Schnitzschulstraße hat sich der Bau- und Umweltausschuss dazu entschieden, die Gunst der Stunde zu nutzen und den gesamten, rund 350 Meter langen Abschnitt auf Vordermann zu bringen. Dies betrifft nicht nur die Fahrbahn, sondern auch die Randbereiche, also Gehwege, Parkplätze und Grünflächen. Das Vorhaben soll in zwei Etappen über die Bühne gehen: der Abschnitt West (Hauptstraße bis Jahnstraße) im nächsten Jahr – und 2022 dann der Abschnitt Ost (Jahnstraße bis Ludwigstraße). Das Konzept für das erste Teilstück, das der beauftragte Münchner Stadtplaner Otto Kurz in der jüngsten Sitzung vorstellte, segnete der Bau- und Umweltausschuss ab.

Die Schnitzschulstraße ist eine wichtige Ortszufahrt Partenkirchens – und wird entsprechend stark frequentiert. Ziel sei es, erläutert Kurz, diese aufzuwerten und dort die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Gerade der westliche, asphaltlastige Bereich habe bislang „keinen einladenden Charakter“, findet der Fachmann.

Der Plan für diesen Sektor sieht eine Fahrbahn vor, die sich weitgehend am bisherigen Verlauf orientiert und zwischen 6,50 und 7 Meter breit ist – also ausreichend Platz für den Begegnungsverkehr. Neu ist die Idee, gleich bei der Einfahrt am Kurpark einen Querungshilfe zu installieren, die laut Kurz ein „erhebliches Mehr an Sicherheit für Fußgänger“ mit sich bringt. Auch soll der Vorplatz am Richard-Strauss-Institut gefälliger wirken. Ebenfalls interessant: Der Architekt möchte an der nördlichen Straßenseite sechs zusätzliche Längsparkplätze schaffen – ein Vorschlag, dem sich der besagte Ausschuss in einer separaten Abstimmung anschloss. Nicht anfreunden konnten sich die Kommunalpolitiker mit Rasenrillen auf den Stellflächen.

Die geschätzten Kosten für den westlichen Abschnitt belaufen sich nach Rathaus-Angaben auf rund 580 000 Euro. „Anlieger werden nicht beteiligt“, sagt Pressesprecherin Ute Leitner. Nicht enthalten in dieser Summe sind die Ausgaben für die Straßensanierung, da diese über das Faukenbach-Projekt abgerechnet wird.

Spannend dürfte es werden, wenn die Schnitzschulstraße im Osten an der Reihe ist. Planungsbüro und Rathaus-Verwaltung halten sich mit Details zurück. Fest steht: Dort ist nicht nur die bautechnische Herausforderung größer, sondern auch das Konfliktpotenzial. So ist beispielsweise im Gespräch, Parkplätze aufzugeben, um mehr Platz für Fußgänger zu schaffen.

Umleitungen sind nötig

Bei dem gesamten Vorhaben dürften auch die notwendigen Umleitungen, die unweigerlich Verkehrsbelastungen nach sich ziehen werden, für Diskussionsstoff sorgen. „Während der Bauzeit ist mit Einschränkungen zu rechnen“, kündigt Leitner an. Wie in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses zu erfahren war, sollen die Anlieger frühzeitig mit ins Boot geholt werden. Dazu sind Info-Versammlungen geplant.

Dies geht dem Gemeinderat Anton Hofer (Garmisch+Partenkirchen miteinander) nicht weit genug. „Das wird eine extreme Belastung“, ist er sich sicher. Davon sei der gesamte Ortsteil mehrere Jahre lang betroffen. Denn die Schnitzschulstraße sei ja nur ein Baustein des Faukenbach-Projekts. Die Betroffenen bräuchten daher einen Zeitplan, der zumindest grob aufzeigt, was wann und wo ansteht. Und man müsste für die Verkehrsumleitungen verschiedene Szenarien erarbeiten und diese mit den Anwohnern abstimmen.

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