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Ein paar Bier zapft sie noch: Angelika Bauer beendet am 10. März ihre Arbeit in der Eishütte des Eisstockclubs Partenkirchen. Über 16 Jahre hat sie sich dort aufopferungsvoll um ihre Gäste gekümmert. 

Zum Bedauern vieler Stammgäste

Pächterwechsel in der Eishütte

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Es ist ein Kleinod zwischen dem Kainzenbad und dem Klinikum: Dort liegt die Welt von Angelika Bauer. Über 16 Jahre war sie die Pächterin der Eishütte und hat viele Stammgäste gewonnen. Nun zieht die Gastronomin einen Schlussstrich. Ein Abschied, der ihr nicht leicht fällt.

Garmisch-Partenkirchen – Angelika Bauer feiert am Donnerstag einen runden Geburtstag. Den 50.. Den lässt sie nicht unter den Tisch fallen. Sie macht’s pragmatisch, fängt zwei Fliegen mit einer Klappe. Es wird eine Art Geburtstag und Abschied zugleich. Denn die Pächterin der Eishütte am Kainzenbad zieht einen Schlussstrich und gibt die Wirtschaft auf.

Zum Feiern war ihr schon mal mehr zumute. Denn der Schritt fällt der Gastronomin alles andere als leicht. „Da muss ich durch“, sagt sie. „Man kann’s nicht ändern.“ Vor über 16 Jahren hat Bauer die Eishütte, die dem Eisstockclub Partenkirchen gehört, übernommen. Ihr Herz hängt dran. Aber es bleibt bei der Entscheidung. Ihrer Gesundheit zuliebe. Ihre Eltern, die ihr viel geholfen haben, können sie nicht mehr in dem Pensum wie früher unterstützen. Bauer ist mit ihren zwei Mitarbeitern auf sich gestellt. „Es geht nimma, mir wird das zuviel.“ Ihre ganze Energie hat sie in die Eishütte, die über rund 80 Plätze verfügt, gesteckt, im Winter täglich zwischen 12 und 18 Stunden gewerkelt und ihren Kunden den bestmöglichen Service geboten.

Die treuen Gäste, die das Kleinod geschätzt haben, müssen nun die bittere Pille schlucken. Seit Montag räumen Bauer und ihr Team die Räumlichkeiten aus. Der Küchenbetrieb wird am Mittwoch eingestellt, am 10. März ist dann mit Frühschoppen und den Stammtischen Schluss. Den Rückzug Bauers bedauert auch Florian Krempl. „Es ist eine harte Entscheidung, weil wir sehr zufrieden waren“, sagt der ECP-Vorsitzende. Die Pächterin habe viel aus der Eishütte gemacht. Und dennoch: „Wir müssen den Entschluss akzeptieren.“ Ein Nachfolger für Bauer ist bereits gefunden. Seinen Namen möchte Krempl noch nicht verraten. Dafür versichert er bereits jetzt, dass der Übergang relativ fließend ablaufen soll. Ohne allzu große Pause, sodass die Gäste wieder in der Eishütte einkehren können.

Für Bauer, deren Eltern in der Vergangenheit zum Beispiel die Heiß’n Stube in Grainau oder den Gasthof zur Sonne in Unterammergau bewirteten, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Einen Job hat sie längst – in der Küche im Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Quasi um die Ecke. Man kann sagen, sie behält die Eishütte im Auge. Trotzdem glaubt die 49-Jährige, dass ihr die Arbeit dort und der Umgang mit den Leuten fehlen wird. Ganz kehrt sie der Wirtschaft aber nicht den Rücken. Wenn das Verhältnis mit dem neuen Pächter passt, will sie dort künftig vorbeischauen. Dann in einer anderen Rolle. Als Gast, der sich bedienen lassen kann.

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