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Grillen macht ihm trotzdem noch Spaß: Andreas Weih (r.) zusammen mit seinem Spezl Flori Ferkau in dessen Garten. Bei Hermes bestellt Weih so schnell nichts mehr.

Ärger mit Zustelldiensten

Garmisch-Partenkirchner bestellt Grillsoßen online - doch Hermes liefert ewig nicht

Er wurde auf die Geduldsprobe gestellt: Andreas Weih bestellte Grillsoßen im Internet. Doch das Paket tauchte einfach nicht auf. Jetzt bietet Hermes eine Wiedergutmachung an.

Garmisch-Partenkirchen – Am Ende hatte Andreas Weih gar keine Lust mehr, die Antworten und Nachrichten zu lesen, die der Paketversand Hermes ihm zukommen ließ. Der Inhalt klang stets gleich: „Ich wurde immer wieder auf den nächsten Tag vertröstet.“ Morgen, hieß es, würde das Paket zugestellt. Doch das ist drei lange Wochen lang nicht passiert. Erst als Weih mit einer Anzeige drohte, tauchte das Paket doch noch in Garmisch-Partenkirchen auf. Der Geschmack am Inhalt wäre dem 38-Jährigen bis dahin fast vergangen.

Dabei freute er sich ursprünglich auf das Packerl, dass aus Stuttgart ins Werdenfelser Land kommen sollte. Darin: Grillsoßen vom Senf-Hersteller Händlmaier. Und zwar nicht irgendwelche, sondern eine mit süßem Senf. „Die schmeckt richtig gut“, sagt Weih. Entdeckt hatte er die Soße im heimischen Supermarkt. Doch dort gab es sie dann nicht mehr. Also suchte der Mitarbeiter eines Eishockey-Geschäfts online nach einer Lösung. Und bestellte sich einen Vorrat direkt beim Hersteller. Was nach einer guten Alternative klang, sollte sich jedoch als Nervenkrieg entpuppen. Denn das Paket tauchte einfach nicht auf.

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„Es kam zu einer ungewöhnlichen Verzögerung, für die wir uns aufrichtig entschuldigen möchten“, erklärt Hermes-Unternehmenssprecherin Marei Martens auf Anfrage. Und gibt den Schwarzen Peter an Andreas Weih zurück: Er habe ihren Worten nach dann gewollt, dass die Zustellung bei einem Paket-Shop erfolgt. Dort habe man die Soßen dann gelagert. „Ohne vom Empfänger abgeholt zu werden“, unterstreicht die Sprecherin.

„Totaler Quatsch“, sagt Weih und schüttelt den Kopf. Vielmehr habe Hermes darum gebeten, auf den Paket-Shop zu wechseln. Doch auch dort seien die Grill-Soßen lange nicht angekommen. Viel Ärger zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Denn mittendrin ist der Garmisch-Partenkirchner gerade zum ersten Mal Vater geworden. Da wollte er sich eigentlich um etwas anderes kümmern, als um ein verschollenes Paket.

Das ist nach drei Wochen tatsächlich doch noch bei einem Shop in Garmisch-Partenkirchen abgegeben worden. Eine Zeit, nach der für Weih eines feststeht: „Nie wieder Hermes.“ Der Paketdienst hofft dagegen, ihn als Kunden zu behalten. „Wir möchten Herrn Weih gern zum Barbeque einladen“, schlägt Martens als Wiedergutmachung vor. Weih glaubt der Aussage erst, wenn es wirklich dazu kommt. Zu lange hat er von Hermes immer nur eines gehört: Vertröstungen auf den nächsten Tag.

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