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Ein Favorit auf den Sieg: Christoph Senn.
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Hoch die Krüge: Wie alle Festzelt-Besucher machen die Trachtlerinnen beim Publikumsversuch mit.
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„Ziag o!“ Gemeinderat Hubert Filser gibt alles.
Beißt die Zähne zusammen: Lukas Schmieden legt beim Maßkrugstemmen die Bestleistung hin – und gewinnt am Ende mit seinem Teamkollegen Martin Krätz.
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Beißt die Zähne zusammen: Lukas Schmieden legt beim Maßkrugstemmen die Bestleistung hin – und gewinnt am Ende mit seinem Teamkollegen Martin Krätz.
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Herkules im Doppelpack

Starke Männer in Action: 15 Teams lassen beim Kräftezweikampf ihre Muskeln spielen

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Testosteron liegt in der Luft: Beim ersten Kräftezweikampf der Partenkirchner Festwoche zeigen Muskel-Männer ihre ganze Stärke. 15 Teams treten im Stoaheben und Maßkrugstemmen gegeneinander an. Selbst das Publikum bleibt nicht verschont.

Garmisch-Partenkirchen – Christoph Senn pustet, geht in die Kniebeuge, reißt an. Und nochmal. Und nochmal. Der Tiroler lupft den 214 Kilo schweren Stein mit aller Kraft hoch. Er knackt sie, die Ein-Meter-Marke. Mehr geht nicht. Der amtierende österreichische Staatsmeister im Bodybuilding lässt sich feiern, posiert mit angespanntem Bizeps. Jetzt ist sein Teamkollege Thomas Posch dran. Disziplin: Maßkrugstemmen. Senn feuert ihn lautstark an, als der Arm zu zu zittern beginnt. Bei 1,12,60 Minuten stoppt die Zeit. Eine Top-Leistung der beiden. Das muss doch für den Sieg reichen. Von wegen.

Die Konkurrenz beim ersten Kräftezweikampf der Partenkirchner Festwoche am Montagabend ist stark. Selbst für ein stählernes Mannsbild wie Senn, der im vergangenen Jahr in seiner Heimat alles abgeräumt hat, was abzuräumen war und deshalb die Profikarte bekam. Schon vor dem Wettkampf werden er und Posch als heiße Titelfavoriten gehandelt. Wie auch Peter Pakas, der mit Wolfgang Fellier antritt. Der Spitzen-Heber hat vor zwei Wochen im Garmischer Festzelt im Supergewicht gewonnen. Ihn kennen die – trotz strömenden Regen – zahlreich erschienenen Zuschauer. Seit etwa 40 Jahren reist er zum Kräftemessen ins Werdenfelser Land. Es sieht gut aus mit dem nächsten Erfolg. Der Meter – geschafft, das Publikum flippt aus. Die Lärmkulisse im Zelt – enorm.

Und zack - da hat‘s die Lederhosen zerrissen

Der 63-Jährige und Fellier landen auf Rang vier, Senn und Posch auf dem zweiten Platz. Niemand kann an dem Abend Martin Krätz (28) und Lukas Schmieden (26) das Wasser reichen. Die zwei jungen Bodybuilder aus Hausen und Kaufbeuren holen mit insgesamt 183,92 Punkten souverän den Sieg (siehe Kasten). Vor allem Muskel-Koloss Schmieden – Bizeps-Umfang 49 Zentimeter – deklassiert die Konkurrenz. Er hält den acht Kilo schweren Maßkrug, ein normaler eingeschenkter wiegt 2,6 Kilo, am längsten von allen Teilnehmern nach oben. „Ein Wahnsinns-Wert“, jubelt Josef Grasegger, der mit Marco Wanke den Zweikampf humorvoll moderiert.
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Die zwei Herkulesse können ihren Triumph angesichts des erstklassig besetzten Starterfelds kaum fassen. „Gegen solche Leute zu gewinnen“, sagt Krätz und spielt vor allem auf den Tiroler Senn an, „ist unglaublich.“ Nur feiern können die beiden nicht, sie müssen gleich nach der Siegerehrung die Heimreise antreten. Aber schon mit einem Ziel vor Augen: die Titelverteidigung beim nächsten Kräftezweikampf.

Wann dieser erneut stattfindet? 2020 wohl eher nicht. „Wir denken an einen Zwei- oder Drei-Jahresrhythmus“, sagt Andreas Grasegger, Vorsitzender des Trachtenvereins „Werdenfelser Heimat“ Partenkirchen. Von der Premiere ist er jedenfalls begeistert. Außer einer am Hinterteil gerissenen Lederhosen läuft alles nach Plan ab: Volles Zelt, Super-Stimmung und die erhoffte Teilnehmerzahl.

Farchanter kommen mit Kinder-Fanclub

15 Teams melden sich an, die unter den strengen Blicken der Kampfrichter, den Legenden Hans Zerhoch, Florian Klöck, Michi Porer und Wanke, ihre Muckies spielen lassen. Neben den gut vertretenen Farchantern, die ihren eigenen Kinder-Fanclub mitgebracht haben, sind viele Lokalmatadore dabei. Auch Gemeinderat und Sportreferent Hubert Filser versucht sein Glück. „Es ist heute seine Verpflichtung mitzumachen“, scherzt Moderator Grasegger, „weil die Bürgermeisterin keine Zeit hat.“

Selbst die Zuschauer bleiben nicht verschont. Die zwei Ansager fordern sie auf, sich von den Plätzen zu erheben und ihren Maßkrug zu stemmen. Sie schaffen’s über eine Minute lang. „Guat is ganga“, lobt sie Grasegger, ehe die Musikkapelle Partenkirchen wieder ein Stück spielt.

Für einen wie Hans Zerhoch ein Kinderspiel. Wäre es wohl auch, den 214-Kilo-Stein zu lupfen. „Ich hab’ schon 300 mit zwei Fingern geschafft“, sagt der Hohenpeißenberger. Er war der Dominator in der Szene, sogar dreimal Weltmeister im Kraftdreikampf. Gebitzelt hätte es ihn schon, im Partenkirchner Festzelt noch einmal sein Können zu demonstrieren. „Aber im Alter“, sagt der 68-Jährige, „muss man mal kürzertreten.“ Und anderen, jüngeren Kraftpaketen, wie Krätz und Schmieden, die Chance auf das Erfolgserlebnis lassen.

Die Ergebnisse: 

Platz 1: Martin Krätz (Steinheben: 97 Zentimeter), Lukas Schmieden (Maßkrugstemmen: 1,26,92 Minuten) – gesamt: 183,92 Punkte; 2. Christoph Senn (100), Thomas Posch (1,12,60 ) – 172,60; 3. Andreas Jahn (96), Wolfgang Hiller (1,06,81) – 162,81; 4. Peter Pakas (100), Wolfgang Fellier (1,00,38) – 160,38; 5. Jonas Hornsteiner (66), Leonhard Auer (1,07,81) – 133,81; 6. Josef Mayerhofer (90), Kare Simon (00,37,84) – 127,84; 7. Christian Lippert (73), Tino Gansler (00,54,29) – 127,29; 8. Karten Müller (54), Franz Streitel (1,07,89) – 121,89; 9. Hansjörg Schnitzer (57), Sebastian Klöck (00,58,72) – 115,72; 10. Korbinian Schmid (60), Hansi Schmid (00,53,83) – 113,83; 11. Hans Schnitzer (50), Hubi Filser (00,56,15) – 106,15; 12. Michi Manhart (67), Hans Hiebler (00,37,94) – 104,94; 13. Benedikt Glatz (56), Franz Porer (00,48,00) – 104,00; 14. Josef Gröbl (49), Florian Stimpfle (00,34,28) – 83,28; 15. Michael Grasegger (38), Hannes Hornsteiner (00,40,17) –78,17.

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