+
Volles Zelt: Die Musikkapelle Partenkirchen unter der Leitung von Josef Grasegger umrahmt das Festprogramm.

2000 Gäste kamen

Partenkirchner Festwoche eröffnet: Tradition statt Show

  • schließen

Was für ein Auftakt: Rund 2000 Besucher strömten zur Eröffnung der Partenkirchner Festwoche ins Bierzelt am Wank. Hier gibt es die schönsten Impressionen.

Garmisch-Partenkirchen Im Festzelt in Partenkirchen zapft niemand an. Das machen nur Zeltbetreiber, denen Unterhaltung wichtiger als Brauchtum ist, sagt Andreas Grasegger, der Chef der Partenkirchner Trachtler. Noch nie habe man überlegt, den Ablauf zu ändern für ein bisschen mehr Show. Die Festwoche in Partenkirchen stehe für Tradition. Und die Tradition schreibt in diesem Fall vor, dass die Bürgermeisterin nicht anzapft sondern anstößt.

Nun wächst und wandelt sich Brauchtum in der heutigen Zeit auch. Hansjörg Ostermair – der Wani – hat eine schöne, kleine Gepflogenheit eingeführt, die sein Nachfolger aufgreift. Ostermair, immerhin neun Jahre an der Spitze des Volkstrachtenvereins, trug am Eröffnungstag mit Vorliebe ein Tücherl in ausgefallenen Farben zur Tracht. Graseggers Hommage an den Vorgänger leuchtete in pink. Das Tuch hatte ihm seine Ehefrau am Morgen geschenkt. Damit stach der Vorsitzende heraus aus der Masse an grauen Trachtenjacken. Das schadet ja nie als Gastgeber, der bei einer Festwoche jederzeit und überall gesucht wird.

Für Trachtler-Chef Andreas Grasegger ist es die Premiere

Ein Blickfang beim Festzug durch die Ludwigstraße: der Nachwuchs des Volkstrachtenvereins.

Für Grasegger ist es die erste Bierzelt-Saison in der Chef-Position. In keiner anderen Woche steht der Vorsitzende des Volkstrachtenvereins (VTV) „Werdenfelser Heimat“ derart im Vordergrund. Natürlich war er aufgeregt vor seiner Eröffnungsrede, die gewissermaßen auch seine Visitenkarte für alle, die ihn bislang noch nicht kannten, war. Ein Abend ohne Adrenalin im Blut wäre da nicht normal gewesen. „Aber ich habe mir das schlimmer vorgestellt“, sagt der Siaßn-Anda. Bevor er die große Holzbühne betrat, eingerahmt von Blaskapelle und der Trachten-Jugend, nahm er noch einen großen Schluck vom „guaden Bier“. „Da war die Stimme geölt.“ Wie ein Sportwagen. So sprach er dann auch. Flott und präzise. „Wenn du einmal anfängst, dann läuft’s.“

Stoßen auf die Festwoche an: Trachtler-Chef Andreas Grasegger und Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer.

Dieses Bier zeigt offenbar eine magische Wirkung. Es ist schließlich kein normales, sondern eine Sonderanfertigung. Gebraut auf Wunsch der Partenkirchner in einem eigenen Sud. Das habe es auch noch nie gegeben, betont Schriftführer Michael Kratzmair. Doch Matthias Husel, der Brauer aus Ettal, gilt als Tüftler, der für derartige Anfragen immer zu haben ist. Herausgekommen ist ein kräftiges, süffiges Märzenbier mit rötlicher Färbung. „Wie wir’s uns gewünscht haben“, sagt Kratzmair. Nur übertreiben dürfe man es nicht in dieser Woche. Als Mitglied des Festausschusses trage man Verantwortung. „Du musst dich a bissl zusammenreißen.“ Ein wankender Vorstand gebe – nicht nur sinnbildlich gesprochen – eine schlechte Figur ab. Ansonsten bleibt Grasegger und Co. genügend Zeit, die Festwoche auch zu genießen. Die Vorbereitungsphase sei schlimmer und anstrengender gewesen als alles, was die Mannschaft nun erwartet, betont der Trachtler-Boss. Gleich nach der Festrede wich der Druck, und die Vorfreude kehrte zurück.

„Der Klimawandel macht sich bemerkbar: In Garmisch regnet‘s, in Partenkirchen is schee“

Zum Auftakt präsentierten die Partenkirchner den passenden Brauchtums--Mix aus Festzug, Blasmusik, Tanz und Ehrungen. Glücklicherweise passte das Wetter. Nicht wie bei den Kollegen in Garmisch vorigen Monat, was CSU-Frontfrau Elisabeth Koch gleich für ein Bonmot nutzte. „Der Klimawandel macht sich bemerkbar: In Garmisch regnet’s, in Partenkirchen is schee.“ Der Regen setzte erst ein, als alle Gäste sicher im Zelt, das 2000 Menschen fasst, verstaut waren. Kochs politische Gegenspielerin Sigrid Meierhofer (SPD) dirigierte, wie es sich eingebürgert hat, die Blaskapelle. Auch wenn Schriftführer Kratzmair verrät, dass man dafür nicht dirigieren können muss. Danach gehörte die Bühne den Trachtlern und Musikern.

Fotostrecke: Partenkirchner Festwoche eröffnet: Tradition statt Show

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Filmkulisse Isartal: eine bayerische Traumfabrik
Hunderte TV-Produktionen, Werbefilme und sogar Streifen für Erwachsene wurden im Isartal gedreht. Die Buchungen von Urlaubern nehmen nach jeder Ausstrahlung sprunghaft …
Filmkulisse Isartal: eine bayerische Traumfabrik
166 Fingerhakler am Kampftisch: Einer holt sich den 11. Meistertitel in Folge
Schmalz im Finger und die richtige Technik waren gefragt, als an Mariä Himmelfahrt in Garmisch-Partenkirchen die 60. Deutschen Meisterschaften im Fingerhakeln anstanden. 
166 Fingerhakler am Kampftisch: Einer holt sich den 11. Meistertitel in Folge
Sie wollte nach Bierzelt-Besuch nach Hause fahren - Taxi-Fahrer vergewaltigt 24-Jährige
In Garmisch-Partenkirchen wollte eine junge Frau Montagnacht nach Hause fahren. Sie stieg am Marienplatz in ein Taxi - und wurde von dessen Fahrer vergewaltigt.
Sie wollte nach Bierzelt-Besuch nach Hause fahren - Taxi-Fahrer vergewaltigt 24-Jährige
573 Unterschriften gegen Umbau der Passionsbühne 
Stürmische Zeiten stehen Oberammergau bevor: Am Freitag traf die Baugenehmigung für den Umbau der Bühne im Passionstheater ein, gleichzeitig wurde dagegen ein …
573 Unterschriften gegen Umbau der Passionsbühne 

Kommentare