Kontrolle in Griesen: Die Einreise wird ab sofort wieder genau überwacht.
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Kontrolle in Griesen: Die Einreise wird ab sofort wieder genau überwacht.

Grenzverkehr im Landkreis

Ab Mittwoch: Grenzpendler brauchen Nachweis vom Landratsamt

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Der Grenzverkehr nach Tirol ist seit Sonntag stark eingeschränkt. Einige Pendler wird es hart treffen. Aber auch im Landratsamt rauchen am Montag die Köpfe, wie die neue Vorgabe aus München umgesetzt werden kann.

Landkreis – Die Grenzen sind wieder dicht: Pünktlich in der Nacht auf Sonntag um 0 Uhr haben Einheiten der Bundes- sowie der bayerischen Grenzpolizei mit den stationären Kontrollen der beiden großen Übergänge an den Bundesstraßen 2 (Mittenwald) und 23 (Griesen) begonnen. „Wir unterstützen die Bundespolizei bei dieser Arbeit“, betont Thomas Haberger, Leiter der Murnauer Dienststelle der Grenzpolizei. Denn grundsätzlich ist die Kontrolle der Außengrenzen Aufgabe der Bundespolizei.

Rund um die Uhr sind die beiden Grenzposten ab sofort besetzt. „Zunächst waren wir von 5 bis 20 Uhr ausgegangen, aber dazu hat es eine neue Entscheidung gegeben“, betont Haberger. Für ihn persönlich mehr als nachvollziehbar. „Für die Pendler ist das schon besser. Wenn man zum Beispiel an einen Arzt denkt, der spät noch eine OP ausführen muss.“

Erste Ausflügler müssen bereits wieder zurückgeschickt werden

Am Sonntag blieb der große Ansturm an den Übergängen noch aus. Für Griesen vermeldet Haberger aber durchaus einige Ausflügler, die an Ort und Stelle zum Umkehren aufgefordert wurden. Der Verkehr dürfte jedoch bereits am heutigen Montag deutlich zunehmen, wenn die Pendler an den Grenzen anrücken.

Wie genau die Regelungen für den sogenannten kleinen Grenzverkehr aussehen werden, muss bis Dienstag geklärt werden, Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) nannten gestern bei einer Pressekonferenz an der Grenze Schirnding im Hotspot-Landkreis Wunsiedel (Oberfranken) aber schon einige Details. Fazit: Bis Dienstagabend gilt noch eine gewisse Übergangsfrist. Am Mittwoch wird das System scharf geschaltet. Im Klartext: Nur noch Pendler in systemrelevanten Berufen, die unabdingbar in ihrem Betrieb benötigt werden, können die Grenze passieren. Allerdings nur mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Letzteres betrifft auch den Güterverkehr. Und – neue Vorgabe: Pendler müssen sich einen Bescheid oder einen Ausweis beim Landratsamt besorgen. Ein einfaches Schreiben vom Arbeitgeber reicht nicht mehr als Dokument.

Landrat Anton Speer sieht die nächste Zusatzaufgabe für seine Kreisverwaltung

Anton Speer (FW) seufzt bei diesen Neuigkeiten: „Wieder eine neue Aufgabe für uns.“ Einzelheiten hatte auch der Landrat am Sonntagmittag noch keine vorliegen. „Wir müssen uns am Montagmorgen gleich zusammensetzen und mit den Juristen abklären, was zu tun ist. Ich weiß nur, dass es eine Art behördliche Bescheinigung geben soll.“ Am Freitag waren die Landräte von den Plänen der bayerischen Regierung per Videokonferenz in Kenntnis gesetzt worden. Doch seither überschlugen sich die Ereignisse – besonders in Sachen Pendler. Speer ist ein klarer Gegner von festen Grenzschließungen, verweist immer wieder auf rund 30 Arbeitskräfte aus Tirol, die allein schon im Klinikum Garmisch-Partenkirchen angestellt sind – und dort gebraucht werden. Ihm ist aber auch die Gefahr bewusst, die im Nachbarland lauert: „Wenn es nicht ernst wäre, würden wir das jetzt nicht tun müssen“, urteilt Speer. „In diesen sauren Apfel müssen wir jetzt wohl beißen, denn es ist wichtig, dass wir die Mutationen nicht zu uns reinholen.“

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