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Kein Unterricht : Alle Fünft- bis Neuntklässler der Zugspitz-Realschule haben am Montag wegen Lehrermangels frei. 

Zugspitzrealschule

Darum haben 320 Schüler Unterrichtsfrei

Der tägliche Traum eines jeden Schülers wird für die Fünft- bis Neuntklässler der Zugspitz-Realschule diesen Montag wahr: Der Unterricht fällt aus. Schöne Bescherung.

Garmisch-Partenkirchen – „Am Montag, 10. Juli, ist für Ihren Sohn / Ihre Tochter unterrichtsfrei. Schüler aus den Jahrgangsstufen 5 bis 9 werden gebeten, zu Hause zu bleiben.“ Mit diesem Rundschreiben wandte sich Direktorin Regina Spitzer von der Zugspitz-Realschule am vergangenen Donnerstag an die Eltern. Aufgrund einer dünnen Personaldecke sehe man keine andere Möglichkeit, als den Unterricht ausfallen zu lassen. Die Schüler werden gebeten, „einen häuslichen Arbeitstag“ einzulegen, heißt es weiter im Schreiben. Selbstverständlich ist die Betreuung der Schüler garantiert. Wer also nicht zu Hause bleiben kann oder möchte, wird vor Ort von einigen wenigen Lehrkräften betreut. Bildung erfährt am Gamsangerweg aber niemand an diesem Tag.

An der Realschule stehen an diesem Tag die mündlichen Abschlussprüfungen für die zehnte Klasse an. Die Schulleitung hat sich entschlossen, fast alle der 43 Tests auf einen Tag zu legen. Mehr als die Hälfte der 24 Lehrkräfte der Schule, freilich jeweils in unterschiedlichem Umfang, sind in dieses Prozedere eingebunden. Lediglich zehn unter ihnen sind völlig frei von Prüfungen. Zusätzlich muss sich die Schule wohl mit längerfristigen Vertretungsfällen wie Mutterschutz und Elternzeit auseinandersetzen. „Für Ausfälle über sechs Wochen stehen Haushaltsmittel bereit, um Aushilfen zu beschäftigen“, erklärt Ludwig Unger, Leiter der Pressestelle des Kultusministeriums. Ob dies in allen Fällen zum Tragen kommt, ist nicht einsehbar. Generell zu dünn sei die Personaldecke an weiterführenden, bayerischen Schulen aber keinesfalls. „Unter Normalbedingungen ist die Zugspitz-Realschule sehr gut mit Lehrkräften versorgt“, versichert Unger. Lediglich ein Spezialfall also. „Es ist nicht praktikabel, Aushilfen oder sogenannte Integrierte Lehrerreserven für einen so kurzen Zeitraum einzusetzen“, erklärt er weiter die Sachlage. Dahingestellt sei die Frage, ob man am Montag vielleicht keinen Engpass hätte, wären längerfristige Ausfälle bereits nachbesetzt worden. Tatsache hingegen ist, dass die Vertretungspläne an der Zugspitz-Realschule nach Informationen unserer Zeitung aktuell lang sind. Aber auch das anscheinend ein Einzelfall. „Zu Beginn eines jeden Schuljahres werden die Unterrichtsstunden kalkuliert und Bildungseinrichtungen daraufhin mit der notwendigen Anzahl an Lehrern versorgt, die sich aus Schüleranzahl und Stundentafel ergeben“, erklärt der Leiter der Pressestelle. Alles sauber, heißt es also letztlich. Dann stellt sich nur noch die Frage, inwieweit ein Unterrichtsausfall zum Zwecke der Prüfungen an einem einzigen Tag Sinn macht.

Auf alle Fälle freuen werden sich die gut 320 Schüler, die am Montag ausschlafen können, während ihre Kameraden aus den zehnten Klassen schwitzen müssen.

Martina Baumeister

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