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Treue Fans aus Österreich jubeln für den Schweizer Fahrer Beat Feuz (v. l.): Florian Schlögl, Patrick Schlögl, Mathias Wegscheider, Matthias Schlögl und Mario Larl.

Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen: Zuschauerziel nicht erreicht, trotzdem zufrieden

Peter Fischer verteidigt Strecke nach Stürzen: „Das waren Fahrfehler“

Eine volle Tribüne, also 2600 Fans, hatte sich Chef-Organisator Peter Fischer für das Abfahrtsrennen am Freitag gewünscht. Das ging mit 1400 Zuschauern auf dem Gerüst nicht in Erfüllung. Dennoch zeigte er sich zufrieden mit der Stimmung. Die wurde durch schwere Stürze aber getrübt. 

Der Hubschrauber fliegt Valentin Giraud Moine in die Unfallklinik. Er hat sich beim Sturz beide Knie ausgekugelt.

Garmisch-Partenkirchen – Da stand Peter Fischer auf der Tribüne in der Sonne. Gelächelt hat er. Erstaunlich entspannt wirkte der Chef des Weltcup-Organisationskomitees. Konnte er ja auch sein. Den Athleten gefiel die Strecke, die Helfer hatten sie top präpariert. Das Wetter spielte mit. Und dann sagte Fischer diesen Satz. Dass er sich erst so richtig entspannt, wenn nichts passiert, sich kein Fahrer verletzt. Wenn der Rettungshubschrauber am Boden bleibt. Das war am Donnerstag während des Abfahrtstrainings der Männer in Garmisch-Partenkirchen. Dann kam der Freitag. Und der Helikopter flog zweimal.

Kein Wunder also, dass sich Fischers Gesichtszüge verhärtet hatten. „Jeder Sturz ist einer zu viel – da brauch’ ma nicht reden“, sagte er nach einer Unterbrechung, in der der Franzose Valentin Giraud Moine in die Unfallklinik Murnau geflogen wurde. Doch stellte Fischer auch klar: An der Strecke lag’s nicht. Auf seine Abfahrt und das Präparierungsteam lässt er nichts kommen. „Das waren Fahrfehler.“ Die Kandahar sei nun mal anspruchsvoll. „Das war sie, ist sie und wird sie in zehn Jahren noch sein.“ Im Vergleich zu Donnerstag war die Strecke – gerade am Kramersprung – durch eine veränderte Kurssetzung noch einmal schneller geworden. Das, vermutet Fischer, hat manchen Fahrer überrascht. In der Abfahrt am Samstag werde es die Stürze daher nicht mehr geben.

Österreicher jubeln für Schweizer Fahrer

Ohnehin soll diese Abfahrt, die für das abgesagte Lauberhornrennen in Wengen ausgetragen wurde, nicht als Sturzfestival in Erinnerung bleiben. Zum einen, „weil’s so viele nun auch nicht waren“. Zwar beendeten elf Fahrer das Rennen nicht, doch nicht jeder von ihnen landete im Fangnetz. Zum anderen, weil sich Garmisch-Partenkirchen einmal mehr als guter Weltcup-Veranstalter präsentiert hat.

Fischer jedenfalls zeigte sich zufrieden. Eine volle Tribüne, also 2600 Zuschauer, hatte er sich im Vorfeld für das Freitagsrennen gewünscht. Für zehn Euro bot er alle Tickets an. Sein Ziel erreichte er trotzdem nicht. Auf 1400 schätzte er die Fans auf der Tribüne. Die aber boten den Athleten einen gebührenden Empfang. Besonders fielen die vier Burschen auf mit dem riesigen Beat-Feuz-Plakat hinter sich – und den nackten Oberkörpern. Auch Stadionsprecherin Evi Ott wies gleich auf die Anhänger des Schweizer Skifahrers hin. Nur: Die jungen Männer kamen gar nicht aus der Schweiz, sondern aus Oberperfuss in Österreich. Warum sie für Feuz jubeln? Ganz einfach: Seine Freundin, „die Kathi“, kommt aus dem Dorf in Tirol. Man kennt sich. Zumal der Schweizer auch jedes Jahr bei dem Fußballturnier dabei ist, das die Oberperfusser Fans veranstalten. Etwa 15 Spezl bringt er aus seiner Heimat mit. Darum fahren die Burschen für Feuz nicht nur nach Garmisch-Partenkirchen – auch nach Wengen wären sie ihm nachgereist. Mit Kuhglocken, Fanplakat und nacktem Oberkörper.

Wenn auch Feuz nicht gewonnen hat – gestürzt ist er ebenfalls nicht. „Zum Glück bin ich nach unten gekommen“, sagte der Fünftplatzierte im Ziel. Und verband seine Erleichterung mit einem Wunsch für diesen Samstag: „Ich hoffe, dass wir dann keine solchen Stürze mehr sehen.“ 

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