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Abschied schweren Herzens: Thomas Lichteneber (l.), hiermit Pfarrverbandschef Manfred Reitlinger. 

Berggottesdienste und Fusionen waren ihm ein großes Anliegen

Pfarrer Lichteneber hinterlässt eine große Lücke

Der Abschied fällt ihm schwer: Der evangelische Pfarrer Thomas Lichtebner kehrt in seine Heimat zurück. Besonders seine seelsorgerische Arbeit wurde geschätzt.

Garmisch-Partenkirchen – Vor sechs Jahren hat Thomas Lichteneber seinen Dienst in der damaligen Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Garmisch-Grainau angetreten. Jetzt verlässt der gebürtige Franke das Werdenfelser Land wieder und geht zurück in die Heimat. „In Hersbruck, nahe Nürnberg, übernehme ich ab 1. Oktober die vakante Pfarrstelle“, erklärt der 53-Jährige.

Rein private Gründe haben ihn zum Wechsel bewogen. So hätten sein ältester Sohn Johannes und die Schwiegertochter, beide berufstätig, gern Hilfe für den kleinen Sohn. Da sie ebenfalls in der Metropolregion Nürnberg wohnen und ihm sein eineinhalbjähriges Enkelkind Paul sehr ans Herz gewachsen ist, freue er sich darauf, künftig Opa-Pflichten zu übernehmen. Auch seine betagten Eltern und die Schwiegermutter leben in der Nähe und hätten gern mehr Unterstützung, zählt er weiter auf. Außerdem ist es seiner Frau Angelika, einige Jahre im Ausland und dann im Auftrag der Caritas als Leiterin des Asylbewerberheims St. Vinzenz und in der Asylberatung tätig, in der Region nicht gelungen, in ihren Beruf als Montessori-Lehrerin wieder einzusteigen. „Da hat sie im Großraum Nürnberg mehr Chancen“, ist Lichteneber überzeugt. Eine Reihe von Gründen also für das Ehepaar, das drei erwachsene Söhne hat, sich zu verändern. „In unserem Beruf ist es üblich, alle zehn Jahre die Pfarrstelle zu wechseln. Ich tue es vier Jahre früher.“

Sechs Jahre war Lichteneber auch stellvertretender Dekan im Dekanat Weilheim. Ein Amt, das er bereits in seiner vorherigen Pfarrstelle in Landsberg am Lech innehatte. Der Neuwahl im Herbst 2016 stellte er sich nicht wieder. „Karriere wollte ich in meiner Kirche nie machen. Ich bin mit Leib und Seele Gemeindepfarrer“, sagt Lichteneber.

Leicht fällt ihm der Abschied aus Garmisch-Partenkirchen allerdings nicht. „Mit seinem Weggang hinterlässt er eine große Lücke, denn besonders seine seelsorgerische Arbeit wurde in der Gemeinde sehr gelobt“, bedauert Pfarrverbandschef Manfred Reitlinger das Ausscheiden des geschätzten Kollegen. „Vieles haben wir gemeinsam in seiner Amtszeit erreicht“. Da ist zum Beispiel die vollzogene Fusion der zuvor getrennten Kirchengemeinden Garmisch und Grainau sowie Partenkirchen mit Burgrain, Farchant und Oberau.

„Es war mir wichtig, eine zukunftsfähige Struktur mit aufzubauen“, sagt Lichteneber und hebt das teamorientierte Arbeiten mit Haupt- und Ehrenamtlichen hervor. Auch die hier gelebte Ökumene, die Gemeinschaft mit den katholischen Kollegen, den Pfarrern Josef Konitzer und Andreas Lackermeier, sowie Pastor Peter Neuhaus von der Freien evangelischen Gemeinde sei etwas ganz Besonderes.

Am Herzen lagen ihm die Berggottesdienste und überhaupt die Arbeit im Bereich Bergspiritualität, wo er im Auftrag der evangelischen und katholischen Kreisbildungswerke auch als Ausbilder tätig war. Die einmalige Landschaft werde der passionierte Radsportler und Bergwanderer zwar künftig vermissen, „aber die Rückkehr nach Franken ist für mich so etwas wie Heimkommen“.

Margot Schäfer

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