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Sorgenvolle Miene: Pfarrer Andreas Lackermeier besichtigt den Schaden an der großen Stahlgussglocke.

Keine Gefahr für die Gläubigen

2,6-Tonnen-Glocke bricht aus Verankerung

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72 Jahre ist sie alt: Nun ist die Stahlgussglocke in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt aus ihrer Verankerung gebrochen. Der finanzielle Schaden ist nicht unerheblich.

Garmisch-Partenkirchen – Auf den Klang ihrer größten Stahlgussglocke muss die Pfarrei Maria Himmelfahrt im Ortsteil Partenkirchen ein paar Wochen lang verzichten. Am vergangenen Sonntag ist der 2,6-Tonnen-Koloss aus seiner Verankerung 75 Zentimer tief in den Glockenboden gefallen, weil der Haltebolzen gebrochen war. „Vermutlich wegen Materialermüdung“, sagt Pfarrer Andreas Lackermeier. Wie groß der Schaden an der Glocke ist, müssen jetzt die Experten einer Fachfirma feststellen, die bereits vor Ort waren. „Endgültige Gewissheit werden wir erst haben, wenn sie wieder hängt.“ Was eine größere Aktion werden dürfte, denn innerhalb des Turmes herrscht eine Enge, die die Arbeiten enorm erschwert. Lackermeier rechnet mit Kosten von einigen tausend Euro, die die Pfarrgemeinde selbst tragen muss. Von der Erzdiözese München dürfen die Partenkichner Katholiken keine finanziellen Hilfen erwarten. „Das müssen wir schultern“, sagt Lackermeier. Es gebe Rücklagen, „doch für Hilfe sind wir dankbar“.

Hinweise, dass mit der Glocke etwas nicht stimmt, erhielten Lackermeier und Mesner Anton Schretter am vergangenen Sonntag gegen 8.20 Uhr von einem Gläubigen, der den Gottesdienst besuchen wollte. Als Schretter in den Glockenturm stieg, um nachzuschauen, entdeckte er das Unglück. „Ich hatte schlimmste Befürchtungen“, räumt Lackermeier ein. Die sind allerdings nicht eingetreten. „Es schaut jetzt danach aus, als ob wir mit dem geringsten aller Schaden davonkommen. Die Gefahr, dass die Glocke in die Tiefe hätte stürzen können, bestand nie.“

Der Geistliche rechnet nicht damit, dass die Glocke schon bis Ostern wieder an ihrem angestammten Platz hängt und die Gläubigen zur Messe ruft. Das besorgen derzeit drei weitere Stahlgussglocken und die historische Bronzeglocke. Zudem hängt im Turm noch die Sterbeglocke.

Der gefallene Koloss ist eine Glocke mit Vergangenheit. Konsul Hans Lerch, der auch die Große Olympiaschanze 1950 zum Selbstkostenpreis von damals 300 000 Mark errichtet hatte, hatte sie gestiftet. Gegossen wurde sie von der renommierten Firma J. F. Weule in Bockenem im November 1945, wenige Monate nach Kriegsende. Kein Wunder, dass der Bolzen, der das Gewicht tragen musste, nach 72 Jahren unter der Last der 2600 Kilogramm gebrochen ist. 

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