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Das Bahnhofsareal zwischen Gleisen und Olympiastraße beschäftigt den Gemeinderat.

Gemeinderat macht eine Rolle rückwärts

Planänderung am Bahnhof: Statt Hotels kommen Pflegeschule und Seniorenheim

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Aus den Hotels, die auf dem Bahnhofsareal zwischen Gleisen und Olympiastraße gebaut werden sollten, wird nichts. Stattdessen entstehen dort eine Pflegeschule, ein Seniorenheim und mehr. Dafür musste der Markt frühere Beschlüsse kippen. Zudem laufen die Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer über einen Tausch.

Garmisch-Partenkirchen – Alles auf Anfang. Die Beschlüsse zur Entwicklung des Bahnhofsareals West zwischen Gleisen und Olympiastraße sind aufgehoben. Mit 26:1-Stimmen sprachen sich die Mitglieder des Gemeinderats dafür aus. Hintergrund des Ganzen: An Stelle der beiden Hotels, die Grundstückseigentümer Franz Hummel bauen wollte, sollen auf den 46 000 Quadratmetern unter anderem Bildung, Forschung, Seniorenwohnen sowie ein Wohnheim für die künftigen Kranken- und Pflegeschüler unterkommen.

Damit das auch gelingt, muss nicht allein der Flächennutzungsplan geändert werden. Erst einmal bedeutet das, das Areal an den Markt zu übertragen. Aktuell obliegt ihm zwar die Planungshoheit in Sachen Ortsentwicklung, Zugriff auf das Grundstück hat er aber nicht. Noch nicht. „Die Verhandlungen mit dem Besitzer laufen“, sagte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) in der Dezember-Sitzung. „Wir sind auf dem besten Weg“, bestätigt Hummel auf Tagblatt-Nachfrage. Dabei macht er aber auch deutlich, dass er nicht an einem Verkauf, sondern nur an einem Tausch interessiert ist.

Tausch mit Teilfläche des Abrams-Areals steht im Raum

Dafür steht ein Teilbereich des Abrams-Areals im Raum, das noch als Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber genutzt wird. Unter der Prämisse, dass der Markt Wohnraum für insgesamt 100 Personen – 70 anerkannte Flüchtlinge und 30 bedürftige Einheimische – schafft, gibt der Freistaat diese Nutzung auf. Dann wäre der Weg frei, auf einem Teil dieses Geländes auch Hummels Projekte unterzubringen.

Angesichts der laufenden Verhandlungen missfiel Alois Maderspacher (CSU), dass der Markt noch nicht im Besitz des Bahnhofsareals ist. „Wir werten hier ein Grundstück auf, das uns nicht gehört.“ Ein Einwand, den Meierhofer nachvollziehen konnte. „Wegen des Bildungszentrums stehen wir aber unter Zeitdruck“, betonte sie. Ab 2020 sollen alle Auszubildenden der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistische Ausbildung erhalten. Unter dieser Vorgabe ist das Bildungszentrum am Bahnhof geplant.

Daneben sind auf dem Gelände folgende Nutzungen vorgesehen: Geriatronik-Forschung, Mensa/Restaurant, Seniorenheim, Betreutes Wohnen, Wohnheim/Boardinghouse, Kletterhalle, mindestens 400 Stellplätze, die über den im Gebiet anfallenden Bedarf hinausgehen, Errichtung einer Mobilitätsplattform, der neue Bahnhof der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) und ein Hotel des Bergbahn-Unternehmens. Letzteres sei ein Platzhalter, sagte Meierhofer. „Noch gibt es keinen Bauantrag.“

Bester Standort für Pflegeschule und Seniorenheim

Für die Rolle rückwärts der Gemeinde bringt Hummel Verständnis auf. Er erinnert aber auch daran, dass auf seine Kosten bereits die Altlasten-Entsorgung und weitere vorbereitende Maßnahmen erfolgt sind. Schließlich befindet sich das Bahnhofsareal seit Jahren in seinem Besitz. Die Zeichen standen bislang immer zu Gunsten seiner Planung. Das heißt, neben der Kletterhalle, der Mobilitätsplattform und den BZB-Vorhaben sollten zwei Hotels auf den Wiesen im Anschluss ans Eisstadion entstehen. Dort jetzt stattdessen die Schule und das Seniorenheim unterzubringen, „macht Sinn“. Deshalb will er der Gemeinde auch nicht im Weg stehen. „Ich bin nicht der Totengräber, ich will nichts blockieren“, betont der Investor. Entscheidend für ihn ist, eine vernünftige Lösung für beide Seiten zu finden.

Den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, den Martin Schröter (FDP) im Gemeinderat ins Feld führte, sieht auch Hummel. „Deshalb baue ich auf der anderen Bahnhofsseite Wohnungen.“ Die Westseite soll aber, so der Wille der großen Mehrheit der Kommunalpolitiker, für Bildung, Forschung und Seniorenwohnen dienen. „Man kann nicht alles durcheinander würfeln“, mahnte Robert Allmann (SPD) in Richtung Schröter an.

Um den angestrebten Tausch mit Hummel über die Bühne zu bringen, muss der Investor von den Plänen der Gemeinde überzeugt sein. Auf die jetzt abgesegneten Vorhaben trifft das zu: „Mein Ziel ist, dass der gesamte Bahnhofsbereich vernünftig entwickelt wird.“

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