+
SPD-Kollegen im Dialog: (v. l.) Dr. Paul Wengert, Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Prof. Dr. Peter-Paul Gantzer und Harry Scheuenstuhl.

Beamte haben breites Aufgabenspektrum

Polizei: Wenig Personal – viel Sicherheit

  • schließen

Den verheerenden Personalstand der Polizei in Garmisch-Partenkirchen machten Teile der SPD-Landtagsfraktion bei einem Besuch in der Marktgemeinde erneut deutlich. Polizei-Präsident Robert Kopp soll Abhilfe und Aufstockung der Zahl der Beamten versprochen haben.

Garmisch-Partenkirchen – Wie bescheiden die Polizei in Garmisch-Partenkirchen in Sachen Personal aufgestellt ist, weiß man schon länger. Vor einem Jahr hatte der Oberammergauer Landtagsabgeordnete Florian Streibl (Freie Wähler) auf diesen Missstand hingewiesen. Dass sich die Lage neun Monate später noch einmal verschärft und mittlerweile dramatische Züge angenommen hat, machte Professor Dr. Peter-Paul Gantzer publik. Der Sicherheitsexperte der Landtags-SPD und gleichzeitig Ehrenkommissar der Bayerischen Polizei, der in seiner Politkarriere nach eigenen Worten „320 der 420 Inspektionen in Bayern besucht hat“, erklärte, dass der Sollwert bei 68 Stellen liegt, die Ist-Stärke sich aber aktuell bei nur 45 bewegt. „Das sind 33 Prozent zu wenig.“ Zudem schieben die Beamten Gantzer zufolge einen Berg von Überstunden vor sich her. Der Bayernschnitt betrage 90, in Garmisch-Partenkirchen liegt er bei 146. Mit eine Hinterlassenschaft des G7-Gipfels 2015, die noch nicht abgearbeitet ist.

Obwohl personell schlecht aufgestellt, leistet die Polizei in Garmisch-Partenkirchen ausgezeichnete Arbeit. Bei der Aufklärungsquote liegen die Männer und Frauen, die in der Inspektion an der Münchner Straße 80 und bei Streifenfahrten in Teilen des Landkreises Dienst tun, bundes- und bayernweit über dem Durchschnitt. In Deutschland beträgt die Quote 50 Prozent, in Bayern 60, in der Marktgemeinde 65 Prozent. „Die Sicherheitslage ist gut“, bemerkt Gantzer. „Hochachtung, was hier geleistet wird.“

„Hier muss was passieren.“

Die drei SPD-Politiker Dr. Paul Wengert, Gantzer und Harry Scheuenstuhl, die dem Arbeitskreis Kommunales, innere Sicherheit und Sport der Landtagsfraktion angehören, befanden sich am Montag und Dienstag auf Informationsfahrt in Garmisch-Partenkirchen. In einem Gespräch mit Polizei-Präsident Robert Kopp und Polizei-Direktor Thomas Kirchleitner soll Kopp den drei Politikern versprochen haben, das Personal in Garmisch-Partenkirchen aufzustocken. Eine Stelle sei zu wenig, sagt Gantzer. „Hier muss was passieren. Es müssen schon drei oder vier sein. Minimum.“ Die Aufgabe der Polizei in Garmisch-Partenkirchen besteht nicht nur darin, Sicherheit zu produzieren. Sie hat weitere Dinge zu erledigen, die die Belastung erhöhen und die Beamten an ihre Grenzen bringen. Beschäftigt sind sie auch damit, Asylbewerber, die per Flugzeug abgeschoben werden, an den Franz-Josef-Strauß-Airport zu bringen, Strafgefangene, die in der Justizvollzugsanstalt an der Loisachbrücke einsitzen, ins Krankenhaus nach Kaufbeuren zu transportieren oder Verdächtige einem Ermittlungsrichter in München vorzuführen. Zudem seien die Beamten durch Großerveranstaltungen und vermehrte Kontrollen innerhalb der Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung Abrams gefordert. Einen wichtigen Beitrag zu Entlastung der Polizeibeamten könnte Gantzer zufolge die Stationierung eines Ermittlungsrichters am Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen leisten. „Dafür wollen wir uns einsetzen.“ Groß Druck zu machen, steht allerdings nicht in SPD-Macht bei einer absoluten CSU-Mehrheit im Maximilianeum. Dennoch wollen sie alle Drähte glühen lassen, die ihnen zur Verfügung stehen.

Erschrocken über Zustand des Olympia-Stadions

Dreimal im Jahr besucht das SPD-Trio Gemeinden in ganz Bayern. Die Polizei ist nicht die einzige Baustelle, die die Politiker auf ihrer Stippvisite ausgemacht haben. Der marode Zustand des Olympia-Stadions erschreckte die drei Sozialdemokraten, Parteifreunde von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer. Sie zeigte Wengert, Gantzer und Scheuenstuhl woran’s fehlt. Die Landtagsabgeordneten äußerten Entsetzen darüber, dass die Gemeinde gezwungen ist, allein für den Unterhalt der historischen Sportstätte aufzukommen. „Das muss sich ändern“, sagt Wengert, der vor seinem Wechsel in die Landespolitik Bürgermeister von Füssen und Oberbürgermeister von Augsburg war und jetzt kommunalpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. Zudem will er sich dafür einsetzen, dass für die Sanierung des Kongresshauses Zuschüsse fließen. Beeindruckt war er von der Leistungsfähigkeit der Gemeindewerke, der Feuerwehr und davon, welche gute Arbeit der Olympia-Stützpunkt und das Richard-Strauss-Institut mit wenigen Mitarbeitern leisten. Analog der Polizei.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unfall auf A95: Gaffer folgten Abschleppwagen für Fotos
Auf der A95 bei Penzberg hat sich am Sonntagabend ein schwerer Unfall ereignet. Vier Menschen wurden verletzt. Die Autobahn war längere Zeit gesperrt. Und auch diesmal …
Unfall auf A95: Gaffer folgten Abschleppwagen für Fotos
Landesausstellung: Bayersoien bringt sich mit besonderem Beitrag ein
Eine Zeitreise in die Vergangenheit: Darauf dürfen sich die Besucher während der Landesausstellung in Bad Bayersoien freuen. Das „Museum im Bierlinghaus“ zeigt 2018 …
Landesausstellung: Bayersoien bringt sich mit besonderem Beitrag ein
Kritik an Partnachklamm-Schließung
Nachts geht nichts in der Partnachklamm. Dann sind die Eingangstore zu. Gerade für Wanderer und Bergsteiger, die früh aufbrechen oder spät zurückkehren, bedeutet das …
Kritik an Partnachklamm-Schließung
33 Feuerwehr-Einsätze in der Sturmnacht
Bäume fallen wegen der Orkanböen auf Straßen und Strommasten. Sogar ein Trampolin fliegt durch die Luft. Der Landkreis kommt dennoch glimpflich davon. 
33 Feuerwehr-Einsätze in der Sturmnacht

Kommentare