Polizei kontrolliert Radfahrer
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Es geht auch um die Sicherheit: Seit 6. juli kontrolliert die Polizei verstärkt Radfahrer (Symbolbild).

Startschuss ist am Montag, 6. Juli 

Kontrollaktion der Polizei: Radler unter Beobachtung

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Der Radverkehr hat in den vergangenen Jahren in Garmisch-Partenkirchen spürbar zugenommen. Und damit wurden auch die Probleme größer. Die Polizei will daher jetzt 14 Tage lang die Radler verstärkt kontrollieren. 

Garmisch-Partenkirchen – Das Thema Radfahrer – es polarisiert. Das hat allein die Diskussion um ein Radkonzept für den Markt Garmisch-Partenkirchen gezeigt. Die ging weit über das normale Maß hinaus. „Der Radverkehr hat stark zugenommen“, betont Christian Langenmair, der Chef der Polizei in Garmisch-Partenkirchen. Das führt zu Komplikationen. Fußgänger fühlen sich oft von flotten E-Bikern bedrängt, die Radler halten sich nicht an Verbote – die Bandbreite ist groß. „Das Rathaus und wir haben viele Beschwerden von Bürgern erhalten, dass sich Radfahrer nicht verkehrskonform verhalten“, sagt Langenmair. Daher hat sich die Inspektion durchgerungen, in ihrem Dienstgebiet im Juli 14 Tage lang verstärkte Rad-Kontrollen vorzunehmen. Der Fairness halber kündigt die Polizei die Aktion aber an, „denn wir wollen damit ja das Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmer für das richtige Verhalten schärfen“. Startschuss ist am Montag, 6. Juli.

E-Bikes: Höhere Gefahr von Unfällen

Radspaß für jedermann – unter diesem Motto sind in den vergangenen Jahren die Pedelecs (erfordert Tretunterstützung) und E-Bikes (fährt komplett von alleine wie ein Mofa) wie Pilze aus dem Boden geschossen. Auch ältere Generationen können nun mühelos Berge erklimmen, die vorher für sie tabu waren. Genau das aber erhöht die Gefahr. „Viele Bergradler würden ohne die Elektro-Unterstützung ja gar nicht mehr hochkommen. Das geht dann leicht, aber viele haben dann nicht das fahrerische Können, um auch den Berg runterzufahren“, sagt Langenmair. „Dadurch entstehen gefährliche Situationen für sich selbst oder andere.“ Der Polizeichef ist aber froh, dass er bisher keinen drastischen Anstieg an Rad-Unfällen verzeichnen muss. „Aber viele Fälle kriegen wir wahrscheinlich gar nicht mit, wenn nicht viel passiert außer ein paar Abschwürfungen.“ Doch nicht nur am Berg gibt es Probleme. Auch im Flachen sorgt die höhere Geschwindigkeit für Gefahrenpotenzial. „Wenn ein Autofahrer rückwärts aus seiner Einfahrt kommt und der Radfahrer mit 25 km/h daherkommt, kann es eng werden.“

Es ist aber nicht nur der E-Biker alleine, der für Ärger sorgt. Fahren in der Fußgängerzone, Rotlichtverstöße, Fahren entgegen der vorgeschriebenen Richtung – alle diese Verstöße betreffen letztlich alle Verkehrsteilnehmer mit einem Zweirad. Und genau darauf zielen nun die Kontrollen ab, die die Polizei ab 6. Juli vornehmen wird. Neben den Vergehen der Radfahrer selbst geht es den Beamten aber auch um den Schutzfaktor. „Es gibt auch Gefahren für Radfahrer, wenn die Radstreifen zugeparkt sind oder bei Überholvorgängen der Mindestabstand nicht eingehalten wird.“ Neuerdings sind es zwei Meter.

Polizei kontrolliert an neuralgischen Punkten in Garmisch-Partenkirchen

In den kommenden 14 Tagen wird die Polizei sehr genau hinschauen, Kontrollstationen an neuralgischen Punkten aufbauen. Einige nennt Langenmair sogar: das Garmischer Zentrum, den Marienplatz wegen der Rotverstöße, die Chamonixstraße wegen der Einbahnregelung, aber auch den Bypass zur Fußgängerzone (Zimmermeistergasse). „Wir werden auch genau schauen, ob der Lieferverkehr, der nur bis 10 Uhr erlaubt ist, danach noch stattfindet.“ Auch der stelle schließlich für die Fußgänger eine Gefährdung dar. „Ich denke, dass viele Verkehrsteilnehmer Verständnis für die Kontrollen haben werden“, sagt Langenmair. Vor allem die Fußgänger. Der Dienststellenleiter macht auch deutlich, dass es nicht mit einem erhobenen Zeigefinger getan sein wird. „Wir werden die Verstöße in der Regel auch kostenpflichtig ahnden, Bußgelder erheben.“ Um die Wirkung nicht selbst zu torpedieren.

Ein letzter Punkt auf der Agenda der Kontrollen - nicht die erste Aktion dieser Art, schon früher hat die Polizei Rad-Aktionswochen veranstaltet - betrifft dann doch wieder die E-Biker: Die Polizei wird die Räder auch nach technischen Gesichtspunkten ins Visier nehmen. Denn: Egal ob E-Bike oder Pedelec – als Räder zugelassen sind die Maschinen nur bis 25 Stundenkilometer. „Es gibt stärkere Räder, die aber einer Versicherungspflicht unterliegen und eine Zulassung brauchen“, sagt Langenmair. Heißt in der Folge: Das Rad braucht ein Kennzeichen, der Fahrer einen Helm. „Viele Fahrer lassen ihre Räder manipulieren, da wird die Software des Steuerungsgerätes verändert.“ Wird der Nutzer erwischt, gibt es ein Bußgeld. Langenmair: „Viel wichtiger ist aber: Sollte es einen Unfall geben, und es gibt keine Versicherung, dann kann es zu massiven Kosten kommen. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein.“

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