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Prost, auf eine schöne Festwoche: (v. l.) Trachtler-Chef Christian Ruf, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer und Festwirt Josef Adlwärth.

Prachtvoller Auftakt

Garmischer Festwoche: Kein Platz mehr im Zelt

Heimat, Tradition und viele Besucher: Der Beginn der Garmischer Festwoche machte Lust auf Mehr. Zu Eröffnung war auch zahlreiche politische Prominenz gekommen, die sich sonst eher selten in Garmisch-Partenkirchen sehen lässt. In Wahlkampfzeiten ist halt Vieles anders als sonst.

Garmisch-Partenkirchen – Bis über beide Ohren strahlte Christian Ruf und strich sich zufrieden über seinen prächtigen Bart. „Es is a wahre Freid“, sagte er. „So a volles Festzelt, lauter nette Leid und alle guad aufg’legt – da hama nix verkehrt g’macht.“ Der Garmischer Trachtler-Chef hatte am Samstagabend allen Grund zur Begeisterung: Denn kaum war der Verein ins Festzelt am Wittelsbacher Park einmarschiert und der Bayerische Defiliermarsch gespielt, da gab’s auch schon keinen Platz mehr. Vollbesetzt war das Zelt bis in die letzte Ecke. Ein prachtvoller Auftakt der 67. Festwoche.

Prost, auf eine schöne Festwoche: (v. l.) Trachtler-Chef Christian Ruf, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer und Festwirt Josef Adlwärth.

In seiner Rede schrieb es Ruf dann den kommenden Wahlen zu, dass außer Landrat Landrat Anton Speer (Freie Wähler), Pfarrer Josef Konitzer und zahlreichen Gemeinderäten diesmal auch ein paar Politiker erschienen waren, die es gewöhnlich nicht nach Garmisch-Partenkirchen drängt. Außer den üblich Verdächtigen, den CSU-Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber und Harald Kühn, waren überraschend die zwei SPD-Politiker Markus Rinderspacher und Florian von Brunn gekommen.

Die wichtigste Formalie folgte sofort, nämlich die offizielle Bierzelt-Eröffnung mit Festwirt Josef Adlwärth und der Schirmherrin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). „Ich wünsche Ihnen allen eine vergnügliche, angenehme und unfallfreie Festwoche“, sagte die Bürgermeisterin. Lobende Worte fand sie für den Trachtenverein, der auch für diese Festwoche ein Programm vorbereitet habe, das einerseits mit den Schuhplattlern und der Musik ganz im Sinne des überlieferten Brauchtums sei, gleichermaßen aber auch viel Unterhaltung biete. Garanten dafür sind ja nicht nur das Steinheben am heutigen Montag, sondern auch die Kultband „Dreisam“, für die Kinder sogar ein Puppentheater und nicht zuletzt draußen vor dem Zelt Schießstand, Glückshafen und Kinderkarussell.

Langjährige Mitglieder: (v. l.) Thomas Maurer, Anselm Emmerich, Johann Oberhauser, Otto Klumpp, Reinhold Viebke, Anton Sailer (Zweiter Vorsitzender des VTV Garmisch) und Trommler-Tambourmajor Horst Haack.

Am Premierenabend freilich war mit der Garmischer Musikkapelle und Dirigent Leszek Zebura ausschließlich Tradition angesagt: Die in Garmisch besonders starke Jugendgruppe erfreute schon zum Auftakt mit dem Kronentanz, begeisterte sodann mit dem perfekt geplattelten „Reith im Winkler“ sowie dem Werdenfelser Plattler, zeigte den Bandl- und den Dreiertanz. Als Garmischer Spezialität konnten die Festzelt-Besucher auch den Heitauer erleben, den „Burschentanz“, bei dem ausschließlich Männer jeden Alters in Kreisen umeinander wirbeln. Natürlich durfte auch Alt-Werdenfelser Vergangenheit nicht fehlen, als beim „Alten Tanz“ die Bewegungen der Frauen und Männer betont langsam abliefen. Immer wieder erheiternd ist es, wenn die lustigen Holzhackerbuam ihre urige Schau abziehen.

Dass die Garmischer Trachtler auch ihre Altvorderen zu würdigen wissen, wurde zwischendrin deutlich, als Ruf und sein Vize Anton Sailer einige langjährige Mitglieder ehrten. Im Anschluss an den Heimatabend blieb auch noch ein wenig Zeit und auf der Bühne viel Platz für den allgemeinen Tanz.

Wolfgang Kaiser

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