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Stimmen sich auf einen der Höhepunkte ein: Sebastian Klöck (r.) und Hansjörg Schnitzer (M.) proben für den Kraftzweikampf. Trachtenvereins-Chef Andreas Grasegger junior prüft, ob die beiden schon stark genug sind. 

Viele Glanzpunkte im Programm

Premiere bei der Partenkirchner Festwoche: Bei diesem neuen Höhepunkt ist Manneskraft gefragt

Zum ersten Mal organisiert der neue junge Vorstand um Andreas Grasegger die Partenkirchner Festwoche. Und sie haben sich ordentlich was einfallen lassen. Zum Beispiel gibt es wieder das Werdenfelser Goaßlschnalzen.

Garmisch-Partenkirchen – Für Andreas Grasegger sind es gerade höchst aufregende Tage: Der Vorsitzende des Volkstrachtenvereins (VTV) „Werdenfelser Heimat“ Partenkirchen steckt in der Endphase der Vorbereitungen zur 64. Partenkirchner Festwoche, die am Samstag, 10. August, beginnt. Ein Kurzbesuch im Festzelt am Schützenhaus, ein Fototermin in einem Feldstadel, Interviews mit den lokalen Medien, um die Heimatwoche zu bewerben – der 33-Jährige wird bei seiner Festwochen-Premiere als Trachtler-Chef in allen Belangen gefordert.

Seit November ist Grasegger im Amt, er trat die Nachfolge von Hansjörg Ostermair an, der neun Jahre den VTV geführt hatte. Neben dem neuen Vorsitzenden bilden Franz Rieger als dessen Stellvertreter, Kassier Thomas Jocher und Schriftführer Michael Kratzmair einen sehr jungen Vorstand – und alle sind in ihren Ämtern erstmals für die Festwoche verantwortlich. „Stoaheben und Maßkrugstemmen hat es bei uns in dieser Form noch nicht gegeben“, verweist Grasegger gleich auf einen Höhepunkt der Heimatwoche. Am Montag, 12. August, kämpfen beim Partenkirchner Kraftzweikampf 15 Mannschaften um den Titel. Je zwei Muskelsportler bilden ein Team, wobei jeder nur eine Disziplin bestreitet.

Grasegger hat in alten Büchern recherchiert

Das zehntägige Partenkirchner Spektakel hat zahlreiche Glanznummern im Programm. Die 60. Deutsche Meisterschaft im Fingerhakeln sorgt an Maria Himmelfahrt, die Trachtler nennen es am „Frauadog“, schon ab 10 Uhr für ein volles Festzelt. Am Abend geht es dann beim Werdenfelser Goaßlschnalzen hoch her. „Das wird heuer wiederbelebt“, sagt Grasegger. Er hat in alten Büchern recherchiert und herausgefunden, dass der Brauch der Fuhrmannspeitsche erstmals von Sepp Lehner 1958 auf der Partenkirchner Festwoche gezeigt worden war. Zuletzt gab es hier 1963 Goaßlschnalzer, die zu Plattlereinlagen und Musikumrahmung ihre Kunst zelebrierten. Jetzt, 56 Jahre später, wird diese Tradition wieder ins Festprogramm aufgenommen.

Die Party-Jugend kommt am Dienstag, 13. August, voll auf ihre Kosten. „Deerisch“, die Band aus dem Oberen Isartal, schmettert Rock- und Popklassiker und bayerische Partykracher von der Bühne. „Eher was für Tänzer“, betont Grasegger, ist der Abend am Samstag, 17. August, mit der „Göllwürz’n Musi“, die schmissige Walzer, Polkas, Landler und Märsche aufspielen. Der Trachtler-Chef erwartet zu diesem Termin unter anderem Gäste aus dem Salzburger Land und aus Tirol.

Ein Urgestein der Partenkirchner Festwoche ist ohne Zweifel Martin Pfeuffer. Er ist einer von 470 Trachtlern des VTV „Werdenfelser Heimat“ und ist seit der ersten Festwoche 1956 ununterbrochen jedes Jahr mit der Musikkapelle Partenkirchen dabei. „Solange es der liebe Gott zulässt“, will Pfeuffer noch als Posaunist weitermachen. Die Blaskapelle spielt heuer an acht Tagen, fünfmal wird er dabei im Einsatz sein. Der 83-Jährige lobt die besondere Atmosphäre der Festwoche, die auch durch „die Harmonie der Register“ entstehe.

Spezielles Getränk für die Festwoche

Rund um die Festwoche gibt es die gewohnten Attraktionen. Ein „Hau den Lukas“ steht ebenso bereit wie die Schießbude der Gebirgsschützenkompanie sowie Mandelbraterei und Glückshafen. Im Zelt wird zusätzlich ein extra gebrauter Sondersud ausgeschenkt: das Partenkirchner Festbier spezial.

Zum Abschluss der Heimatwoche lädt der Volkstrachtenverein zum Blauen Montag ein. Am „Blaumada“ trifft sich das Feiervolk bereits am Vormittag in den Wirtshäusern, ehe es um 16 Uhr ins Festzelt geht. Die Musikkapelle liefert dazu unterhaltsame Einlagen.

Wenn es um den Abschlusstag geht, tritt die Konkurrenz der Ortsteile und deren Festwochen wieder hervor. „Die Garmischer haben am letzten Tag Besuchermangel gehabt. Bei uns ist das aber schon noch ein guter Tag“, sagt Kratzmair. Gleichwohl beteiligten sich die Partenkirchner Trachtler an der Festwoche in Garmisch, beim Gaujugendtag etwa marschierten 220 Mitglieder in den anderen Ortsteil. Uneinigkeit gibt es nur alle paar Jahre, wenn sich die Termine der Festwochen überschneiden. „Aber es gibt keine Probleme“, versichert Grasegger, „man redet ja miteinander“. 

Das Programm im Überblick: 

Samstag, 10. August: 19 Uhr: Aufstellung und dann Festzug von der Goldschmiede Aumayr durch die Ludwigstraße zum Festzelt; 20 Uhr: Eröffnung durch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer.
Sonntag, 11. August: 10 Uhr: Anmeldung für Oldtimer-Rundfahrt am Festplatz mit Kesselfleischessen im Zelt; 14 Uhr: Oldtimer-Rundfahrt; 18 Uhr: Toni Ostler und seine Werdenfelser Musikanten; 20 Uhr: Heimatabend.
Montag, 12. August: 20 Uhr: Partenkirchner Kraftzweikampf mit Steinheben und Maßkrugstemmen.
Dienstag, 13. August: 20 Uhr: Party mit Deerisch,, Einlass ab 18 Uhr, Eintritt neun Euro.
Mittwoch, 14. August: 19 Uhr: Abmarsch VTV mit Musikkapelle und Trommlerzug durch Ludwigstraße zum Zelt; 20 Uhr: Heimatabend. Donnerstag, 15. August: 10 Uhr: Beginn der Deutschen Meisterschaft im Fingerhakeln; 20 Uhr: Werdenfelser Goaßlschnalzn sowie Bier- und Hendlpreise fast wie anno dazumal.
Freitag, 16. August: 20 Uhr: Der Berg ruft! Zeltabend der Betriebe.
Samstag, 17. August: 20 Uhr: Göllwurz’n Musi, Einlass ab 18 Uhr, Eintritt sieben Euro.
Sonntag, 18. August: 19 Uhr: Abmarsch VTV mit Musikkapelle und Trommlerzug durch Ludwigsstraße zum Festzelt; 20 Uhr: Heimatabend. Montag, 19. August: 16 Uhr: Aus is und gor is und schod is, dass wohr is. (Weitere Infos zum Programm gibt’s unter www.vtv-partenkirchen.de).

Alexander Kraus

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